Bitburger Hotel soll neue Auffangeinrichtung für Asylbewerber werden

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Bildquelle: Wikimedia

BITBURG/TRIER/MAINZ. Außergewöhnliche Umstände erfordern manchmal außergewöhnliche Maßnahmen. Knapp 10.000 Flüchtlinge in einem Jahr in Rheinland-Pfalz ist ein außergewöhnlicher Umstand. Mit der Anmietung eines Bitburger Hotels ergreift Integrationsministerin Irene Alt (Bündnis90/Die Grünen) dementsprechende Maßnahmen, um dem Problem Herr zu werden.

Es sieht eng aus, in der AfA, der Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende. Die Gänge sind voll mit neu angekommenen Asylbewerbern, die sich anmelden wollen. Es werden immer mehr. Einrichtungsleiter Frank-Peter Wagner: „Der Ansturm ist in den Wintermonaten besonders groß.“ In der Trierer Hauptstelle leben derzeit rund 900 Bewerber, wodurch schon eine Überbelegung erreicht ist. In den Außenstellen in Trier und Ingelheim sieht es kaum besser aus.

Eine große Belastung für die Mitarbeiter

Jetzt steht Weihnachten vor der Tür, das Fest der Nächstenliebe. Dann geht für Wagner gar nichts mehr, weil die Kommunen im Weihnachtsurlaub sind und er die Flüchtlinge nicht verteilen kann. Dann werden die eigentlich jetzt schon kaum noch erträglichen Zustände noch schlimmer. Das volle Hauptgebäude hat jetzt schon dazu geführt, dass Container als Unterkunft genutzt werden. In denen sind aber auch schon sechs (statt normalerweise vier) Asylbewerber untergebracht. Die räumliche Enge lässt das Aggressionspotenzial steigen. Eine große Belastung auch für die Mitarbeiter der AfA, die dann auch als Streitschlichter agieren müssen.

Leerstehendes Hotel als Aufnahmeeinrichtung

Die (kurzfristige) Lösung soll „Eifelstern“ heißen. Das Hotel auf der ehemaligen Air-Base steht, laut Informationen aus dem Integrationsministeriums, derzeit leer und soll vom Land Rheinland-Pfalz für ein halbes Jahr angemietet werden. 450 Asylbegehrende sollen hier Platz finden. Ministerin Alt erklärte dazu: „Die AfA ist derzeit voll belegt, die Einrichtung und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten am Rande ihrer Kapazitäten. Um hier rasch eine Entlastung zu schaffen, werden wir bei Bitburg ein einfaches Hotel anmieten, das wir vorübergehend mit Asylsuchenden belegen werden. Es ist mir ein großes Anliegen, dass wir Flüchtlingen eine angemessene Unterkunft bieten, wo sie nach ihrer zum Teil traumatischen Flucht wieder zu Kräften kommen können. Dies bedeutet eine große Herausforderung für uns, der wir uns als Gesamtgesellschaft stellen müssen.“

700 Asylanten nach Hermeskeil

Entlastung soll im nächsten Jahr, wenn laut den Prognosen rund 11.000 Flüchtlinge erwartet werden, auch die Umwandlung der ehemaligen Kaserne in Hermeskeil bringen, in der dann 700 Asylsuchende untergebracht werden können. So ganz in trockenen Tüchern ist dieses Vorhaben allerdings noch nicht. Der Hermeskeiler Stadtrat feilscht noch mit der Landesregierung. Er will als Gegenleistung eine Bestandsgarantie für das Hermeskeiler Krankenhaus haben. Ende Januar will Ministerin Alt Hermeskeil besuchen und dort auch Überzeugungsarbeit leisten. Sie rechnet beispielsweise damit, dass durch die neue Aufnahmeeinrichtung ungefähr 70 neue Arbeitsplätze vor Ort entstehen werden. Der Stadtrat wird wohl im Februar über die Pläne abstimmen.

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20 KOMMENTARE

  1. Verständnisfrage: Warum muss man in Bitburg ein Hotel anmieten, obwohl der Bund mit der Housing jede Menge freie Infrastruktur kostenfrei zur Verfügung stellen kann.

    • Das hat die BIMA mittlerweile so heruntergewirtschaftet, da wollen noch nicht mal Obdachlose drin hausen.
      Die BIMA macht sich noch nicht mal mehr die Mühe, jeden Einbruch, jedes Sachbeschädigung anzuzeigen. Ist ja nur Staatseigentum. Oder will man dafür sorgen, das der neue Eigentümer den Abriss leichter argumentieren kann?

  2. Meine persönliche Meinung ist hierzu ein Stopp der Aufnahme. Wenn voll dann ist nun mal voll, gerade mal im Hinblick auf die steigende Kriminalität in Trier und Umland sollte auch mal an die eigenen Leute gedacht werden (man frage mal den DM, Lidl etc. in Trier Nord).
    Und Kommentare wie man so denken kann, können mir gestohlen bleiben. Arbeite ab und an in der AfA in Trier
    da sieht man so einiges, vorallem immer wieder die Polizei – nicht umsonst haben die da ne Niederlassung in der
    Dasbachstrasse. Zu guter Letzt wer hilft uns den in Zukunft wenn mal nötig – NIEMAND

    • Die Niederlassung der Polizei hat nicht den Hintergrund der Diebstähle, sondern den , das in Deutschland einem Asylantrag nach Gesetz mal immer eine Illegale Einreise vorangeht. Jeder Kriegsflüchtling ist erst mal ein potentieller Straftäter. Deshalb hier die Abteilung der Polizei.
      Frage: Wie sollen die Leute dort im Umland straftätig werden, wenn die da gar nicht wegkommen?
      Schon mal was von reisenden banden aus Polen/ Rumänien/ Bulgarien gehört? Reisende Berufsverbrecher?

  3. Ich stelle mir hier nur die Frage: Weshalb möchte die grüne Frau Alt am liebsten alle Asylbegehrenden in den Kreis Trier einquartieren (Trier-Nord/Trier/Euren/Bitburg/Hermeskeil). Seltsam vor der eigenen Haustür möchte sie
    selbst die Leite wohl auch nicht haben, siehe verschiedene negative Berichte in der Presse was jetzt dort los ist.

    • Die Antwort ist leicht: Für die Abwicklung der Erstaufnahme und die Abwicklung der Asylverfahren ist die ADD als Landes-Mittelbehörde zuständig. Und die ist nunmal in Trier. Wäre diese Behörde z. B. in Lautern angesiedelt, dann wären die AFA dort. Wenn man diverse ERSTAUFNAHME-Einrichtungen übers Land verteilt, braucht man auch mehr personal, weil soviel Zeit für Dienstreisen draufgeht.

  4. Ich bin immer wieder erschrocken über die Ignoranz der Menschen in diesem Land… Sprüche wie: „Wenn voll dann ist nun mal voll…“ und „Kümmert euch erstmal um die Baustelle Deutschland!“ lassen mich am Verstand der Menschen in diesem Land/dieser Region Zweifeln.

    Ich bin weiss Gott kein Grüner und auch kein Weltverbesserer, aber den Menschen die aus Kriegsgebiten kommen muss geholfen werden. Sicher kann man darüber streiten ob wir JEDEN aufnehmen müssen. Müssen wir sicherlich nicht! Aber den Menschen die aktuell vor allem aus Syrien kommen muss geholfen werden. Sie werden in Ihrer Heimat verfolgt, vergewaltigt und getötet.

    Deutschland ist eines der wohlhabensten Länder der Welt. Immer wenn es darum geht mit dem Finger auf andere zu Zeigen sind wir ganz vorne mit dabei. Aber wenn es darum geht Menschen Zuflucht zu gewähren die vor Tod und Vertreibung flüchten stellen wir uns hin und sagen: „Unser Boot ist voll“. Ich persönlich empfinde das als schändlich und überheblich.

    Jedem der in Deutschland schreit: “ Mein Boot ist voll sieh zu wie Du klar kommst“, wünsche ich von ganzem Herzen, dass er einmal in eine Notlage gerät und Ihm dann tatsächlich keiner hilft!

    • Wir können aber eben nicht nur Türen auf und rein, in Frankreich und in der Schweiz wird auch nur eine gewisse Menge untergebracht und wenn man sich mal in den Notunterkünften umschaut sind auch einige dabei die den Wohlstand besser gesagt den Sozialstaat Deutschland ausnutzen es sind eben nicht immer nur Leute aus Kriesengebieten- das denen geholfen werden soll ist wohl klar in welcher Form auch immer. Jedoch ist ein Kausaler Zusammenhang mit steigender Kriminalität und der Einwanderungsflut zu erkennen, für jene die es nicht glauben geht mal nach 20 Uhr durch den Nells Park dann ändert ihr eure Meinung. Bei uns und in der Nachbarschaft wurde mehrfach eingebrochen (jedesmal Menschen mit Migrationshintergrund) ich für meinen Teil haben bedenken was unsere Sicherheit in der Zukunft angeht, ein wenig Eigenschutz bzw. Egoismus ist wohl
      angebracht unter solchen Umständen.

    • Im Grundsatz haben sie sicherlich recht.
      Leider befürchte ich, dass die „Hardliner“, welche es tatsächlich bis nach Europa schaffen nur zu einem kleinen Teil die Gruppe Flüchtlinge reräsentieren, die sie meinen. Ich befürchte, dass die tatsächlich hilfsbedürftigen Familien es erst gar nicht schaffen aus Ihrem Land zu flüchten um hier anzukommen.

  5. Bald müssen wir Deutschen ins Ausland da in unserem eigenem Heimatland kein Platz mehr für uns ist.Holt nur alle nach Deutschland.Kann dann bald in Bitburg die Kinder nicht mehr raus lassen.Wird ja bestimmt nicht nur vorübergehend sein.

  6. Es gibt wirkliche Flüchtlinge; diesen muss unbedingt geholfen werden!
    Aber viele lassen sich nicht mehr vom rot-grünen Sandmännchen die Augen zustreuen und wagen es, politisch nicht korrekt, zu sagen, wie es wirklich aussieht rund um den Nells Park und um die GvS-Kaserne. Anwort: RRRUUUMMMMS – NA2IKEULE !!!
    Und wenn irgendwann 50.000 Menschen oder mehr nach RP einwandern, suchen unsere „gewählten Volksvertreter“ noch intensiver nach Unterkünften für die kulturelle Vielfalt, die wir dringend benötigen.
    Die Schere für „Eingeborene“ klafft derweil immer weiter auseinander, aber wir müssen halt Opfer bringen und dürfen niemandem die Tür zumachen!

  7. Es wäre sehr wünschenswert, wenn das künftige Trierer Bündnis einmal mit gutem Beipiel vorangehen würde. In den Geschäftsstellen von Grünen und CDU am Palastgarten könnten einige Asylbegehrende untergebracht und versorgt werden, evtl. könnte man im Palastgarten eine Zeltstadt errichten – das Grillen ist ja jetzt erlaubt. Frau Rüffer und Frau Zock könnten dort wirken, auch die Bundestags- und Landtagsabgeordneten, die diese Einwanderung befürworten. Würden die Bundestagsabgeordneten des Trierer Wahlkreises jeder einen Asylbegehrenden in ihrem eigenem Haus als Gast aufnehmen, würde dies die Akzeptanz der Einwanderung in der Bevölkerung, die anscheinend nicht ganz so fortschrittlich denkt, sicher spürbar erhöhen!! Ich wäre im übrigen durchaus dafür, die Arena den Asylbegehrenden zur Verfügung zu stellen oder das Stadttheater – dann könnte man die Kosten, die durch die Unterbringung hervorgerufen werden wenigstens seriös gegenfinanzieren, in dem man z.B. das 3-Sparten-Theater abschafft. Das wäre meiner Meinung nach seriös und glaubwürdig, nicht eine Finanzierung rein auf Kredit zu Lasten unserer Kinder.. Jedem sollte klar sein, dass der „Wohlstand“ unserer Gebietskörperschaften lediglich auf Krediten basiert, da das Steueraufkommen vorne und hinten nicht reicht. Überalterung, schlechter werdende Infrastruktur, sinkende Kreditwürdigkeit – und dann noch die völlig unbegrenzte, dauerhafte Einwanderung von Leistungsbeziehern. Die Abgeordneten sollten hier schleunigst mit gutem Beispiel vorangehen und ihr Konzept genau erläutern, um dem unbedarften Bürger seine hoffentlich doch unbegründeten Ängste zu nehmen!

    • Ähm, Sie verwechseln/ vermengen hier 2 verschiedene Themen: Zuwanderung und Flüchtlinge. Das ist der berühmte Äpfel/Birnen vergleich. Bitte nicht alle Leserbriefe der Bildzeitung abschreiben.

  8. Die Ideen von Triererpeifi sind super, mir gefällt das gut.
    Zuerst einmal sollte man alle ausweisen, die sich unberechtigt als Asylsuchende hier aufhalten. Dann werden wieder viele freie Plätze geschaffen für Menschen, die aus dem Kriegsgebiet kommen und tatsächlich Hilfe benötigen. Warum weigern sich die Kommunen, das zu tun? Es stand ja kürzlich in der Presse, dass man sich hier nicht an die gesetzlichen Vorgaben hält.

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