Ludwigsburger Scharfschützen nicht zu stoppen – 60:75–Heimniederlage der TBB

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Vitalis Chikoko (grünes Trikot) blockt Ludwigsburgs Patrick Flomo beim Dunking-Versuch.

Bildquelle: Helmut Thewalt

TRIER. Die Trierer Basketballer haben das Ziel verfehlt, die Hinrunde ihrer 25. Bundesliga-Saison mit einem Sieg abzuschließen. Nach zuletzt vier Heimsiegen in Serie kassierte das Team von Trainer Henrik Rödl beim 60:75 (28:26) wieder eine Niederlage. Das führt in der unglaublich engen Situation in der unteren Tabellenhälfte zu einem herben Rückschlag. Mann des Abends war Ludwigsburgs Bundesliga-Topscorer David John Kennedy, der 22 Punkte markierte, dazu noch sechs Assists verteilte und sieben Rebounds angelte.

Mit einer Dreierserie in der Schlussphase des ersten Viertels versetzten die Gäste der TBB den ersten Nackenschlag. 126 Sekunden vor der Sirene führten die Gastgeber noch mit 13:11, dann legte Ludwigsburg eine 10:0-Serie mit Dreiern von Kerron Johnson und Shawn Huff (2) auf. Die zuletzt so erfolgreiche Zonenverteidigung der Trierer, die Teams wie Bayern München und die EWE Baskets Oldenburg geknackt hatte, griff nicht wie gewünscht.

Die erhoffte Aufholjagd fand im zweiten Viertel nicht statt. Die TBB lief dem Rückstand aus den ersten zehn Minuten hinterher, konnte die Partie zumindest ausgeglichen gestalten. Dass es nicht zu mehr reichte, lag daran, dass die Gastgeber die Dreier des Teams von Trainer John Patrick weiterhin nicht verhindern konnten, vor allem an der miserablen Freiwurfquote. Adin Vrabac, der zu Beginn noch von der Linie getroffen hatte, legte vier Versuche in Serie daneben, auch Vitalis Chikoko traf nur einmal bei drei Versuchen. Einen zweistelligen Rückstand zur Pause verhinderte ein Dreier von Mathis Mönninghoff sechs Sekunden vor dem Gang in die Halbzeitpause. Es war der einzige erfolgreiche Wurf aus der Ferndistanz für Trier (Quote: 1:9), Ludwigsburg dagegen hatte 50 Prozent seiner Dreier versenkt (7:14). Und das Teamwork, die in der Regel die herausragende Eigenschaft der TBB, funktionierte nicht nur in der Defensive nicht wie gewohnt. David John Kennedy, „so ganz nebenbei“ mit zwölf Punkten bis dahin bester Werfer des Spiels, erzielte fünf Assists – so viel wie alle Trierer zusammen.

Das Schützenfest der „Riesen“ ging nach dem Seitenwechsel weiter. Allein in den ersten vier Minuten landeten wieder drei Dreier im Trierer Korb – besonders auffällig dabei neben Topscorer Kennedy war dabei Shawn Huff, der schon nach wenigen Minuten der zweiten Halbzeit klar über seinem Saisonschnitt von 9,8 Punkten lag. Einen rabenschwarzen Tag hatte John Bucknor erwischt. Der Kanadier, eigentlich der Mr. Zuverlässig im Kader von Henrik Rödl produzierte Ballverlust auf Ballverlust und hatte schon früh drei Fouls auf seinem Konto. Schon in den ersten Minuten des dritten Viertels war der Rückstand auf einen zweistelligen Wert gewachsen – als 30 Minuten vorüber waren, stand der Sieger beim Stand von 44:60 bereits fest.

Im Schlussabschnitt konnten die Gäste ihre sensationelle Dreierquote zwar nicht mehr halten – das war aber auch gegen die Trierer in der Verfassung dieses Abends nicht erforderlich. Die Hausherren versuchten mit dem Mut der Verzweiflung die Heimpleite abzuwenden, aber wer sich auch immer als Dreierschütze versuchte, ob Jermaine Bucknor, Mathis Mönninghoff oder Anthony Canty – sie alle scheiterten. Mit dem klaren Vorsprung im Rücken konnte Ludwigsburg die Partie in Ruhe zu Ende spielen. Mit dem dritten Sieg nacheinander sind die Barockstädter in der Tabelle an Trier vorbeigezogen.

Henrik Rödl war ernüchtert: „Unserer Mannschaft hat heute komplett die Energie gefehlt, die wir in den letzten Spielen gehabt haben. Natürlich haben die letzten Wochen viel Kraft gekostet, natürlich sind einige Spieler angeschlagen. Aber in solch einer Situation muss man sich durchkämpfen, und das ist uns heute nicht gelungen. Mit DJ Kennedy hat John einen der spannendsten Spieler der Liga zu sich geholt, einen, der den Unterschied machen kann. Wir haben versucht, ihn zu stören, aber er ist einer der heißesten Eins-gegen-Eins-Spieler der Liga derzeit. Das ist uns also nicht gelungen, wie vieles andere auch nicht.“

Die Stimmungslage bei John Patrick war natürlich komplett anders: „Ich bin sehr stolz und froh, dass wir hier gegen eine heimstarke Trierer Mannschaft gewinnen konnten. Es war nicht einfach, unser Start war nicht gut – kein Punkt in drei Minuten. Dann waren wir ein bisschen zu ungeduldig in der ersten Halbzeit, mit neun Ballverlusten. In der zweiten Hälfte hatten wir nur drei Ballverluste. Wir wussten, dass Jermaine Anderson und Jermaine Bucknor von draußen sehr gefährlich sind, also haben wir sie relativ gut verteidigt. Aber es war insgesamt ein schwieriges Spiel gegen eine Mannschaft, die gegen Hagen, Oldenburg, Bayern und Bayreuth gewonnen hat. Daher bin ich sehr froh, dass wir hier heute gewinnen konnten.“

TBB Trier: Ricky Harris (8), Anthony Canty (7), Marko Lukovic (4), Stefan Schmidt (0), Mathis Mönninghoff (8), Vitalis Chikoko (11), Adin Vrabac (15), Jermaine Bucknor (4), Dennis Kramer (0), Jermaine Anderson (3)

MHP Riesen Ludwigsburg: Karron Johnson (8), Shawn Huff (15), John Little (12), Adam Waskowski (5), Patrick Flomo (3), David John Kennedy (22), Michael Stockton (6), Jon Brockman (4)

Spielverlauf: 5:0 (3.), 5:5 (5.), 8:7 (5.), 13:11 (8.),13:21 (10.), 19:27 (12.), 21:32 (17.), 28:36 (Halbzeit); 35:43 (23.), 35:49 (25.), 41:56 (28.), 44:60 (30.), 48:66 (34.), 58:71 (38.), 60:75 (Endstand)

Schiedsrichter: Oliver Krause/Dr. Enrico Streit/Steve Bittner – Zuschauer: 4873

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