Basketball-Bundesliga: Sensation in der Arena – TBB zieht Bayern die Lederhosen aus

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TBB-Trainer Henrik Rödl feuert sein Team an.

Bildquelle: Helmut Thewalt, Helmut Thewalt

TRIER. Die TBB Trier bleibt der Angstgegner des deutschen Meisters Bayern München. TBB-Trainer Henrik Rödl gewann das Duell gegen seinen Lehrmeister Svetislav Pesic mit 79:74 (34:42). Der überragende Jermaine Bucknor führte die Gastgeber mit 18 Punkten, darunter vier Dreier zum dritten Sieg im vierten Heimspiel gegen den FCB. 5 900 Zuschauer in der ausverkauften Arena Trier waren aus dem Häuschen.

Vitalis Chikoko, der sich im Lauf der Partie deutlich steigerte, ließ in der Anfangsphase mehrere gute Gelegenheiten liegen, sonst hätte das 1. Viertel vielleicht sogar für Trier enden können. Bei den Gästen war überdies noch etwas Sand im Getriebe – sie hatten gegen die Zonenverteidigung der TBB durchaus Probleme. So gelangen den Hausherren beim Stand von 6:11 zwei Ballgewinne, die Adin Vrabac zu zwei krachenden Dunkings nutzte.

Mit dem Start ins zweite Viertel wurden die Bayern dominanter, die Überlegenheit am offensiven Brett wurde immer wieder zu zweiten Chancen genutzt. Als die TBB den Rückstand, den die Gäste nach Wiederanpfiff schnell auf 19:28 geschraubt hatten, innerhalb weniger Sekunden auf 34:38 verkürzte (18.), kassierte Mathis Mönninghoff nach seinem ersten Dreier sein drittes Foul. Prompt legten die Münchener nach und gingen dann mit 34:42 in die Kabine.

Die zweite Halbzeit begann sehr unglücklich. Erst kassierte Mönninghoff sein viertes Foul, dann wurde ein Beinsteller von John Bryant gegen Ricky Harris nicht geahndet und dann warf Stefan Schmidt nohc einen Rebound weg. Dennoch stand es kurz darauf 42:42 – München kassierte einfach zu viele Fouls, die Gastgeber waren sicher an der Linie. Als dann Ricky Harris noch einen Dreier versenkte, führte Trier auf einmal mit 45:44. Bayerns Trainer Svetislav Pesic war sauer, nahm eine Auszeit. Es folgte zwei schon fast skandalös zu nennende Pfiffe gegen Vitalis Chikoko und Ricky Harris – dennoch blieben die Schützlinge von Trainer Henrik Rödl vorne, denn sie schraubten ihren Lauf auf 14:4. Nach 27 Minuten stand es 52:48, die 5 900 Zuschauer in der ausverkauften Arena hofften auf die Sensation. Erst recht, als die Trierer die Führung bis zum Ende des Viertels behielten (55:54). Dieser Abschnitt ging mit 23:12 an die TBB!

Zu Beginn des letzten Viertels schwang sich Schiedsrichter Johannes Hack mal wieder zum Hauptdarsteller auf. Er entschied in einer harmlosen Aktion auf unsportliches Foul gegen Tony Canty. Aber davon ließ sich der Außenseiter jetzt auch nicht mehr beirren, hatte sich längst in das Spiel verbissen. Die Führung wechselte mehrmals, Trier kam immer wieder zurück. Zwei Minuten vor Schluss schallte es erstmals durch die Arena: „Zieht den Bayern die Lederhosen aus.“

Emotionen pur - nicht nur bei Spielern und Zuschauern, sondern auch bei Henrik Rödl.
Emotionen pur – nicht nur bei Spielern und Zuschauern, sondern auch bei Henrik Rödl.

Längst hielt es niemanden mehr auf den Sitzen. 1:11 Minuten vor Schluss führte Trier mit 74:69. Noch 50 Sekunden: Mathis Mönninghoff verwandelt einen Freiwurf zum 75:69. Zehn Sekunden später verkürzt Anton Gavel per Dreier auf 75:72. Noch 23 Sekunden – Jermaine Anderson legt einen Zweier nach. Die Halle kocht. Robin Benzing macht es mit zwei verwandelten Freiwürfen nochmals spannend: 77:74. Jetzt wird die Zeit für die Münchener knapp, sie müssen foulen. Zwar zittern dem sonst so souveränen Jermaine Anderson an der Linie die Hände, aber zwei von vier finden den Weg ins Ziel. Dann verliert der Meister noch einmal den Ball – der Sieg ist perfekt.

Henrik Rödl sprach vom besten Spiel in der bisherigen Saison, lobte das gesamte Team, aber besonders Jermaine Bucknor: „Wenn du die Bayern schlagen willst, dann musst an der oberen Leistungsgrenze agieren. Wir haben mit sehr viel Emotionen und Leidenschaft gespielt. Und Jermaine Bucknor hat heute die besonderen Dinge gemacht, die uns zum Sieg geführt haben.“

TBB Trier: Ricky Harris (13, Anthony Canty (0), Marko Lukovic (1), Stefan Schmidt (3), Mathis Mönninghoff (8), Vitalis Chikoko (12), Adin Vrabac (6), Jermaine Bucknor (18), Dennis Kramer (0), Jermaine Anderson (15)

FC Bayern München: Bo McCalebb (13), Heiko Schaffartzyk (3), Lucca Staiger (n.e.), Robin Benzing (2), Nenad Djedovic (14), Vladimir Stimac (4), Paul Zipser (3), Dusko Savanovic (15), Anton Gavel (3), Yassin Idbihi (n.e.), Jan-Hendrik Jagla (7), John Bryant (10)

Spielverlauf: 6:6 (3.), 6:11 (5.), 13:13 (6.), 14:17 (8.), 18:21 (10.), 19:28 (13.) 25:36 (17.) 34:42 (Halbzeit); 42:42 (23.), 47:44 (25.), 52:48 (27.), 55:54 (30.), 58:59 (32.), 62:61 (34.), 75:65 (34.), 70:67 (37.), 79:74 (Endstand)

Schiedsrichter: Boris Schmidt/Johannes Hack/Radeesh Kattur – Zuschauer: 5 900 (ausverkauft)

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7 KOMMENTARE

    • Warum lesen Sie denn dann den Artikel, wenn er doch „wertlos“ ist?
      Man muß es einfach zu Kenntnis nehmen, daß in Trier Basketball die Nummer 1 Sportart ist. (Auch wenn andere Tageszeitungen das wie Sie sehen).

      • Der Artikel wertlos? Mitnichten. Der von mir angesprochene „Wert“ bezog sich auf die „Sensation“. Diese wäre beim Fussball eben etwas Wert gewesen. Und zwar spürbar.

        • Stimmt. Es ist letzlich auch nur ein Sieg. Wie gegen alle anderen Mannschaften auch war er zwei Pluspunkte wert. Nicht mehr und nicht weniger. Wertvoll wird er erst sein, wenn man die Form bestätigen kann und gegen Bremerhaven gewinnt. Dann kommen auch die Zuschauer gerne wieder.

    • „Wäre das Fussball, hätte das tatsächlich einen Wert.“

      Is klar! Gegen Bällchen treten ist der einzige Sport wo gibt!
      Schönes Outing, Rhyno.

  1. Stimmt schon, aber für den zugegeben wesentlich kleineren Basketballerkreis ist das schon was besonderes. Vielleicht hilft die Euphorie ja dabei doch noch den Abstieg abzuwenden. Auch wenn es sehr schwer wird.

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