lokalo-Buchtipp: Passende Weihnachtsgeschenke für Leseratten

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Bildquelle: fotocommunity / Vedat Demirdöven , Kiepenheuer & Witsch, Paul Ripke, Suhrkamp, Hanser Literaturverlage, Goldmann

Der Heilige Abend naht, und was gibt es Schöneres, als seine Liebsten mit einem Buch zu beglücken? Deshalb habe ich dieses Mal nicht bloß ein einziges Buch ausgewählt, sondern persönliche Lieblingsbücher dieses Jahres für Sie zusammengestellt und mit dem Hinweis versehen, wem sie damit eine große Freude machen können. Viel Spaß beim Entdecken und Verschenken!Quasikristalle

Für die Mutter

Die preisgekrönte Autorin Eva Menasse beschreibt in ihrem Roman „Quasikristalle“ das Leben einer Frau in 13 Kapiteln. In jedem Kapitel wird die Frau, aus der Sicht anderer Personen, mal als Tochter, als Mutter, Geliebte oder Patientin, und sogar als Mieterin und letztendlich als Großmutter dargestellt. Wie verschlungen und unberechenbar ein Lebensweg sein kann, zeigt uns Menasse hier auf höchstem Niveau der Literatur. Ein berührendes Buch, das lange nachwirkt.

RioFür den Vater

Oft fällt es schwer, für den Vater ein passendes Buch zu finden. Mit dem grandiosen Bildband „One Night in Rio“ kann man allerdings nichts falsch machen. Der Fotograf Paul Ripke hat die deutsche Nationalmannschaft während der diesjährigen Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien begleitet und atemberaubende Bilder geschossen. Man(n) kann alles hautnah ein weiteres Mal miterleben, jedoch nicht nur Bilder vom Spielfeld, sondern auch Impressionen aus der Kabine, von der Siegesfeier im Hotel, und weitere Momente bis hin zur triumphalen Rückkehr ans Brandenburger Tor sorgen für Gänsehaut bei jedem Fußballfan.Bäume reisen nachts

Für die Tante

Aude Le Corffs Roman „Bäume reisen nachts“ erzählt von der kleinen Manon und ihrem Vater, die von der Mutter, welche nach einer Fehlgeburt ihren Alltag nicht mehr ertragen kann, verlassen wurden. Mit dem knurrigen Rentner Anatole und Tante Sophie begibt sich die zusammengewürfelte Truppe mit dem Auto auf eine Reise quer durch Europa, um das Herz der Mutter zurück zu gewinnen. Ein wunderschöner kleiner französischer Roman, der die Liebe und das „Andersartig-Sein“ feiert. Man schließt die charmanten Sonderlinge sofort ins Herz und wünscht, sie noch länger auf ihrer Reise begleiten zu dürfen.

Für die beste Freundin

6 uhr 41Jean-Philippe Blondel nimmt uns in seiner wunderbaren Geschichte „6 Uhr 41“ mit auf eine eineinhalb stündige Bahnfahrt nach Paris. Dort begegnen sich die 47-jährige Unternehmerin Cecile und der gleichaltrige Philippe. Dies wird jedoch jetzt nicht die romantische Liebeskomödie, die Sie vielleicht erwarten, denn Blondel dreht den Spieß geschickt um. Beide Protagonisten haben eine gemeinsame Geschichte, die vor 30 Jahren ein jähes Ende nahm. Wie es dazu kam und was in der Zwischenzeit mit den Beiden geschah, erzählt Blondel abwechselnd aus der Sicht des einstigen Liebespaares. Denn beide ignorieren sich und lassen ihren Gedanken freien Lauf. Und während wir dem Gare de l´Est immer näher kommen, fragt sich der Leser: Wird einer der Beiden den ersten Schritt wagen? Und wird es ein Wiedersehen geben? Nicht nur der verzwickten Liebesgeschichte wegen hat mich dieser Roman fasziniert, nein, er stellt auch die großen Fragen des Lebens. Unweigerlich beginnt man selber nachzusinnen: Wer bin Ich? Was ist aus mir geworden, und – wie wurde ich zu jener Person, die ich heute bin? Eine Kollegin, die den Roman auch gelesen hat, merkte jüngst noch an: Natürlich stellt man sich auch die Frage: Wer wäre der Mann in meinem Leben, den ich im Zug treffen könnte?

Auf den eigenen Wunschzetteldistelfink

Jeder sollte dieses Jahr den mit dem Pulitzerpreis gekrönten „Distelfink“ von „Donna Tartt“ gelesen haben! Ein tausend Seiten schwerer Schmöker in bester Charles Dickens –Tradition, spannend wie ein Krimi, der mich auf keiner Seite und zu keiner Zeit gelangweilt hat. Auslöser der Geschichte ist eine Explosion in einem New Yorker Museum, bei welcher der junge Theo seine Mutter verliert und in den Trümmern das Gemälde des Distelfinken an sich nimmt. Was nun folgt ist Geschichte vom Erwachsenwerden unter widrigen Umständen, von Freundschaft, Liebe und Verrat, vom Hässlichem und Schönem. Ein Buch, das sich literarisch auf höchstem Niveau bewegt und doch gut lesbar ist, das mich wahrlich bezaubert hat – Charaktere, die mich nicht loslassen wollen, kurzum: Ein Buch, das ich sicherlich ein zweites Mal lesen werde und das 2014 auf jedem Gabentisch liegen sollte.

Frohe Weihnachten!

Ihr Florian Valerius

[td_text_with_title custom_title=“Zur Person“] Florian Valerius sitzt als leidenschaftlicher Buchhändler in der Universitätsbuchhandlung Stephanus an der Quelle, kennt sich bestens mit allen Spielarten der Literatur aus und möchte an dieser Stelle, als bekennender Bücher-Junkie, auch Anderen den Weg zum guten Buch (und am schlechten vorbei) weisen.

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