Therapie wird von der Versicherung bezahlt – aber nicht immer

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Verwaltungsgericht Trier

Bildquelle: VG Trier

TRIER. Wenn Beamte krank werden und medizinische Hilfe in Anspruch nehmen müssen, bekommen sie einen Teil der Behandlungskosten durch die staatliche Beihilfe erstattet. Für den Rest haben die meisten dann eine private Krankenversicherung. Damit ist in der Regel alles abgedeckt. In der Regel, aber nicht immer, wie ein Urteil des Verwaltungsgerichts Trier jetzt bestätigt hat.

Im konkreten Fall ging es um ein beihilfeberechtigtes Ehepaar, dem physiotherapeutische Behandlungen verordnet worden waren. Das Ehepaar freute sich darüber, denn ihr Sohn ist ausgebildeter Physiotherapeut und war gerne bereit, die Behandlung seiner Eltern zu übernehmen. Die anschließende Rechnung haben die Eltern bei der Beihilfe eingereicht und auch bezahlt bekommen. Bis dann eines Tages die Beihilfestelle die Zahlung verweigerte. Begründung: Behandlungen durch Ehepartner oder Kinder werden nicht bezahlt.

Dagegen hat das Ehepaar nun geklagt, allerdings ohne Erfolg. Das Verwaltungsgericht Trier hat auf die entsprechenden Vorschriften verwiesen, durch die die Honorierung von Behandlungen durch enge Verwandte ausgeschlossen wird. Es sei, so heißt es in diesen Vorschriften, naheliegend, dass für die Behandlung von nahen Verwandten tatsächlich kein Honorar verlangt werde. Durch die Vorschrift soll die Beihilfestelle von der Aufgabe befreit werden, nachprüfen zu müssen, ob tatsächlich eine Bezahlung erfolgte oder nicht.

Gilt das auch für gesetzlich Versicherte?

lokalo.de hat in diesem Zusammenhang interessiert, wie es eigentlich mit Patienten aussieht, die nicht im Beihilfesystem versichert sind. Zum einen jene, die in der gesetzlichen Krankenversicherung sind, aber auch jene, die sich privat versichert haben. Das Ergebnis ist durchaus unterschiedlich. Keine Gedanken müssen sich all jene machen, die Mitglied in einer gesetzlichen Krankenversicherung sind. Übereinstimmend erklärten AOK, DAK und Barmer-GEK, dass sie, sollte eine solche Kombination bei ihren Versicherten auftreten, davon gar nichts mitbekommen würden. Die Daten seien quasi anonymisiert. Der Patient habe eine Versichertennummer und der Leistungserbringer, in diesem Fall der Physiotherapeut, habe eine Kennnummer für seine Praxis. Verwandtschaftliche Verhältnisse lassen sich daraus nicht ablesen.

Die meisten privaten Versicherungen zahlen nicht

Anders sieht es bei den privaten Krankenversicherungen aus. Hier gäbe es, so die Pressestelle des Verbandes der privaten Krankenversicherungen, tatsächlich in vielen Verträgen eine Ausschlussklausel, die besagt, dass Leistungen von direkten Verwandten nicht bezahlt werden. Das, so der Pressesprecher, ist schon immer so gewesen, weil es tatsächlich auch so wäre, das im familiären Bereich Ärzte oder Therapeuten in der Regel keine Rechnungen stellen würden.

Bleibt noch die Frage, warum im Falle des klagenden Ehepaares die Beihilfe anfänglich doch bezahlt hatte. Die Pressestelle des Verwaltungsgerichts sagte dazu: „Das ist ganz einfach. Es gibt zwei verschiedene Formulare, mit denen man die Beihilfe beantragen kann. Ein kurzes und ein langes. Beim langen muss man sich genauer erklären, wenn man von Verwandten behandelt wurde. In der ersten Zeit ist hier wohl das kurze Formular verwendet worden, in dem solche Fragen nicht vorkommen.“

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