Sensation in Salmrohr – Eintracht scheidet im Pokal aus

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Trier am Boden - Salmrohr im 7. Pokalhimmel

Bildquelle: lokalo.de

SALMROHR. Fußball-Oberligist FSV Salmrohr steht im Achtelfinale des Rheinlandpokals. Mit einem 2:1 (1:1, 1:0)-Sieg nach Verlängerung über die favorisierte Eintracht aus Trier setzten die Salmtaler den Höhenflug der letzten Wochen fort. Die „Macht vom Dorf hat Eintracht Trier in die Krise geschossen.

Nach einer Pokalüberraschung sah es in der ersten Halbzeit nicht aus. Ohne zu glänzen hatte die Eintracht das Spiel weitgehend im Griff und auch die besseren Chancen. Die Partie begann mit einer Schrecksekunde für den Regionalligisten, als Matondo Makiadi seinen Gegenspieler Ugur Dündur mit dem Fuß in Kopfhöhe ansprang. Es gab Gelb für Makiadi und für Dündur nach längerer Behandlung auf dem Feld die Fahrt ins Krankenhaus. Nach Auskunft von Mannschaftsarzt Dr. Friedl Schulz erlitt der Eintrachtler aber keine Fraktur, sondern Platzwunden an Stirn und Nase, die genäht werden mussten.
Danach wurde dann Fußball gespielt. Das erste Ausrufezeichen setzte Milorad Pekovic mit einem Fernschuss, den Daniel Ternes mit Mühe an den Außenpfosten lenken konnte. Es folgte einige Offensivaktionen des FSV, die aber überhastet abgeschlossen wurden. So in der 29. Minute, als Daniel Petersch eine Flanke von Julian Bidon freistehend volley nahm, aber klar das Ziel verfehlte. Kurz darauf wurde ein Schussversuch von Rudy Carlier nach Zuspiel von Christoph Anton abgeblockt, ehe Torge Hollmann die Gäste in Führung brachte. Der Innenverteidiger versenkte eine Freistoßflanke von Buchner per Kopf – Sebastian Ting und Daniel Ternes sahen bei diesem Treffer nicht gut aus.

„In der Halbzeit hat meine Mannschaft mal den anderen Paul Linz kennengelernt“, schilderte der FSV-Coach die Situation in der Kabine. „Da war der Paul nicht mehr lieb. Ich war so enttäuscht, weil wir ohne Herz gespielt haben.“ Und dann typisch Linz: „Die Mannschaft hat sich in der ersten Halbzeit in die Hose geschissen.“ Er hielt eine Standpauke und nahm entscheidende Wechsel vor, „weil es ja letztlich egal ist, ob wir 0:1 oder 0:4 verlieren.“ Mit den Talenten Fabian Helbig und Ricardo Couto Pinto brachte er zwei weitere Offensivkräfte. Die personelle Maßnahme zeigte Wirkung, wie auch Eintracht-Coach Peter Rubeck anerkennen musste: „Wir sind mit dem Druck, den Salmrohr entwickelte nicht klar gekommen.“

Zunächst hätte seine Elf aber alles klar machen können. Carlier scheiterte aus kurzer Distanz an Ternes (55.), dann rutschte der eingewechselte Michael Dingels an einer Buchner-Flanke vorbei. Längst kreierte aber auch Salmrohr Chancen. Ein Fernschuss von Braun (56.) verfehlte nur knapp den Kasten, auch Helbig (66.) verfehlte aus 16 m knapp. Wenig später dann grenzenloser Jubel der Mehrzahl der 1 800 Besucher – zu früh. Der Kopfballtreffer von Braun nach Flanke von Daniel Petersch wurde zurecht wegen eines Foulspiels des Schützen nicht anerkannt.
Es folgte die 82. Minute, die die endgültige Wende des Pokalfights einleitete. Timo Heinz kam kurz hinter der Mittellinie an den Ball, lief noch ein paar Schritte und drosch das Leder dann mit brachialer Gewalt aus rund 30 Metern unhaltbar für Chris Keilmann in den Winkel. Es ging in die Verlängerung.

Hier hatte die Eintracht zunächst zwei Gelegenheiten. Michael Dingels setzte einen Aufsetzer nach Buchner-Ecke (100.) über die Latte, dann traf Milorad Pekovic aus der Distanz nach einem der wenigen Salmrohrer Abwehrfehler die Unterkante des Aluminiums (102.). In der Folge neutralisierten sich beide Teams – der große Salmrohrer Schwung war auch dahin, weil Fabian Helbig nur noch humpelte und auch Pascal Meschak angeschlagen war. Das reichte aber noch, um den entscheidenden Treffer zu setzten. Eine Ecke von Tobias Bauer wuchtete der überragende Lars Schäfer aus dem Gewühl heraus (112.) in die Maschen. Danach gab es kein Halten mehr. Alle die ein schwarzes Trikot trugen, stürzten sich auf den Innenverteidiger und begruben ihn unter sich. Die letzten Minuten überstand der Oberligist ohne große Probleme – auch drei Minuten Nachspielzeit reichten der Eintracht nicht mehr, das Blatt zu wenden.

„Ich bin glücklich, dass wir gewonnen haben“, bilanzierte Linz, der gleich noch einen Appell an die Salmrohrer Anhänger richtete: „Bitte hebt jetzt nicht gleich wieder ab.“ Sein Gegenüber Peter Rubeck gratulierte fair und lobte seine jungen Spieler Robin Koch und Luca Sasso-Sant. Rubeck abschließend: „Wir haben es versäumt, das 2:0 zu machen. Die Spieler haben das Spiel angenommen, aber es hat leider nicht gereicht. Es tut mir riesig leid für den Verein und die Fans.“

FSV Salmrohr: Daniel Ternes – Daniel Petersch, Lars Schäfer, Pascal Meschak, Daniel Braun – Julian Bidon, Daniel Bartsch (78. Tobias Bauer), Timo Heinz, Tim Hartmann – Sebastian Ting (46. Fabian Helbig), Matondo Makiadi (46. Ricardo Couto Pinto)
Eintracht Trier: Chris Keilmann – Robin Koch, Torge Hollmann, Christoph Buchner, Fabian Zittlau – Stefan Thelen (67. Michael Dingels), Ugur Dündar (5. Boris Becker), Mirorad Pekovic, Christoph Anton – Rudy Carlier, Ugur Albayrak (88. Luca Sasso-Sant)
Tore: 0:1 (40.) Torge Hollmann, 1:1 (82.) Timo Heinz, 2:1 (112.) Lars Schäfer
Schiedsrichter: Manuel Biesemann (Wadrill) – Zuschauer: 1800

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