Trier – Das Knöllchen-Paradies für Luxemburger

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Luxemburgische Parksünder haben in Trier kaum etwas zu befürchten.

Bildquelle: Florent Glod, Wikimedia Source, Stadt Trier

TRIER. Gerade in der Vorweihnachtszeit ist der Andrang in der Trierer Innenstadt groß. Egal ob Last-Minute-Weihnachtsgeschenke oder Weihnachtsmarktbesuch – Einheimische und Touristen werden in die Innenstadt gelockt. Vor allem luxemburgische Autofahrer stehen im Verdacht sich aufgrund des großen Andrangs des „Wildparkens“ zu bedienen. Und zu fürchten haben sie nichts. Wie die Stadt bestätigt werden unbezahlte Knöllchen nicht weiter verfolgt. 

Mehrfach berichtete lokalo bereits über die Parkraumprobleme in der Trierer Innenstadt. Vor allem das Wildparken stellt den Geduldsfaden von Anwohnern, Geschäftstreibenden und gesetzestreuen Parkern regelmäßig auf die Probe. Mit vermehrten Kontrollen und entsprechenden Knöllchen will die Stadtverwaltung der Situation Herr werden. Das betonte Ordnungsdezernent Thomas Egger in den vergangenen Monaten immer wieder.

Die Wildparkerei gehört in Trier jedoch weiter zum guten Ton, vor allem innerhalb des Alleenrings. Oft beteiligt: luxemburgische Autofahrer. Doch was bisher als offenes Geheimnis galt, wird nun auch offiziell von Stadtvertretern bestätigt. Luxemburgische Knöllchen müssen aufgrund fehlender Zusammenarbeit der deutschen und luxemburgischen Behörden nicht bezahlt werden. Denn: Konsequenzen bringt das unbezahlte Knöllchen nicht mit sich.

Knöllchen müssen von luxemburgischen Falschparkern nicht bezahlt werden - sie werden nicht weiter verfolgt.
Knöllchen müssen von luxemburgischen Falschparkern nicht bezahlt werden – sie werden nicht weiter verfolgt.

„Wird eine Verwarnung nicht angenommen und das Verwarnungsgeld nicht fristgerecht gezahlt, ist – wie bei inländischen Fahrzeugführern – ein Bußgeldbescheid zu erlassen. Erfolgt hierauf keine Zahlung, wird anschließend das Verfahren in Ermangelung ausländischer Rechtshilfe eingestellt“, erklärt Pressesprecher Dieter Jacobs gegenüber der luxemburgischen Zeitung L’essentiel.

Nur durch das Abschleppen eines Fahrzeuges können für luxemburgische Verkehrsteilnehmer, wie auch für alle anderen, wirkliche Konsequenzen auftreten. „Bei einem schwerwiegenden Parkverstoß wird das Abschleppen geprüft und, soweit verhältnismäßig, angeordnet“, sagt Jacobs Presseamtskollege Ralf Frühauf. Das kann dann teuer werden. 75 bis 115 Euro kostet das reine Abschleppen, hinzu kommen die Strafgebühren.

Mit rund 20 Prozent Krankenstand hat Beigeordneter Thomas Egger im Ordnungsamt zu kämpfen.

Besonders ängstlich müssen Parksünder trotzdem nicht werden. Der Stadtverwaltung fehlt schlichtweg das Personal für aufwändige Kontrollzüge. Wie Dezernent Egger im Rahmen einer Anfrage in der vergangenen Stadtratssitzung mitteilte, beläuft sich der derzeitige Krankenstand im sowieso unterbesetzten Ordnungsamt auf rund 20 Prozent. „Der Krankenstand schwankte im Zeitraum von Januar bis November zwischen 11,08 und 20,35 Prozent“, erklärt der parteilose Beigeordnete auf Anfrage. Derzeit ist die Ausfallquote demnach auf dem Höchststand. Den Parksündern in der Innenstadt kommt man so nicht hinterher.

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13 KOMMENTARE

  1. ……..ist das der Krankenstand des gesamten Ordnungsamtes mit all seinen Abteilungen, oder der Krankenstand der Verkehrsüberwachung? so viel ich weiß ist der Krankenstand bei der Verkehrsüberwachung derzeit fast 40%. Also bitte Zahlen die relevant sind, Herr Dezernent Egger!

  2. So schlecht kann es mit dem Personal doch gar nicht aussehen. Montag Abend kurz nach 20uhr das Auto 5min in der Paulinstrasse abgestellt um was abzuliefern hat mir 20€ eingebracht ….

  3. Es sind ja nicht nur die Luxemburger, auch die Trierer und Auswärtige Deutsche die hier parken wie sie wollen weil eben die Gefahr gering ist überhaupt eine Verwarnung zu bekommen.

    Das Ordnungsamt ist halt seit Jahren „Planlos in Trier“ das hat sich ja wohl mittlerweile auch über die Region hinaus herumgesprochen .

  4. Wie ist den überhaupt der Krankenstand in der Stadtverwaltung? Sind 20% pro Abteilung dort viel oder genauso viel wie die anderen Abteilungen haben?

  5. Es ist doch eh egal welche Farbe das Nummernschild hat, wie auch hier schon gesagt, hier kann man sowieso 10.000 mal falsch parken ehe man mal n Ticket bekommt.

    Gestern Mittag/Nachmittag, Chaos hoch zehn wieder überall, von Ordnungskräften weit und breit keine Spur, geschweige denn mal n Knöllchen an einem Fahrzeug, nichts dergleichen gesehn.

    Auf dem Stockplatz hätte man nur noch n Leinwand aufziehen müssen und das Autokino wäre ausgebucht. Parken in der Fussgängerzone kostet 30,00 Euro, alleine auf dem Stockplatz hätte man gestern locker n Tausender machen können.

    Wie heißt es doch:
    Sie wird ausschließlich zur Herbeiführung einer geordneten und tragbaren Verkehrssituation durchgeführt und ist keine freiwilige, sondern eine gesetzlich zugewiesene Pflichtaufgabe der Verwaltung.

    Dann frage ich mich doch nur, warum man hier in der Stadt senen gesetzlichen Verpflichtungen nicht nach kommt ?

  6. Am heutigen 4. Adventssonntag war mal wieder unsere Haustür, so dass das Verlassen des Hauses mit dem fahrrad schwerlich möglich ist. Unsisono ein passieren des Gehweges mit Kinderwagen oder Rollator. Dies trotz der Einrichtung des absoluten Halteverbotes. Wenn ich mich auch letzten über das Durchgreifen des ordnungsamtes gefreut hatte, indem Sie mit „Abschleppen“ den Zugang zum Haus wieder freigelegt haben, war heute wieder „Ende Gelände“.
    Beim Ordnungsamt lief eine Bandansage, welche auf die nächste Polizeidienststelle verweist. Letztere meldet aber, dass sie für Parkvergehen im ruhenden Verkehr nicht zuständig ist.

    • Ja, die Ansage kenne ich. Die Polizei verweist genervt auf die Rechtslage, ist aber bereit, wenn die Feuerwehr behindert wird zu kommen. Dann ist das Kind aber bereits in den Brunnen gefallen. mein Tipp: Polizei immer über 110 Informieren, da werden alle Anrufe auf band gerichtssicher mitgeschnitten und die Polizei kann sich nicht rausreden „Wir hatten keine Kenntnis“

  7. Waren es nicht 60% Krankenstand in entsprechendem Bereich? Und wollte Egger nicht dafür sorgen, daß endlich mal etwas getan wird? Davon sind wir jedenfalls noch sehr sehr weit entfernt.
    Gestern wollten wir auch in die Stadt gehen, und bereits an der Mustorstraße war ein gefahrloses Passieren des Gehweges unmöglich. Noch nichtmal ein Strafzettel an einem der x Autos. Stattdessen wurden wahrscheinlich wieder abgelaufene Parkuhren alle 60 Minuten kontrolliert, wo zwar niemand behindert wird, aber das ist ja einfacher für die Unordnungshüter der Stadt. Ebenso waren die Fahrradparkplätze am Dom völlig zugeparkt. Danke, liebe Stadt! Wir sind dann wieder umgedreht. Das Geld werden wir in Zukunft glaube ich woanders ausgeben. Für die Weihnachtsgeschenke galt dies sowieso schon, die habe ich alle online bestellt.

  8. Es ist nicht egal welche Farbe das Nummernschild hat, denn die einen die hier Steuern zahlen und wohnen müssen das Knöllchen zahlen. Ansonsten hat man mit Konsequenzen bis zur letzten Instanz zu rechnen.
    Und die gelben Kennzeichen sollen parken können wo sie wollen mal ehrlich, das geht ja wohl überhaupt nicht.
    So wird die Verdrossenheit gegenüber unseren Volksvertretern immer extremer.

  9. Volksvertreter? Doch wohl eher Marionetten der Lobbyisten.
    In jeder anderen Stadt hätte sich jedenfalls nach einem knappen halben Jahr (!) etwas getan. Nicht aber in diesem verschlafenem Nest.

  10. Klar ist’s ärgerlich, wenn man in der Stadt wohnt und überall Autos stehen. Ich hab selbst lang in Trier gelebt und bin ein Städtchenverfechter der ersten Reihe. Aber es ist doch auch so, dass überall Parkplätze wegfallen und dicht gemacht werden. Wo sollen die Leute denn hin, die schließlich auch dazu beitragen, dass die Läden in der Stadt laufen. Die können sich nicht am Leben halten von den Bewohnern der Innenstadt. Grad die, die am lautesten brüllen, lassen nach meiner Mutmaßung am wenigsten Geld in der Stadt.
    Abgesehen davon aber, dass wes weniger und weniger Parkplätze gibt, sind die vorhandenen unverschämt teuer. Ich hab außer in Trier auch lange in anderen, größeren Städten gewohnt und muss schon sagen. Ich fühl mich bei den Parkgebühren extrem abgezockt. Ich nutze aber trotzdem die Parkhäuser, um die armen Städter zu schonen. Nicht auszudenken, wo wir hinkämen, wenn auch ich noch Anlass für wüste Kommentare liefern würde. Die säßen dann alle Ihrenur noch an der Tastatur, statt die Innenstädte durch Ihre Einkäufe am Leben zu halten.
    Musste auch mal gesagt werden.

    • Die Situation, die ich kritisiere ist die Nötigung von Innenstadtbewohnern. Hier rede ich von unpassierbaren Gehwegen und zugeparkten Hauseingängen. Wenn sich ein Autofahrer in das Haltverbot stellt oder an eine abgelaufene Parkuhr und dort niemanden behindert oder gefährdet ist das eine Ordnungswidrigkeit die mich erst mal nicht persönlich tangiert. Kommen aber meine Kinder nicht mehr mit dem Fahrrad aus dem Haus, ist der Bürgersteig für Rollstuhlfahrer, Senioren mit Rollatoren nicht mehr passierbar ist das keine Ordnungswidrigkeit mehr, sondern eine Behinderung anderer. Und das obwohl in einem nahegelegenem Parkhaus noch freie Plätze zu verzeichnen sind. Hier parkt jemand auf Kosten anderer um Knete zu sparen und somit aus rein wirtschaftlichen Gründen. Und genau hier ist es nicht nachvollziehbar, dass die Menschen die behindert werden von der öffentlichen Hand im Stich gelassen werden, die das unisono wirtschaftlich begründet. Der Anwohner muss in vielen Fällen für das Abschleppen in Vorkasse treten und sich die Kosten zivilrechtlich zurück klagen, obwohl das Fahrzeug auf öffentlichen Grund und Boden im Haltverbot gestanden hat.

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