Senioren im Verkehr – Vorschriften sollen gelockert werden

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Die Zahl der Senioren im Straßenverkehr wird immer größer.

Bildquelle: Deutscher Verkehrssicherheitsrat

LUXEMBURG.Senioren im Straßenverkehr – ein nicht unumstrittenes Thema. Manch einer ist der Meinung, dass Autofahrer sich ab einem bestimmten Alter einem regelmäßigen Check unterziehen müssten, um ihre Tauglichkeit zum Führen eines Kraftfahrzeugs unter Beweis zu stellen. Im Gegensatz zu anderen Ländern gibt es so etwas in Deutschland nicht. Luxemburg etwa hat so eine Kontrolle und will sie jetzt deutlich lockern.

Wer in Luxemburg über 70 Jahre alt ist und noch als Autofahrer am Straßenverkehr teilnehmen will, muss derzeit alle drei Jahre seine Fahrtauglichkeit alle drei Jahre von einem Mediziner überprüfen lassen. Ab 80 steht dieser Check sogar jedes Jahr auf dem Programm. Gestützt wird diese Maßnahme unter anderem durch eine Studie der Uni Zürich, die besagt, dass das Unfallrisiko ab dem 75. Lebensjahr um 80 Prozent höher liegt, als beim durchschnittlichen Autofahrer.

Defizite und Erfahrungen

Die Diskussionswogen gehen bei diesem Thema sehr hoch. Gerade in Deutschland, in dem ja das Auto bekanntlich das liebste Kind der Bevölkerung ist. Die einen sagen, die Leistungsfähigkeit der älteren Verkehrsteilnehmer nimmt deutlich ab, weshalb man ihnen ohne Kontrolle durch einen Arzt das Autofahren untersagen sollte. Die anderen wiederum sagen, dass ältere Menschen die altersbedingten Defizite durch ihre Erfahrung und Fahrpraxis wieder wettmachen.

20 Prozent sind über 65

Nicht von der Hand zu weisen ist die Tatsache, dass die Meldungen über Verkehrsunfälle, an denen Senioren beteiligt sind, immer häufiger werden. Es stellt sich aber die Frage, woran das liegt. Ist es tatsächlich so, dass ältere Menschen nicht mehr Auto fahren können oder liegt es einfach daran, dass die Anzahl der am Straßenverkehr teilnehmenden Senioren, bedingt durch den demografischen Wandel, immer mehr zunimmt. Die Allianz-Versicherung untersuchte in einer Studie das Unfallverhalten von über 65-Jährigen im Vergleich zu jüngeren Verkehrsteilnehmern. Immerhin ist ein Fünftel der Bevölkerung in Deutschland über 65 Jahre alt. Ergebnis: Weniger als elf Prozent aller Unfälle werden durch Senioren verursacht.

Ältere Menschen sind kein höheres Risiko

In Luxemburg hat überlegt man jetzt in umgekehrter Richtung. Ganz abschaffen will man die Tauglichkeitsprüfungen nicht, aber die Intervalle deutlich erhöhen. Ab 70 soll es nur noch alle fünf Jahre, ab 80 alle drei Jahre zum Arzt gehen, plant der zuständige Minister François Bausch von den Grünen. Ausschlaggebend dafür sei die Tatsache, dass die allgemeine Lebenserwartung immer höher werde und ältere Menschen heute erheblich fitter und leistungsfähiger sind, als in früheren Zeiten. Es gäbe, so war aus dem Ministerium zu hören, nach Untersuchungen, die das Ministerium erstellt hat, keinerlei Anzeichen dafür, dass ältere Menschen ein höheres Risiko im Straßenverkehr darstellten. Das Gegenteil sei der Fall.

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