Rückgang im Weinexport – Moselregion ist Absatzspitzenreiter in den USA

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TRIER. Deutscher Wein ist nach wie vor in aller Welt beliebt. Ganz besonders in den Vereinigten Staaten öffnet man offensichtlich gerne eine Flasche mit dem Rebensaft, wie die Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier mitteilt. Spitzenreiter jenseits des großen Teichs sind dabei die Tropfen der Mosel aus der Region Trier.

In nahezu allen wichtigen Absatzmärkten sind die Lieferungen deutscher Weine 2014 im Vergleich zum Vorjahr weiter zurückgegangen – in der Summe von 129 Millionen (2013) um rund 12 Millionen auf 117 Millionen Liter (2014). Gleichzeitig stiegen die Durchschnittspreise von 2,58 auf 2,68 Euro pro Liter, wie die IHK vermeldet. „Diese Entwicklung hat bereits in den Vorjahren zu enormen Verschiebungen in den Märkten geführt, da in einzelnen Produkt- und Qualitätskategorien Lieferengpässe wegen der kleinen Ernten aufgetreten waren“, sagt IHK-Geschäftsführer Albrecht Ehses.

Wichtigster ausländischer Kunde für deutsche Weine sind nach Auskunft der IHK nach wie vor die USA mit einem Absatzvolumen von 20,8 Millionen Liter, obwohl die Gesamtmenge um 11 Prozent (2,5 Millionen Liter) zurückgegangen ist. Besonders hat es dabei die Moselweine getroffen: Mit 10,1 Millionen Litern Lieferumfang konnten 1,8 Millionen Liter weniger geliefert werden als im Vorjahr. Der Durchschnittspreis betrug hier 4,08 Euro pro Liter.

Den weitaus größten Teil – im vorigen Jahr 80 Prozent – aller deutschen Weinexporte in die USA wickeln Kellereien, Weingüter und Genossenschaften aus dem IHK-Bezirk Trier ab. 2014 haben die hiesigen Unternehmen 16,7 Millionen Liter Wein in die Vereinigten Staaten geliefert. Dazu zählen auch Weine anderer Herkunftsgebiete.

Weiterhin betroffen von den Rückgängen im Weinexport sind preissensible Länder wie Großbritannien, die Niederlande, Schweden oder Dänemark. Dort wurden Qualitäts- und Landweine aus Rheinhessen, der Pfalz oder von der Mosel durch Weine aus anderen Mitgliedstaaten und aus Drittländern ersetzt. „Dabei besetzen zunehmend einfache Rebsortenweine unterschiedlichster Herkunftsländer die frei werdenden Lücken“, berichtet Ehses und appelliert an die Weinpolitik, bei anstehenden Entscheidungen die Dynamik im internationalen Handel stärker in den Blick zu nehmen.

Deutlich zeigt sich in diesem Jahr der Absatzeinbruch in Russland. Die Liefermenge ist im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 50 Prozent zurückgegangen. Auch wenn Wein nicht von den Importsanktionen betroffen ist, so zeigen doch die insgesamt gestiegenen Weinpreise und der zugleich schwache Rubelkurs Auswirkungen auf das Einkaufsverhalten.

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