Moselmusikfestival wünscht sich 15.000 Besucher

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Die Deutsche Radiophilharmonie Saarbrücken Kaiserslautern eröffnet das Mosel Musikfestival 2015

TRIER/BERNKASTEL-KUES. Am 17. Juli geht es los. Dann wird das nächste Mosel Musikfestival an den Start gehen. 56 Konzerte wird es zwischen diesem Tag und dem 3. Oktober geben. 30 Jahre ist es dann her, dass das erste Festival, damals noch unter dem Namen „Moselfestwochen“ durchgeführt wurde.

„Meine Wunschzahl für das Jahr 2015 heißt 15.000. So viele Besucher würde ich mir für die Konzerte unseres nächsten Festivals wünschen.“ Das sagte Hermann Lewen, Intendant des MMF bei der Programmvorstellung im Landesmuseum Trier. Rund 1400 Konzerte hat Lewen in den vergangenen 29 Jahren an 80 verschiedenen Spielstätten veranstaltet und konnte dabei rund 400.000 zahlende Besucher begrüßt. Eine stattliche Bilanz, die er vor der Presse ziehen konnte.

Unterstützung der Lebensqualität

Bevor er jedoch auf das neue Programm eingehen konnte, hatte erst Kulturdezernent Thomas Egger in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender das Wort. Unter anderem begrüßte er die Hauptsponsoren der neuen Festivalauflage und lud sie ein, zu begründen, warum sie das Festival mit nicht unerheblichen Mitteln unterstützen. Den Anfang machte mit Heike Lau eine Vertreterin der Firma JTI. Sie stellte zunächst einmal klar, dass JTI sich nicht einbilde, durch das Engagement auch nur ein Päckchen Zigaretten mehr zu verkaufen. Wohl aber habe sich JTI in Trier „niedergelassen“. Die Mitarbeiter bis hinein in die Führungsebene profitieren von der hohen Lebensqualität, die es in Trier gebe und zu der auch die Kultur gehöre. JTI sehe es als seine Aufgabe an, hier einen Beitrag zu leisten.

Remigius Kühnen von der Sparkasse Trier und Edmund Schermann von der Sparkasse Mittelmosel, Eifel – Mosel – Hunsrück waren sich ziemlich einig in ihrer Begründung. Eine Sparkasse sei immer auch ein Spiegelbild der Region, in der sie agiere. Gehe es der Region gut, dann gehe es der Bank auch gut. Das Sponsoring des MMF solle dabei helfen, dass es der Region gut gehe.

Tendenz der Eintrittspreise nach unten

Nach einem Grußwort von Professor Jürgen Hardeck vom Kultursommer Rheinland-Pfalz konnte Lewen dann starten und das Programm des 28. Festivals vorstellen. Viele bekannte Namen finden sich in dem Katalog. Vor allem Namen von Künstlern, die sich in den vergangenen drei Jahrzehnten an der Mosel die Klinke in die Hand gegeben haben. Etwa der Trompeter Ludwig Güttler zusammen mit dem Organisten Friedrich Kircheis, die beide schon zu Zeiten der noch existierenden DDR bei Lewen zu Gast waren. Sie kommen am 30. September. Oder auch der Cellist Mischa Maisky, der mit seiner Tochter Lily am 27. September ins Kloster Machern kommen wird. Maiskys Konzert wird mit 115 Euro in der höchsten Kategorie auch das teuerste rein musikalische sein. Übertroffen wird dies nur noch von „Bach am Bach“ am 2. August. Da bekommt der Besucher aber für seine 130 Euro auch ein Dreigang-Menu von Sternekoch Harald Rüssel geboten. Insgesamt aber muss man feststellen, dass die Preise für 2015 insgesamt eher nach unten ausgerichtet sind.

Beethovens Missa solemnis zum Auftakt

Die Eröffnung und der Abschluss des Festivals werden, wie immer, geprägt von großen Werken, die in der Konstantin-Basilika erklingen. Am 17. Juli gibt es Ludwig van Beethovens „Missa Solemnis“, am 3. Oktober steht das Te Deum von Héctor Berlioz auf dem Programm. Die Eröffnung wird von der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern gestaltet, die Verantwortung für den Schlussakkord übernehmen die Trierer Philharmoniker. Weitere große Werke sind die vierte Sinfonie von Anton Bruckner im Trierer Dom, das Requiem von Giuseppe Verdi am 4. September (in der Konstantin-Basilika) und das Stabat Mater von Antonin Dvořák durch den Trierer Konzertchor in der ehemaligen Reichsabtei St. Maximin.

Einige Programmpunkte, die quasi „Selbstläufer“ sind, also Veranstaltungen, die sich mehr oder weniger von selbst verkaufen, gibt es natürlich auch 2015. So das Open Air Konzert „Brass im Wingert“ in der Klosterruine Stuben am 18. Juli. Dazu gehört aber auch der Abend mit Mnozil Brass am 19. September in der Trierer Europahalle oder Götz Alsmann in der Kröver Weinbrunnenhalle am 29. September.

Tendenz zum Mainstream

Auffällig ist, dass es eine gewisse Tendenz des Festivals gibt, sich von der reinen Klassik zu entfernen und mehr dem Mainstream zuzuwenden.  Oft ist im Programmheft die Rede davon, dass ein Musiker im Internet schon „Kult“ sei, oder Lewen sprach mehrfach davon, dass der oder die Künstlerin „derzeit das angesagteste“ sei. Da kommen dann der Geiger Roman Kim oder die Pianistin Younee an die Mosel. Beide waren als Live-Musiker bei der Programmvorstellung im Landesmuseum. Kim lässt seine Geige auch dadurch erklingen, dass er die Saiten mit den Zähnen anreißt, Younee spielt einen Mix aus Klassik, Jazz- und Pop. Ein wenig hat man beim Studium des Programmheftes den Eindruck, das älteste Flächenfestival Deutschlands suche eine neue Position, will sich von seinem alten Anspruch, ein „erstklassisches“ Klassikfestival zu sein, verabschieden. Die crossover-Angebote nehmen immer mehr zu. 2015 wird es mehr als ein Drittel der Konzerte betreffen. Es wird sich zeigen müssen, ob das vom Publikum goutiert wird.

Das komplette Programm der Spielzeit 2015 gibt es unter www.moselmusikfestival.de . Dort sind auch die Karten online zu bestellen.

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