Terroristische Absichten? Politiker warnen vor Drohnen-Spionage über Atommeilern

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Bildquelle: Justin Turpel

MAINZ/SAARBRÜCKEN/LUXEMBURG. Die Drohnenüberflüge über dem Atomkraftwerk in Cattenom erregt internationales Aufsehen. Zwei deutsche Landesminister und die Umweltministerin von Luxemburg haben sich mit Forderungen bei der französischen Regierung gemeldet.

Schon zum zweiten Mal wurde das Atomkraftwerk in Cattenom von einer Drohne unbekannter Herkunft überflogen. Zwar haben Spezialeinheiten der französischen Gendarmerie eine Abschusserlaubnis, aber offensichtlich war am Dienstag, als das Flugobjekt gesichtet wurde, niemand zur Stelle. Das einzige, was geschah, war, dass die Betreiberfirma EDF Anzeige gegen unbekannt gestellt hat. Insgesamt, so heißt es aus Frankreich, seien in den vergangenen Wochen 20 Drohnenflüge über französische Atomanlagen festgestellt worden.

Gestern hat sich die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Eveline Lemke (Grüne) zu Wort gemeldet und die französische Regierung aufgefordert, alles Erdenkliche zu tun, um die Angelegenheit aufzuklären. Sie sei in sehr großer Sorge, denn mit solch einem Flugobjekt könne man eine Atomanlage sehr gut ausspionieren. Man könne nicht ausschließen, dass da jemand etwas vorhabe und sich auf diesem Weg vorbereite.

Auch der saarländische Umweltminister Reinhold Jost (SPD) forderte die französische Regierung zum Handeln auf. Es sei eine erhöhte Aufmerksamkeit geboten, denn man könne einen terroristischen Hintergrund nicht ausschließen.

Carole Dieschbourg, Umweltministerin im Großherzogtum Luxemburg, sieht neben den vielen Störfällen, die es besonders in Cattenom immer wieder gibt, in den Überflügen einen weiteren Grund, dieses AKW endlich zu schließen. Atomkraft werde niemals eine sichere Energiequelle werden, weshalb sie ein abschalten von Cattenom fordert.

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