Eintracht Trier: Vorstand wird vorerst nicht komplettiert

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Die Führungsspitze von Eintracht Trier informierte in einer Pressekonferenz über das Vorgehen nach dem Rücktritt von Ernst Wilhelmi. Von links: Geschäftsführer Jens Schug, Aufsichtsratsmitglied Simone Schuler und die Vorstände Roman Gottschalk und Harry Thiele.

Bildquelle: lokalo

TRIER. Fußball-Regionalligist SV Eintracht Trier 05 informierte heute Mittag in einer Pressekonferenz im Moselstadion über die Planungen des Vereins nach dem Rücktritt von Vorstandssprecher Ernst Wilhelmi. Vorstand Harry Thiele machte deutlich, dass der vakante Posten zunächst nicht besetzt wird, informierte aber auch über weitere Konzepte und Strategien.

Thiele nannte den Rücktritt von Ernst Wilhelmi (lokalo berichtete mehrach) „schmerzhaft“ für den Verein, zeigte aber auch ein „starkes Verständnis“ für seinen langjährigen Mitstreiter, der aus persönlichen Gründen das Handtuch geworfen hatte. Thiele hätte sich „gewünscht, dass es anders gelaufen wäre“, nutzte die Pressekonferenz zu Beginn aber erst einmal, um einige „Fans“ an den Pranger zu stellen.

„Da gibt es eine Gruppe von etwa 30 militanten Personen, die ich nicht als Fans bezeichne, die eigentlich in einem Verein und auch im Stadion nichts zu suchen haben.“ Sie bewirkten nämlich nichts Gutes. „Diejenigen, die grölen, sorgen dafür, dass wir noch weniger Geld zur Verfügung haben, als ohnehin. Allein an Strafen für das Abbrennen von Pyrotechnik waren 25 000 Euro fällig. Sie halten auch Zuschauer ab, zu unseren Spielen zu kommen. Ich kenne Familien, die aus Angst vor diesen Leuten nicht ins Stadion kommen“, so Thiele. Mit Fankultur habe das nichts zu tun. Genauso wenig mit konstruktiver Kritik oder Mitarbeit, wenn sich ihre Schmutzkampagne gegen einen Mann wie Ernst Wilhelmi richte, der „viel Zeit und Geld in den Verein investiert hat“. Alles das, was sich um den Rücktritt abgespielt habe, sei „unter der Gürtellinie“ gewesen.

Der Posten, den Wilhelmi als einer von drei gleichberechtigten Vorständen bekleidet hat, bleibt vorerst unbesetzt. Allein schon deswegen, „weil die Vorgaben durch die Statuten und eine seriöse Suche nach einem Nachfolger“ ohnehin keinen Schnellschuss zulassen. Eine Mitgliederversammlung ist für März 2015 vorgesehen. Wesentlich früher könnte selbst eine Unterschriftenliste eine Zusammenkunft nicht bewirken. Im Internet ist zwar von einem solchen Votum die Rede, aber, so Aufsichtsratschef Frank Natus: „Wir haben eine solche Liste noch nie gesehen, und wissen noch nicht einmal, ob es sie wirklich gibt.“ Eine außerordentliche Versammlung erfordere eine Unterschriftenliste von zehn Prozent der rund 1000 Eintracht-Mitglieder. Da es diese Liste de facto bisher nicht gibt und die Vorbereitung auch dann einige Wochen in Anspruch nehmen würde, päferieren Vorstand und Aufsichtsrat die Lösung eines Nachrückers für Wilhelmi per Kooptation (Anm. d. Red.: Aufnahme durch Zustimmung). Das hätte den Vorteil, dass diese Person sich in der Phase bis zu einer möglichen Wahl bestens in den Aufgabenbereich einarbeiten könnte.

Die Geschehnisse der letzten Tage haben zu zahlreichen Gesprächen geführt, die auch die sportlichen Konzepte und Planungen zum Inhalt hatte. „Fest steht“, so Thiele, „es wird im Winter keine Verstärkungen von außerhalb geben.“ Vielmehr soll der eingeschlagene Weg, eigene Talente zu fördern, konsequent weiter beschritten werden. „Mit voller Zustimmung von Cheftrainer Peter Rubeck.“ Auch wenn der Kader nicht aufgestockt wird, sind die Clubspitze „und auch der Trainer“ davon überzeugt, dass der Klassenerhalt gelingt. „Vorsichtshalber gehen wir von fünf Absteigern aus“, sagt Thiele.

„Es kann eng werden“, gibt Thiele zu, „aber wir werden an diesem Konzept festhalten.“ Zumal es, das gibt die Administration zu, keinen finanziellen Spielraum gibt. „Das Ausscheiden im Pokal reißt ein Loch in den Etat der kommenden Saison, nicht dem von dieser“, betont Thiele, der aber dennoch einräumt, für die jetzige Spielzeit ein Minus im sechsstelligen Bereich ausgleichen zu müssen. „Das ist eigentlich jedes Jahr so. Wir nehmen immer wieder ein Minus von einer Saison mit in die nächste.“ Die fehlenden Pokaleinnahmen werden dennoch die Budgetierung weiter nach unten drücken, „wenn es uns nicht gelingt, zusätzliche Gelder zu akquirieren“.

Dennoch geht der Traditionsverein optimistisch in die Zukunft, „weil wir beim Sieg gegen Neckarelz 13 Spieler der Kategorie U 23 im Kader hatten, die ihre Sache super gemacht haben“, sagte Natus. Die Durchlässigkeit im sportlichen Bereich von der Jugend über die U 23 bis zur 1. Mannschaft sei für die Eintracht der einzig gangbare Weg, „weil wir zwar viele gute Sponsoren, aber keine Mäzene haben, die eben mal eine Million locker machen“, so Thiele weiter. Sowohl Vorstand und Aufsichtsrat als auch die sportliche Führung weiß er dabei hinter sich: „Wir ziehen alle an einem Strang. Mit Spielern aus dem eigenen Nachwuchs werden wir auch eine viel höhere Identifikation mit dem Verein haben.“

Das Anforderungsprofil für die Nachfolge Wilhelmis ist schnell beschrieben: „Egal ob Mann oder Frau, es muss jemand sein, der eine Affinität zur Eintracht und Ausstrahlung hat.“ Einer Mitbestimmung durch einen Fanbeirat steht man offen gegenüber. „Grundsätzlich befürworten wir das“, sagt Natus, „aber die Statuten und auch rechtliche Gründe setzen da schon einen engen Rahmen.“

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8 KOMMENTARE

  1. Wenn ich schon sehe, wie die Damen und Herren eine Pressekonferenz halten, wird mir schlecht. Da sieht es bei jedem Elternsprechtag professioneller aus.

  2. Dann wird’s bei den nächsten Wahlen wohl ein paar Gegenstimmen für den Herrn Thiele geben. Ob das so clever war?!
    Aber was will man erwarten?
    Ohne die militanten Personen auf der Gegengeraden gleicht das Stadion einem Friedhof. Und ohne jene Personen wären auswärts nur noch 10 Leute im Gästeblock. Wenn das euer Ziel für die Zukunft ist, dann gute Nacht SVE….

  3. Trifft sich natürlich nur all zu gut!
    Mit so einem Geschwätz kann man nämlich wiedermal von den wirklich wichtigen Themen ablenken!
    Amateure!!

  4. Da haben die verbliebenen „Großkopferten“ der Eintracht mal wieder zugeschlagen. Kommt mal von eurem hohen Ross runter Thiele & Co.! Leider hat diese haute volée keine Ahnung vom runden Leder, sonst würden sie zumindest erkennen, dass die Mannschaft in der Winterpause Neuzugänge braucht, wenn 3-4 Spieler, die lustlos agieren, den Verein verlassen!!! Naja, wir haben ja das letzte Spiel schließlich gewonnen…

  5. Seind mir nicht böse, liebe Zeitgenossen, aber irgendwie passen die in die derzeitige
    Trierer Landschaft, da wimmelt es nur so, von Visionären, und Machern, und das auf fast jedem Sektor!

  6. die probleme der eintracht sind zu einem großen teil selbst gemacht, es hat was mit ideenlosigkeit zu tun, so dass nur noch ein paar nörgelnde herren, des vordigatalen zeitalters herrn wilhelmi applaus spendeten,
    das sind strukturelle probleme, das thema ulras gehört hier nicht hin, bornierter geht es nicht mehr

  7. Mir erscheint dieses abgebildete Quartett hilflos, ratlos, trostlos aber verantwortlich für eine seit Jahren, von mir gefühlte, schlechte Arbeit.
    Ist es nicht so, dass man an seinem Pöstchen, bei der Eintracht klammert, weil man auch wegen dem eigenen Betrieb Vorteile für Aufträge akquirierten kann???
    Zaunpfähle steckt wo man sonst nicht hinkäme.
    Der Sohn nicht so gut ist aber genau wegen dem Vorstandsposten nun mal doch im Kader der U23 steht???
    Geltungsbedürnis befriedigt wird??
    Kölscher Klüngel mitten in TR-Nord??
    Hat sich diese Quartett nicht bis auf die Knochen blamiert??

    Manchmal ist es besser niemanden zu haben als jemand Schlechten. Kehrt bitte bei der Eintracht mit hartem, eisernen Besen, dass man diesen Leuten auf dem Bild nicht mehr im Stadion in die Augen schauen muss, dann gehe ich auch wieder ins Stadion

  8. Den Herr Schug würde ich mal von der Kritik außen vor lassen, m.E. macht er einen guten Job und scheint kompetent. Aber der Rest…?
    Es ist immer Zeit für einen Neuanfang.

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