Luxemburg – Das Knöllchen-Paradies für Trierer?

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Die Angst vor der Parkkralle: Werden Trierer Falschparker in Luxemburg härter bestraft?

Bildquelle: Wikimedia Source

TRIER/LUXEMBURG. Nach den vielfältigen Reaktionen auf unseren gestrigen Bericht zu luxemburgischen Falschparkern in Trier, die in den meisten Fällen kein Knöllchen zu befürchten haben, kamen auch vermehrt Fragen darüber aus, wie denn die umgekehrte Richtung aussieht. Was müssen Trierer Falschparker in Luxemburg fürchten? Und was ist mit der berühmt berüchtigten Parkkralle? lokalo.de beantwortet die wichtigsten Fragen.

Grundsätzlich erhalten deutsche Autofahrer in Luxemburg für Verkehrsvergehen ebenso wie in Deutschland ein Knöllchen. Aber ebenso wie Luxemburger in Deutschland müssen auch Deutsche in Luxemburg nicht unbedingt zahlen. Denn auch hier funktioniert die interstaatliche Behördenarbeit nicht. Nicht einmal Mahngebühren werden für unbezahlte luxemburgische Knöllchen erhoben.

In einem zentralen Register können die luxemburgischen Polizisten Einblick nehmen, ob bereits mehrere unbezahlte Knöllchen vorliegen. Dann wird sich der Fahrer "gekrallt".
In einem zentralen Register können die luxemburgischen Polizisten Einblick nehmen, ob bereits mehrere unbezahlte Knöllchen vorliegen. Dann wird sich der Fahrer „gekrallt“.

Doch es gibt einen entscheidenden Unterschied vor allem für Wiederholungsparksünder. Die registrierten Parkvergehen werden in einer zentralen Datenbank gespeichert. Hat ein Verkehrsteilnehmer bereits zu viele Strafzettel „gesammelt“, wird eine Parkkralle angelegt. Diese verhindert, dass der Autofahrer weiterfahren kann. Zuvor muss er bei der Polizei seine Knöllchen einlösen.

Eine genaue Bemessungsgrenze ab wann die Kralle angelegt wird, gibt es nicht. Das hat einen einfachen Grund: Es gibt schlichtweg nicht genügend Krallen für jedes Vergehen. So kann es manchmal vorkommen, dass alle Krallen verteilt sind und man mit einem blauen Auge davonkommt. Umgekehrt kann es natürlich auch sein, dass genügend Krallen vorhanden sind, um sich bereits einmalige Wiederholungsfahrzeuge „zu krallen“.

Serge Muller, Polizist in Luxemburg, berichtete gegenüber der luxemburgischen Zeitung L’essentiel vor Kurzem über einen Parksünder, den er mit gespeicherten Knöllchen im Wert von über 1000 Euro erwischt hatte. In der Regel handelt es sich jedoch um Säumnisgebühren zwischen 100 und 200 Euro.

Es handelt sich also um ein Märchen, dass Trierer im Gegensatz zu Luxemburgern im jeweils anderen Terrain besonders hart bestraft werden. Beide Parteien können im anderen Land billig davon kommen. Gegen Dauersünder haben jedoch nur die Nachbarn aus dem Großherzogtum ein Rezept.

2 KOMMENTARE

  1. Es gab auch Zeiten da hat die Gendarmerie an den Autobahnen hinter der Grenze alle Fahrzeuge kontrolliert und mit dieser Liste abgeglichen, wer nicht zahlen wollte oder konnte bekam dann direkt auf dem Parkplatz eine Kralle an seinen PKW angelegt.

    Also nicht nur über die Luxemburger in Trier meckern, die Trierer verhalten sich genauso in Luxemburg

  2. Leider sind es nicht nur die leidigen Falschparker die mich schon mal rot werden lassen. Wie oft werde ich von Fahrzeugen mit LU-Nummer in geschwindkeitsbeschränkten Zonen überholt, mit Geschwindigkeiten, dass ich manchmal meinen Augen nicht traue. Dieses Risiko würden die Fahrer nicht eingehen, wenn sie befürchten müssten, Strafen wie einheimische Fahrzeugführer sich einzuhandeln.
    Aber das wird sich bald wenigstens im Stadtgebiet Trier ändern, wenn die Stadt das Geld braucht um die eigenen Geschwindigkeitsmessungen zu bezahlen…….oder auch alles bleibt für die gelben Schilderträger wie bisher….

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