Es stinkt nicht mehr in Pfalzel – aber die Geschichte geht weiter

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Symbolbild

TRIER-PFALZEL. Die neue Waschanlage, mit der die Firma Eu-Rec seit neuestem den Plastikmüll reinigt, bevor er zu Granulat verarbeitet wird, scheint zu funktionieren. 750.000 Euro hat Geschäftsführer Willi Streit für die Anlage ausgegeben. Dafür aber tauchen jetzt neue Gerüchte auf. In Ehrang sind große Mengen Plastikmüll in der Kläranlage gefunden worden.

So restlos überzeugt ist Hans-Jürgen Wirtz, Vorsitzender des Bürgervereins Pfalzel e.V., noch nicht. Im Gespräch mit lokalo.de sagte er: „Ich konnte mir die neue Waschanlage in dieser Woche einmal ansehen. Das scheint tatsächlich zu funktionieren. Aber ob es wirklich so ist, werden die nächsten drei Monate zeigen müssen. So lange läuft die Erprobungsphase.“ Mit der „Waschanlage“ meint Wirtz eine Anlage, mit der Eu-Rec seit neuestem den Plastikabfall, der hier verarbeitet wird, reinigt und von organischen Substanzen weitestgehend befreit. Die sind es nämlich, die sich durch Gestank bemerkbar machen.

Ab und zu kommt noch eine Wolke

Willi Streit, Geschäftsführer der Eu-Rec hatte Wirtz empfangen und ihm bereitwillig das neue Reinigungssystem gezeigt und erläutert. Streit wird mit dem neuen Verfahren experimentieren müssen, um ein optimales Ergebnis zu erzielen, denn bisher wurde eine solche Anlage in einem Betrieb wie der Eu-Rec noch nicht eingebaut. Deshalb auch hat er sich mit der SDG Nord auf die dreimonatige Probezeit geeinigt. Wirtz: „Ganz ist die Geruchsbelästigung noch nicht vorbei. Ab und zu kommt noch einmal eine Wolke ins Wohngebiet gezogen. Aber es ist schon kein Vergleich mehr mit dem, was wir noch vor kurzem hatten.“ Jetzt muss Streit die richtige Dosierung der Chemikalien ausprobieren, mit denen das Plastik von den organischen Stoffen befreit wird. Mit klarem Wasser alleine geht es nicht.

Wir wollen keine Stilllegung

Wirtz weist aber auch darauf hin, dass es in den nächsten Wochen und Monaten durchaus noch einmal zu Belästigungen kommen kann, da Eu-Rec ja noch Versuche über die richtige Einstellung vornehmen muss. Wenn dafür aber im Anschluss Ruhe ist, will er das gerne in Kauf nehmen. Er warnt aber auch: „Wenn der Gestank auf Dauer nicht verschwindet, werden wir weiterhin aktiv bleiben. Wir verlangen nicht die Stilllegung des Betriebes. Streit kann weitermachen. Wir werden dann aber darauf drängen, dass er nur noch gereinigten Abfall ankauft und zu Granulat verarbeitet.“

Ungeachtet der Tatsache, dass die Geruchsemissionen offensichtlich jetzt zu einem Großteil nicht mehr vorhanden sind, hat die SDG Nord einen externen Sachverständigen beauftragt, Messungen der Abluft der Anlage vorzunehmen, um festzustellen, ob sich darin gesundheitsgefährdende Stoffe befinden.

Zwei Kubikmeter Plastikmüll in der Kläranlage

An dieser Stelle könnte man jetzt sagen, es scheint alles gut zu werden, wenn nicht eine Meldung der Stadtwerke die Öffentlichkeit  aufgeschreckt hätte. Auf Nachfrage von lokalo.de teilte die Pressestelle der Stadtwerke mit, dass man Ende November einen erhöhten Eintrag von Abwässern mit Folienresten in der Kläranlage Ehrang festgestellt hat. Genaue Angaben zur Wassermenge könne man nicht machen, jedoch hätten die Mitarbeiter im Sandfang, einer Stufe der Wasserreinigung, etwa zwei Kubikmeter Plastikreste gefunden, die gesondert entsorgt werden müssen. Da diese Feststoffe biologisch nicht abbaubar sind, haben die Stadtwerke die SDG Nord informiert. Über die Herkunft der Abfälle wurden keine Angaben gemacht. Inzwischen ermittelt in dieser Angelegenheit die Kriminalpolizei. Ob es tatsächlich eine Verbindung zwischen der Firma Eu-Rec und den Plastikfunden gibt, ist derzeit noch offen.

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2 KOMMENTARE

  1. … es stinkt natürlich immer wieder weiter in Pfalzel… heute, Samstag 23.05.15 seit 16 Uhr… einfach nur ekelhaft. Unverständlich, daß diese Firma ein ganzes Dorf verpesten darf.

  2. Ich verstehe nicht, warum diese Firma weiterhin ungestört und Tag für Tag ein ganzes Dorf verpesten darf. Heute Abend, wie auch die letzten Tage und Wochen, kann man in Pfalzel nur mit massivem Kotzreiz leben.
    Die vergangenen Wochenenden war schon komplett versaut, Balkon oder Terrasse konnte man in Pfalzel jedenfalls vergessen.
    WANN passiert endlich einmal etwas, damit dieser Firma mit ihrem Gestankterrorismus das Handwerk gelegt wird ?

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