Trierer Immobilienfirma engagiert sich in Zweibrücken – Brüssel macht den Weg frei

0
Kann Zweibrücken mit Hilfe aus Trier durchstarten?

Bildquelle: Wikimedia

ZWEIBRÜCKEN/TRIER. Was sich gestern abzeichnete, scheint heute sicher zu sein, auch wenn es noch keine offiziellen Bestätigungen gibt. Wenn der Flughafen Zweibrücken verkauft wird, braucht der Investor die vom Land gezahlten Subventionen nicht zurück bezahlen. Und: es gibt offensichtlich drei Interessenten, von denen die Trierer Immobilienfirma TRIWO die Nase vorn hat.

Gleich eine vierköpfige Delegation aus Rheinland-Pfalz war gestern zur EU-Kommission nach Brüssel gereist, um den Rahmen für den erfolgreichen Verkauf des insolventen Airports in der Pfalz abzustecken. Größtes Hindernis ist die Tatsache, dass das Land in der Vergangenheit dem Flughafen Subventionen in Höhe von 47 Millionen Euro gezahlt hatte und damit gegen geltendes EU-Recht verstieß. Diese Summe lastet nun wie eine Hypothek auf dem Anwesen, denn eigentlich muss der zukünftige Besitzer die Schulden mitkaufen und zurück bezahlen.

Keine Rückzahlung der Subventionen

Unter Leitung des rheinland-pfälzischen Infrastrukturministers Roger Lewentz (SPD) verhandelten gestern der Insolvenzverwalter des Flughafens, Jan Markus Plathner, Hans-Jörg Duppré (CDU) als Landrat des Kreises Südwestpfalz, und Zweibrückens Stadtoberhaupt Kurt Pirmann (SPD) die Bedingungen aus, unter denen ein potenzieller Käufer dieses Geld bei einer Übernahme nicht mit einkalkulieren muss. Genaue Angaben, welche Richtlinien die Kommission genau eingehalten sehen will, um von einer Rückzahlung abzusehen, machte Lewentz nach den Gesprächen nicht. Er sprach in einem Fernsehinterview nur davon, dass ein künftiger Inverstor „die Rahmenbedingungen des europäischen Rechtes einhalten muss.“

Es geht um neue Arbeitsplätze

Eine wichtige Voraussetzung war vorher schon erfüllt. Nämlich die Tatsache, dass die Mainzer Lan-desregierung auf den Millionenbetrag verzichtet. Dabei scheint die Frage, ob Mainz sich den Verzicht leisten kann, im Hintergrund zu stehen. Für das Land, die Region und die Stadt Zweibrücken sei es zunächst einmal wichtig, dass es am Flughafen voran gehe und unternehmerische Tätigkeiten in Gang kommen. Unter diesen Gesichtspunkten dürfe man einem Investor nicht die Altlasten aufbürden. Ziel müsse es sein, dass in Zweibrücken Arbeitsplätze gesichert und neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Parteiübergreifender Konsens

Das die 47 Millionen abzuschreiben sind, scheint in Mainz wohl ein Parteiübergreifender Konsens zu sein. Gestern postete Alexander Licht, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Landtags-CDU auf Facebook: „In Zweibrücken müssen dem neuen Eigentümer noch die letzten Hürden geräumt werden, dann kann sich aus der Insolvenz was „Positives“ entwickeln.“ Ob es sich entwickeln wird und wie, wird wohl noch in dieser Woche bekannt werden. Das hängt jetzt vom Gläubigerausschuss des Flughafens ab. Aus dem Büro des Insolvenzverwalters war zu vernehmen, dass Plathner bis zum Monatsende wissen will, wie es weitergehen wird.

TRIWO hat die Nase vorn

Nach wie vor halten sich auch die Gerüchte, dass die Trierer Familien-Aktiengesellschaft ein großes Interesse an dem Objekt Zweibrücken habe. Insgesamt gäbe es drei Anbieter, von denen TRIWO mit einem Angebot von vier Millionen das höchste Angebot abgegeben habe. Das Immobilienunternehmen plant wohl, den Flughafen in erster Linie in einen Gewerbepark umzuwandeln. Eine Aktion, bei der man auf viel Erfahrung zurückgreifen kann. In Mainz, Konz und am Mendiger Flughafen unterhält das Unternehmen schon solche Einrichtungen. Der Frachtflugverkehr soll auch aufrecht erhalten werden, allerdings in geringerem Umfang. Für den Gewerbepark gibt es offensichtlich auch schon einen ansiedlungswilligen Unternehmer. Ein Zulieferer für die Autoindustrie soll Interesse an Zweibrücken bekundet haben.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.