Auf der letzten Rille – Dolphins zittern sich zum Sieg

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Sie fehlt den Dolphins an allen Ecken und Enden: die kanadische Weltmeisterin Janet Mc Lachlan.

Bildquelle: Sandra Wagner

TRIER. Die GOLDMANN Dolphins Trier können doch noch gewinnen. Nach zwei Niederlagen in Folge gegen die Roller Bulls St. Vith und beim Serienmeister RSV Lahn-Dill meldete sich das Team von Spielertrainer Dirk Passiwan am Samstagmittag in der heimischen Arena gegen den Abstiegskandidaten aus Köln mit 66:63 (34:41) im Kampf um die Playoffs zurück. Die Kölner, die lange Zeit führten, verspielten bereits zum dritten Mal in Folge den Sieg gegen eine Mannschaft aus den Top 5.

Bis zum Sieg war es jedoch ein hartes Stück Arbeit für die Mannschaft von der Mosel. Die Kölner, die in den letzten beiden Wochen die Topteams aus Zwickau und Thüringen am Rande der Niederlage hatten, stemmten sich von Beginn an gegen die dritte Niederlage in Folge. Vor allem die Holländer Paul Toes und Frank de Goede stellten die Verteidigung der Trierer vor Schwierigkeiten. „Wir haben in den ersten zehn Minuten nicht gut gespielt. In der Defense standen wir nicht gut und in der Offensive waren wir zu unbeweglich“, bilanzierte Dirk Passiwan nach dem Spiel.
10:22 stand es nach dem ersten Viertel – eine deutliche Ansprache war erforderlich, um das Team auf Kurs zu bringen. Passiwans Worte zeigten nicht den gewünschten Effekt, denn in der Trierer Offensive änderte sich wenig. Immer wieder fanden einfache Würfe nicht den Weg in den Gästekorb. Auch in der Defensive hakte es noch, erst nach der Umstellung auf Ganzfeldpresse konnten sich die Dolphins wieder etwas herankämpfen. Mit sieben Punkten Rückstand ging es in die Halbzeitpause.

Die erhoffte Wende nach Wiederanpfiff blieb aber aus. Vor allem der niederländische Nationalspieler Paul Toes war von den Gastgebern kaum zu kontrollieren, weil er seinen Größenvorteil immer wieder zu einfachen Punkten nutzte. Der Abstand blieb bis zum Ende des 3. Viertels gleich (45:52).

Die Hoffnung Passiwans ruhte nun auf dem Schlussviertel, auf einer eigenen Steigerung und dem Wissen, dass die Kölner in den letzten Spielen im letzten Viertel jeweils Führungen aus der Hand gegeben hatten. „Wir wussten, dass wir körperlich und spielerisch auch in den letzten zehn Minuten noch nachlegen können.“ Noch sechs Minuten waren zu spielen, als die Dolphins das erste Mal dran waren (55:57). Jedoch musste Kapitän Chad Jassman mit fünf Fouls vom Spielfeld. Martin Koltes ersetzte den kanadischen Paralympics-Sieger, was die Kölner nutzten um den Abstand wieder auf 55:61 auszubauen. Angetrieben von lautstarken Fans kämpfte sich das Team aus Trier wieder heran. 1:12 Minuten vor der Schluss-Sirene verwandelte Spielertrainer Passiwan einen Dreier zum 62:63-Anschluss. Aber erst zehn Sekunden vor dem Ende ging Trier dann endlich mit 64:63 in Führung. Gezittert wurde aber weiter, weil Tyler Saunders eine Sekunde später zwei Freiwürfe nicht verwandeln konnte. Entsetzen bei den Zuschauern, das sich aber in Jubel wandelte, als Marc van de Kuilen sich den Rebound holte und zum 66:63 traf. Mit dem Abpfiff war der Sieg dann endlich geschafft, weil ein Dreier von Kölns Topscorer Toes auf dem Ring landete.

Matchwinner war wieder einmal Nationalspieler Dirk Passiwan, der mit seinem Dreier kurz vor Schluss die endgültige Wende einläutete, 25 Punkte, 19 Rebounds und 9 Assists beisteuerte. Es war ein wichtiger Sieg für die Dolphins, die wegen der gleichzeitigen Niederlage der Baskets Hamburg mit den Norddeutschen punktgleich auf Rang 4 liegen und die Playoffs nun wieder aus eigener Kraft erreichen können. Die Entscheidung fällt in zwei Wochen, wenn beide Teams im direkten Duell in der Elbmetropole aufeinandertreffen.

Dirk Passiwan: „Köln hat wie schon in den letzten Wochen richtig gut gespielt. Es waren schwere letzte Spiele für uns, schließlich müssen wir schon seit Wochen auf die Dienste unserer kanadischen Weltmeisterin Janet McLachlan verzichten, was unseren Aufstellungsmöglichkeiten doch erhebliche Optionen nimmt. Heute haben wir jedenfalls Moral bewiesen und uns die Chance auf die Playoffs erhalten. Ein bisschen Glück braucht man in solchen Spielen und das hatten wir heute.“ red/wir

GOLDMANN Dolphins Trier: Diana Dadzite (4), Florian Ewertz (n.e.), Peter Müller (n.e.), Chad Jassman (6), Martin Koltes (0), Dirk Passiwan (25), Karlis Podnieks (6), Tyler Saunders (12), Marc van de Kuilen (13)

Beste Schützen für Köln waren Paul Toes mit 21 und Frank de Goede mit 14 Punkten.

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