Abschiedsgeschenk von Ricky Harris – TBB siegt gegen Bayreuth

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Ricky Harris zieht an Bryan Bailey vorbei. In seinem letzten Spiel für Trier überzeugte der Guard mit 19 Punkten.

Bildquelle: Hlemut Thewalt

TRIER. Die TBB Trier hat den Schalter in der Basketball-Bundesliga nach vier Niederlagen in Serie umgelegt. Gegen medi Bayreuth gelang den Moselanern vor 3654 Zuschauern ein hart umkämpfter 78:75 (41:40)-Erfolg, der ein wenig Luft im Abstiegskampf bringt. In seinem letzten Spiel für Trier – heute Nacht läuft sein Vertrag aus – erzielte Ricky Harris 19 Punkte.

Von Beginn an lieferten sich beide Teams vor allem offensiv ein abwechslungsreiches und ausgeglichenes Duell. Den besseren Start hatten die Gäste, die die Zonenverteidigung mit Distanzwürfen aushebelten. Nach drei Minuten griff die Defensive, die Henrik Rödl seinen Schützlingen verordnet hatte besser, Vitalis Chi koko und Jermaine Anderson brachten die Hausherren in Führung. Dennoch hielten die Dreipunkte-Würfe, vor allem die von Simon Schmitz, die Gäste immer auf Tuchfühlung. Trotz der hohen Trefferquote aus dem Feld konnte sich Trier nicht deutlich absetzen, da die Freiwurfquote zu schwach war und die TBB wie in den meisten anderen Spielen im Rebound unterlegen war.

In der zweiten Halbzeit legten die Gäste deutlich zu. Dass die Trierer Trefferquote der ersten Hälfte (70 Prozent) nicht zu halten sein würde, war ohnehin klar. Sie ging aber nicht nur deshalb nach unten, weil eine solche Quote nicht zu halten ist, sondern auch, weil Bayreuth eindeutig besser verteidigte. Zudem fand der Ex-Trierer Trevon Hughes, der vor dem Seitenwechsel sehr unauffällig agierte, immer besser ins Spiel. Das dritte Viertel sah die Oberfranken ständig in Führung, gegen Ende kämpften sich die Moselaner von 45:52 (24.) bis zur Viertelpause wieder heran (54:56).

Das Schlussviertel begann furios. Ein Dreier von Anthony Canty, einer von Jermaine Bucknor, ein Dunking von Chikoko. Ruckzuck hatte Gästecoach Mike Koch zwei Auszeiten verbraucht. Fünf Minuten vor dem Ende lagen die Gastgeber erstmals zweistellig vorne (69:58). Aber das ist im Basketball natürlich eine Winzigkeit. Bayreuth verkürzte innerhalb kürzester Zeit auf 72:66. Auszeit Rödl. Sie fruchtet wieder. 66 Sekunden vor Schluss führen die Trierer, die sich endlich an der Freiwurflinie stabilisieren mit 78:69. Das reicht aber nicht, weil erst David Brembly und dann Hughes mit Dreiern erfolgreich sind. Dann verdaddelt Harris beim Stand von 78:75 einen Einwurf, zwei Bayreuther Angriffe werden durch Fouls gestoppt, die nur Zeit von der Uhr nehmen, weil die Mannschaftsfoulgrenze noch nicht erreicht ist. Dann muss Hughes zwei Dreier nehmen – der erste kommt vom Ring zurück, der zweite ist ein Airball, der Sieg ist perfekt.
„Viel Kampf und viel Leidenschaft“, bescheinigte Trainer Henrik Rödl seinem Team. Er bedankte sich ausdrücklich bei Ricky Harris, „der obwohl er wusste, dass sein Vertrag ausläuft, uns mit unglaublicher Energie zum Sieg verholfen hat.“

TBB Trier: Ricky Harris (19), Anthony Canty (5), Marko Lukovic (5), Stefan Schmidt (2), Mathis Mönninghoff (8), Vitalis Chikoko (14), Adin Vrabac (2), Jermaine Bucknor (11), Dennis Kramer (0), Jermaine Anderson (12)

medi Bayreuth: David Brembly (8), Lukas Palyza (3), Bryan Bailey (9), Javon McCrea (15), Brandon Kyle Bowman (13), Peter Zeis (n.e.), Simon Schmitz (9), Philipp Heyden (2), Trevon Hughes (14), Ronald Burrell (2)

Spielverlauf: 4:9 (3.), 16:11 (6.), 22:19 (10.), 29:27 (13.), 31:32 (15.) 38:35 (18.) 41:40 (Halbzeit); 45:52 (24.), 52:55 (28.), 54:56 (30.), 62;56 (32.), 69:58 (35.), 72:61 (36.), 76:69 (Endstand)

Schiedsrichter: Clemens Fritz/Jonas Reiter/Moritz Krüper – Zuschauer: 3564

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4 KOMMENTARE

  1. Ich kann nur hoffen, daß man eine Lösung findet und Harris bis Ende der Saison verpflichtet. Ohne Harris hätte man das Spiel nicht gewonnen und es wird Express in die Pro A gehen. Man sollte das Risiko gehen, eben mal sieben Ausländer zu haben und hoffen, daß sich sonst niemand verletzt. Denn die Pro A wird man sich noch weniger leisten können. Dann würde die TBB auf unbestimmt Zeit in den Niederungen der 2. Liga verschwinden. Beispiele von Vereinen, denen dies unlängst wiederfahren ist, gibt es genug.

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