Jordin und Jean-Damascène aus Ruanda: Eine Begegnung mit Herz, Händen und Füßen

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Alfred Wirtz, Jean-Damascène und Jordin und Norbert Kömen

TRIER. Jordin und Jean-Damascène sind zwei Ausbilder der in Kigali/Ruanda beheimateten Ausbildungsschule „Centre des Jeunes“, und betreuen dort rund 20 Schreiner-Lehrlinge. Bis zum 25. April sind Sie zu Gast beim „Handwerk hilft e.V.“, einer Initiative der Schreinerinnung Trier-Saarburg.

In den drei Wochen ihres Aufenthaltes wird den 37- und 39-jährigen Ruandern die Gelegenheit geboten, das Schreiner-Handwerk aus einer neuen Sicht kennen zu lernen. Dazu gehören mehrere Arbeits-Besuche in verschiedenen Innungsbetrieben und eine Fortbildung bei der HWK Trier.


„Unsere anfängliche Befürchtung“ so Vorstandsmitglied Norbert Kömen „dass es zu Schwierigkeiten in der Kommunikation kommen könne, waren schnell verflogen.“ Ob in der Berufsausbildungsstätte Helenenberg oder den verschiedenen regional ansässigen Schreinereien – alle Gastgeber zeigen sich begeistert vom Engagement der beiden Ruander. „Trotz der Sprachbarrieren läuft es wie am Schnürchen“ sagt Alfred Wirtz, Inhaber der gleichnamigen Schreinerei in Ralingen, und Norbert Kömen fügt hinzu: „Man benötigt nur einen beherzten Mitarbeiter, der sich den Beiden annimmt, den Mut ‚mit Händen und Füßen‘ zu reden, und es gibt keine Barrieren mehr.“

Die Ausbilder des “Centre des Jeunes” sind wissbegierig, wenn es um die Technologien geht, von denen man im über 6.000 Kilometer entfernten Ruanda nur träumen kann. Jordin ist besonders fasziniert von computergesteuerten Fertigungsanlagen, Jean-Damascène schwärmt ebenso von den Maschinenparks, die sie hier kennen und bedienen lernen – viele hier üblichen handwerklichen Prozesse sind für sie völliges Neuland. Ebenso staunend besichtigen sie auch die Trierer Handelsbetriebe wie Leyendecker Holzland und Hees & Peters.

Ständig klicken die Digital-Kameras und abends folgt der Datentransfer via Email in die Heimat. Die kommenden Wochen werden ähnlich spannend, dann sammeln die Beiden weitere Erfahrungen bei der Handwerkskammer Trier, den Firmen Inform in Saarburg, und der Firma Holzlust in Schweich.

Der Besuch der Gäste aus Ruanda gehört zu einer Reihe von Aktivitäten des Vereins, der sich der Verbesserung der schulischen und beruflichen Situation von Lehrlingen in der ruandischen Ausbildungsschule verschrieben hat. Zuvor besuchten sechs hiesige Schreiner-Azubis des ersten und zweiten Lehrjahres Ruanda zum Erfahrungsaustausch und zur Realisierung einiger Handwerks-Projekte. Unterstützt wird der Verein unter anderem durch das rheinland-pfälzische Innenministerium.

Am Freitag, 24. April, endet für die Gäste aus Ruanda ihr Deutschland-Aufenthalt mit einem für sie ausgerichteten Fest in der Alten Schule in Kanzem. Bei den dort aufgeführten traditionellen afrikanischen Tänzen wird man Jordin und Jean-Damascène erneut ganz anders kennen lernen.

Über Handwerk hilft e.V.
Gerade in den Reihen des Schreiner-Handwerkes wurde schon früh erkannt, wie wichtig die Nachwuchsförderung für das ausübende Handwerk und die Jugendlichen ist. Eine gute Ausbildung ist der Grundstein für ein selbstbestimmtes, eigenständiges Leben.

Was in unseren Breitengraden eine Selbstverständlichkeit ist, wird andernorts oft nur unter schweren Bedingungen erreicht. Gemeinsam mit dem Kooperationspartner “Don Bosco Mondo e.V” mit Sitz in Bonn setzt sich der Ende 2013 gegründete HANDWERK HILFT e.V. für die Verbesserung der schulischen und beruflichen Situation von Lehrlingen in der Ausbildungsschule “Centre des Jeunes” in Gatenga, einem Stadtteil der ruandischen Hauptstadt Kigali, ein. Akuter und dringlicher Unterstützungsbedarf besteht in der Finanzierung der Lehrergehälter und der einzelnen Ausbildungs- und Internatsplätze.
 Die Vereinsziele gehen mittelfristig auch in die Bereiche “Verbesserung und Ausbau des Maschinenparks” und “Förderung des interkulturellen Austauschs”. Vorrangig ist jedoch derzeit die Hilfe bei Aufbau, Betrieb und Weiterentwicklung des Berufsbildungszentrums.

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1 KOMMENTAR

  1. Sehr sinnvolles Projekt! Direkt bei den Menschen ist das Geld besser investiert, als wenn’s den Herrschenden hinterher geschmissen wird und am Ende wieder auf privaten Konten im Ausland landet.
    Sollte man auch im Zusammenhang mit der aktuellen Flüchtlingsdebatte sehen.

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