Günter Grass ist im Alter von 87 Jahren verstorben

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Der Schriftsteller Günter Grass ist tot. Copyright: Das blaue Sofa / Club Bertelsmann.

LÜBECK. Wie soeben gemeldet wird, ist am heutigen Montag der Schriftsteller und Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass im Alter von 87 Jahren gestorben. Das teilte der Steidl-Verlag aus Göttingen mit. Das Günter-Grass-Haus in Lübeck erklärte ergänzend, der Schriftsteller sei einer Infektion erlegen.

Grass, aus dessen Feder so berühmte und bedeutende Werke wie „Die Blechtrommel“ stammen, galt als einer der bedeutendsten deutschen Autoren weltweit. 1999 erhielt der den Literatur-Nobelpreis für sein Gesamtwerk. Das Nobelpreis-Komitee nannte damals den Roman „Die Blechtrommel“, der vierzig Jahre zuvor erschienen war, „die Wiedergeburt des deutschen Romans im 20. Jahrhundert“. Die Verfilmung des Romans unter der Regie von Volker Schlöndorff im Jahre 1980 wurde mit einem Oscar ausgezeichnet.

Grass lebte in Behlendorf bei Lübeck. Nach dem zweiten Weltkrieg absolvierte der gebürtige Danziger zunächst eine Steinmetzlehre. Anschließend studierte er Kunst in Düsseldorf und Berlin und arbeitete dann als Bildhauer und Grafiker.


Der Gesellschaftskritiker stand Zeit seines Lebens der SPD nahe und engagierte sich seit 1960 regelmäßig in den Wahlkämpfen für die deutsche Sozialdemokratie. 1992 trat er zwar aus der Partei aus, weil er gegen die dort betriebene Asylpolitik protestieren wollte, blieb ihr aber trotzdem innerlich verbunden.

Besonderes Aufsehen erregte sein 2006 erschienener autobiografischer Band „Beim Häuten der Zwiebel“, in dem zu lesen war, dass Grass als 17-Jähriger Mitglied der Waffen-SS wurde. Insbesondere, weil Grass andere Zeitgenossen wegen derer Nazi-Vergangenheit immer wieder kritisiert hatte, wurde ihm nun vorgeworfen, dass er seine eigene Geschichte viel zu lange verschwiegen habe.

Auch in der internationalen Politik mischte sich der Schriftsteller immer wieder ein. So befürwortete er den Verzicht auf die ehemaligen deutschen Ostgebiete und setzte sich vehement für die deutsch-polnische Verständigung ein. Eine große Kontroverse löste er 2012 mit einem israel-kritischen Gedicht aus.

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