Den Bewohnern von Pfalzel stinkt es gewaltig

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Bildquelle: Wikipedia

TRIER-PFALZEL. Wie auf einer öffentlichen Toilette, die seit Wochen nicht geputzt wurde, stinke es manchmal in Pfalzel. Das sagt eine Bewohnerin und meint damit ein Problem, über das sich der ganze Ort schon seit langem aufregt.

Ostwind ist normalerweise eine schöne Sache. Mit Ostwind kommt nämlich meistens schönes Wetter. Aber in Pfalzel hält sich die Freude über eine solche Wetterlage schon seit langem in Grenzen. Man könnte auch sagen: Ostwind stinkt den Pfalzelern. Der Grund ist eine Recyclingfirma, die in Pfalzel ansässig ist und deren Arbeit in letzter Zeit immer häufiger zu einer intensiven Geruchsbelästigung der Bewohner des Stadtteils führt.

Neben dem Gestank ist es auch der Lärm

Aber es ist nicht nur der Gestank, der die Wohnqualität in Pfalzel beeinträchtigt. Hinzu kommt auch noch die Lärmbelästigung, die von den Lüftungsanlagen ausgeht. Über all diese Probleme gibt es schon seit langem Auseinandersetzungen zwischen den Pfalzeler Bürgern, die vor allem durch ihren Bürgerverein Pfalzel e.V. vertreten sind, der Firma Eu-Rec Plast als Verursacher und der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord (SGD Nord) als verantwortlicher Genehmigungsbehörde.

Eu-Rec Plast verarbeitet Kunststoffabfälle und Altpapier. Aus den Plastikabfällen stellt sie unter anderem ein Granulat her, aus dem anschließend in anderen Firmen beispielsweise Müllbeutel oder Einkaufstüten gefertigt werden. Eine sehr geruchsintensive Phase beim Recycling scheint dabei die Reinigung des Abfallmaterials zu sein.

Die Auseinandersetzung ist Dokumentiert

Die Homepage des Vereins gibt einen guten Aufschluss darüber, wie lange der Streit schon schwelt und wie oft sich die Bürger schon über die Belästigungen beschwert haben. Es gab auch schon eine gerichtliche Auseinandersetzung. Wirklich geschehen ist aber bis heute noch nicht viel. Am letzten Wochenende war die Belastung wieder einmal extrem.

Vielleicht bringt ja der morgige Donnerstag ein wenig Aufklärung über die Zukunft von Pfalzel. Dann wollen Vertreter der SGD Nord an die Mosel kommen und den Bürgern Rede und Antwort stehen. Auch ein Vertreter der Firma Eu-Rec Plast hat sein Kommen zugesagt.

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4 KOMMENTARE

  1. Vielleicht bringt ja der morgige Donnerstag ein wenig Aufklärung über die Zukunft von Pfalzel. Dann wollen Vertreter der SGD Nord an die Mosel kommen und den Bürgern Rede und Antwort stehen. Auch ein Vertreter der Firma Eu-Rec Plast hat sein Kommen zugesagt…..

    Bei Westwind.

  2. Es ist eine Unverschämtheit sondergleichen, die Bürger werden mit diesem (wohl seit Ewigkeiten bekanntem)
    Problem komplett alleine gelassen, nichts passiert.
    Wo sind die hohen Herren der Politik? Ah, wohnt wohl keiner in Pfalzel der was zu sagen hat.
    Sonst wäre dem Gebaren dieser Firma schnell ein Ende bereitet.
    Erbärmlich.

    Ich bin gespannt was meine Pfalzeler Freunde von dem tollen Gespräch morgen berichten werden.
    Mehr als das übliche Bla, bla, bla kommt eh nicht dabei heraus.

  3. Der Gestank ist so dermaßen abartig, daß sogar die Vögel nicht mehr zwitschern. Welcher Politiker so etwas zulässt (man liest von über 800 Stunden im Jahr, in denen „gestunken“ werden darf) der gehört geprügelt und müsste 10% von der Sch… jeden Morgen inhalieren. Selbst 1% würden ihn zum ko… bringen.
    Entweder die Firma baut vernünftige Filter oder ein baldiger Abriss steht an… das geht schnell am Wochenende, Helfer gibts genug.
    Es ist definitiv nicht hinzunehmen, daß man wegen solchen Geruchsverbrechern seine Terrasse, Balkon etc. verlassen muss… Fenster sind im Übrigen auch zu schließen, will man den ekelhaften Gestank nicht auch noch in der Wohnung haben.
    Morgen muss was rauskommen, ansonsten kommt demnächst ein Stopfen auf den Auspuff, dann dürfen sie ihre Sch… selbst wegschnuppern.

  4. Bekanntermassen ist in Trier Pfalzel die Lungenkrebsrate ziemlich hoch. Dazu faellt mir damals die Situation mit dem Trierer Stahlwerk ein, als das noch produzierte: In der Umgebung wurden regelmaessig erhoehte Werte an Schwermetallen gemessen, die Vegetation in der Umgebung war erkennbar mit weissem Staub ueberzogen und das obwohl angeblich die Filter einwandfrei arbeiteten. Der Schrott der per Bahn angeliefert wurde war erkennbar minderqualitativ mit hoher Anhaftung von Farb- und Plastikresten, das geht dann natuerlich alles zum Schornstein raus. Der Gestank vom Stahlwerk war bei entsprechender Wetterlage bis Zewen zu riechen. Die verantwortlichen Behoerden haben das immer heruntergespielt und verharmlost. Ein weiteres Problem ist meiner Meinung nach ein Metallrecyclingbetrieb mit Schredderanlage im Hafengebiet. Beim Metallschreddern entstehen Feinstaeube, die der Wind dann entsprechend verteilt und der dann auch in den Gärten und Lungen der Anwohner landet. Und jetzt noch das. Die Firmen verdienen Geld, also sollen sie auch in entsprechende Umwelttechnik investieren. Und bitte nicht das Argument mit den Arbeitsplätzen. Den Firmen sind die Arbeitsplätze scheissegal, passt es ihnen morgen nicht mehr in Trier, dann kriegen die Mitarbeiter einen Tritt in den Hintern. Oder andersherumgefragt: Wieviele Menschenleben darf denn ein Arbeitsplatz kosten nach Meinung der Verantwortlichen in den zustaendigen Behoerden?

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