Offener Brief zur Übung der Bundeswehr im Burgunderviertel

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Die Diskussion um den Einsatz von Diensthunden hat ein sehr unterschiedliches Echo gehabt.

TRIER/BERLIN. Ein breites und sehr unterschiedliches Echo gab es auf die Meldung, dass im Februar eine Einheit des Fallschirmjägerbataillons 261 aus Lebach im Trierer Burgunderviertel mit freilaufenden Hunden eine Übung abgehalten hat. Die Reaktionen reichten von vollständiger Zustimmung zu den Übungen bis hin zur Ablehnung, insbesondere, da die Aktion in der Nachbarschaft zu zwei Kindergärten durchgeführt wurde.

Am Augustinerhof wusste man von der Übung nichts, wie die Stadtverwaltung bei der Ratssitzung am 19. März auf Anfrage der Fraktion Die Linke bekannt gab. Eine Anfrage von Bündnis90/Die Grünen beim Eigentümer des Geländes, auf dem die Übung stattfand, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) in Bonn, bestätigte dann die Vorgänge. Die Bima hatte den Fallschirmjägern das Gelände zur Verfügung gestellt.

Freilaufende Hunde als Stein des Anstoßes

Eigentlicher Stein des Anstoßes war die Tatsache, dass an der Übung auch freilaufende Diensthunde teilnahmen und das Gelände trotz der Nachbarschaft von zwei Kindertagesstätten nicht gesichert war. Lediglich Schilder mit dem Hinweis auf die Hunde machten auf die Aktion aufmerksam.

Ein Bündnis aus Linksfraktion im Stadtrat Trier, der Arbeitsgemeinschaft Frieden Trier (AGF), dem Ökumenisches Netz Rhein-Mosel-Saar, der Deutschen Friedensgesellschaft Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) Trier und pax christi Trier hat nun unter Federführung der Trierer Linkenabgeordneten im Deutschen Bundestag, Katrin Werner, einen offenen Brief an die Bima verfasst, der heute veröffentlicht wurde.


In diesem Brief heißt es: „Am 10. Und 11. Februar fand im Trierer Burgunderviertel eine militärische Übung des Fallschirmjägerbataillons 261 aus Lebach mit Waffen und Diensthunden statt. Das Gelände wurde lediglich durch Schilder mit der Aufschrift „Achtung, freilaufende Diensthunde“ gesichert. Dies ist ein Skandal, denn in unmittelbarer Nähe der Militärübung befinden sich zwei Kindergärten.

Die Übung wurde von Jennifer Brinkmann, Mitglied der Partei die LINKE, beobachtet. Weitere Eltern und Mitarbeiter einer Kindertagesstätte bestätigten dies. Inzwischen wurde bekannt, dass die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) der Bundeswehr das Gelände für ein Spezialhundetraining überlassen hat.

Symptom der Militarisierung der Gesellschaft

Militärische Übungen haben im öffentlichen Raum nichts zu suchen, denn sie stellen gerade bei unzureichender Sicherung des Geländes eine hohe Gefahr für die Bevölkerung dar. Zudem können solche Übungen besonders für Kinder eine große Verunsicherung und Verängstigung bewirken. Der Bundeswehr stehen genügend gesicherte Übungsgelände im gesamten Bundesgebiet zur Verfügung. Dieses bei der Stadt Trier nicht-angemeldete Manöver ist ein Symptom für die zunehmende Militarisierung unserer Gesellschaft. Es gilt sich dieser Entwicklung entschieden entgegenzustellen.

180 leerstehende Wohnungen

Die Bima sollte sich dafür einsetzen, die 180 leerstehenden Wohnungen im Burgunderviertel zu sanieren, um dringend benötigten bezahlbaren Wohnraum in Trier bereitzustellen, statt das Gelände dem Militär für Übungen zu überlassen. Wir fordern die Bundesanstalt auf keine weiteren Überlassungsverträge für Übungen der Bundeswehr im öffentlichen Raum zu schließen. Sollte der Vertrag, den die Bima mit der Bundeswehr bereits geschlossen hat, weitere Übungen in der Zukunft vorsehen, fordern wir diesen Vertrag umgehend aufzulösen.“

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5 KOMMENTARE

  1. blablabla.
    Man sollte sich vielleicht in Erinnerung rufen, dass hier nicht die Bundeswehr im Vorgarten von Kindergärtern übte, sondern die Kindergärten auf Militär-Gelände sind. Auch ist das Gelände gar kein Öffentlicher Raum, sondern höchstens öffentlich zugänglich. Klingt ähnlich ist aber ein fundamentaler Unterschied. Die Stadt Trier hat dort folglich zur Zeit keine Kompetenz, folglich musste sie gar nicht groß informiert werden.

    Linksfraktion in allen Ehren, aber seit dem Ukraine-Konflikt und des sich anbiederns an russische Großmachtsgelüste hat es sich ausgezaubert mit der „neuen“ Linken, dafür huldigen zu viele „Linke“ einen Neo…Putin der Imperialismus vorlebt.

  2. Man muss das jetzt nicht mit Putin in Verbindung bringen.

    Im Grunde trifft der Brief es doch. Das ist KEIN Militärgelände mehr, es war mal eine Wohnsiedlung der franzsösichen Armee. Und natürlich ist das ein öffentlicher Raum, wie kommen sie auf das Gegenteil?

  3. So ein hirnverbrannter Schwachsinn! Hat die Frau Politikerin wirklich nichts Besseres gefunden, um sich in den Mittelpunkt zu drängen? Wen vertritt sie denn da bitte? Für mich ist jede Minute „Arbeit“, die in dieses Thema gesteckt wird eine ungeheure Verschwendung von Staatsgeldern… Das wird mit Sicherheit nicht das erste Mal gewesen sein und wo wir schon bei Sicherheit sind, ist diese Übung garantiert sicherer und problemloser gewesen, als manch normale Ecken in Trier. Und die Kids haben was zu sehen… Ich glaube nicht, dass die davon so eingeschüchtert waren…

  4. Mit was für einer Schei..e die sich befassen. Jahrelang haben de nicht einen Finger gekrümmt für das Gelände da oben. Im Gegenteil: Die drei Affen(Nix Hören/Sehen/Sagen.)
    Das da die Vandalen Ihr Unwesen reiben, alle Scheiben einschlagen und dann die Glasscherben tagelang d rumliegen, nur weil die BIMA es nicht packt da oben Ordnung zu machen ( Originalzitat Hausmeister : Die Wirtschaftlichkeit muss gewahrt sein ), da schreiben die keinen offenen Brief.
    Das Diensthunde von BW, Zoll, Polizei da freilauen, das hat der Stadtrat doch pauschal genehmigt.
    Das Problem da oben sind die feillaufenden Hunde und deren Hinterlassenschaften Hier sollten die Offenen-Briefe-Tipper mal ansetzen und fragen, warum das nicht durch die Verwaltung kontrolliert und sanktioniert wird . Da können die Linken doch mal ne Anfrage draus machen, wie oft das O-Amt in Kürenzer Grünanlagen Streife geht und wie viele Verfahren/ Bußgelder hier angefallen sind

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