Wie alt ist die Mosel? 200 Jahre?

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Die Moselquelle mit ihrer Einfassung. Vor 100.000 Jahren von den Neandertalern errichtet.

Bildquelle: Wikipedia

TRIER. 100.000 Jahre ist sie alt, die Mosel. Das zumindest behaupteten Till Reiners und Roman Schmitz bei einem kabarettistischen Abend im Stadtmuseum Simeonstift. Der Abend war Teil der derzeit laufenden Ausstellung „2000 Jahre Schifffahrt auf der Mosel“.

Till Reiners ist Kabarettist. Sogar ein Ausgezeichneter. Immerhin hat er den Förderpreis des Deutschen Kabarettpreises in diesem Jahr bekommen. Roman Schmitz arbeitet eigentlich als Regiesseur. Beide zusammen haben sie sich ein Programm ausgedacht, um der Lebensader der Stadt und Region Trier die Reverenz zu erweisen. Die Mosel, die Königin aller Flüsse, wie sie voller Ehrfurcht sagen, hat es ihnen in dem eineinhalbstündigen Programm angetan. Aber bevor sie sich vor dem „Geburtstagskind“ verneigten, klärten sie erst einmal ab, welchen Zugang sie eigentlich zu diesem Fluss und zur Metropole Trier haben. Schmitz etwa, der aus dem Kohlenpott stammt, hatte ein dermaßen mieses Abitur gemacht, dass ihm zum Studieren nur noch Trier übrig blieb. Bei Reiners war der Zugang gründlicher. Er sei einmal in die Mosel gefallen und seitdem habe sie ihn nicht mehr losgelassen.

Man muss nur ganz tief messen

Die Geburtstagsfeier mit Reiners und Schmitz hatte viele humorvolle Momente. Etwa, wenn sie eine Umfrage als Video einspielten, in der sie Passanten vom Zurlaubener Ufer danach befragten, wie alt wohl die Mosel sei. Eine Dame meinte, sie könnte wohl so um die 200 Jahre sein. Und dann belegen die Beiden, pseudowissenschaftlich verpackt, das wahre Alter des Flusses. Man müsse nämlich nur ganz tief messen. Ganz unten finde man in der Mosel immer noch ganz altes Wasser, bei dem man die „Isotope“ messen könne. Da könne man dann auf den Tag genau bestimmen, wie alt der Fluss sei. Eigentlich ist er ja noch älter. Aber damals, vor 50 Millionen Jahren, habe er noch nicht „Mosel“ geheißen, sondern „Protomoselle“.

Auch die Neandertaler waren schon da

Als Archäologen hat sich Schmitz auch betätigt und dabei Wundersames zutage gefördert. Er sei an die Quelle gefahren und habe ein wenig gebuddelt. Dabei war er auf ein Skelett gestoßen, das er ausgegraben und zur näheren Untersuchung nach Düsseldorf gebracht hat. Dort wurde seine Vermutung, es könne sich um einen Neandertaler handeln, bestätigt. Hier lag nun der Beweis klar auf der Hand, dass die Mauer, mit der die Moselquelle eingefasst ist, schon von den Neandertalern errichtet wurde und einer bei den Bauarbeiten verstarb.

Sieger im Ranking der Bedeutungslosigkeit: die Saar

Sogar ein Ranking hatte die Reiners und Schmitz dabei. Ein Ranking der unbedeutendsten Zuflüsse der Mosel. Zu jedem Zufluss hatte sie etwas über die Bedeutung zu erzählen. Etwa zur Mosellotte in Frankreich, zum Olewiger Bach oder zur Alf. Nur bei der Siegerin des Rankings, also beim unbedeutendsten Zufluss, der Saar, da wussten sie nichts zu sagen. Eben unbedeutend, wie sie meinten.

Ein wenig war der Abend auch chaotisch, ohne dass klar wurde, ob es so geplant sei oder ob das Programm eben nicht so genau einstudiert war. An manchen Stellen waren die Lacher des Publikums dann doch eher der Höflichkeit denn dem Witz der beiden Akteure geschuldet. Etwas ermüdend war die Tatsache, dass Schmitz in unglaublich vielen Sätzen die Vokabel „sozusagen“ verwendete. Trotzdem aber war es alles in allem ein unterhaltsamer Abend, der einiges an humoristischem Potenzial enthielt. Es hat sich sozusagen gelohnt.

Am Dienstag, den 9. Dezember, wiederholen Reiners und Schmitz ihre Geburtstagsfeier noch einmal. Wieder im Stadtmuseum Simeonstift um 19 Uhr.

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