Alkohol-Testkäufe: Hälfte der Trierer Händler verstößt gegen Jugendschutz

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Symbolfoto.

TRIER. Gerade in der Debatte rund um die Alkoholexzesse an Weiberdonnerstag wurde eine Frage immer wieder diskutiert: Wo bekommen unter 18-Jährige überhaupt ihren Alkohol her? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen und entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten, hat die Stadt mithilfe Ihrer U18-Auszubildenden Testkäufe durchgeführt. Die niederschmetternde Erkenntnis: Die Hälfte der Händler handelte gegen das Jugendschutzgesetz.

Seit gut einem Jahr werden in einer Kooperation zwischen Polizei und Ordnungsamt  Testkäufe umgesetzt. Jugendliche Testkäufer sind Auszubildende der Stadtverwaltung, die sich freiwillig für das Projekt gemeldet und die Erlaubnis ihrer Eltern eingeholt haben.

Vor den Testkäufen fanden jeweils Schulungen mit  Jugendschutzbeauftragten, Mitarbeitern des Ordnungsamts und Polizeibeamten statt. 50 Testkäufe im gesamten Stadtgebiet wurden bereits durchgeführt. Getestet wurden neben Tankstellen, Supermärkten und Kiosken hinsichtlich der Alkoholabgabe auch Videotheken, um die Abgabe von Filmen, die erst ab 18 Jahren erlaubt sind, zu kontrollieren.

Das niederschmetternde Ergebnis der Testkäufe: rund die Hälfte der Verkäufer hält sich nicht an geltende Jugendschutzbestimmungen. Das geht aus einem Bericht hervor, den Jugenddezernentin Angelika Birk vor der Beratung zu den Weiberdonnerstag-Präventionsmaßnahmen in der Stadtratssitzung am kommenden Dienstag vorstellt. Gegen die im Test durchgefallenen Händler wurden Bußgeldverfahren eingeleitet. Jugendschützer hoffen, dass die Abschreckung durch das Bußgeld hoch genug ist, um derart schlechte Ergebnisse in Zukunft zu vermeiden.

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14 KOMMENTARE

  1. Fragt sich nur wie hoch die Bußgelder sind. ALDI oder Kaufland werden 10.000 Euro weniger weh tun als einem kleinen Familienbetrieb. Aber gewiss werden es leider nicht 10.000 Euro oder 1000 sein, sonder viel weniger, oder?

  2. Mich verwundert (leider) das Ergebnis nicht. Positiv ist, dass man kontrolliert, aber viel zu wenig und zu selten. Gesetz, Recht und Ordnung werden tagtäglich mit den Füßen getreten, kümmert ja Keinen. Es nützt nichts, allein die Strafen zu erhöhen, drastische Geldbußen und regelmäßige unangemeldete Kontrollen in allen Bereichen müssen her. Wie sonst sollen wir unsere Jugend schützen?

    • Wie wäre es mit vernünftig erziehen? Geeignet wäre hier auch selbst ein gutes Vorbild zu sein. Wenn die Kinder an den Regalen stehen, dann lief wohl zuvor schon einiges schief. Weder Schulen noch der Einzelhandel wird diese Fehler beheben können. Ich gehe einmal davon aus, dass es immer Wege geben wird an Drogen zu kommen.

      • „…noch der Einzelhandel wird diese Fehler beheben können.“

        Och, Herr Heibel, wie wäre es denn beispielsweise mit einfach nicht verkaufen, wenn kein Ausweis mit entsprechendem Geburtsdatum vorgelegt werden kann?

        Mehr verlangt vom Einzelhandel ja niemand. Aber ich weiß: Da sind wir ja schon wieder beim Überwachungsstaat, Orwell und so…

      • Was hat das mit Erziehung zu tun??? Sie haben nie geflucht, gespuckt, Alkohol in jungen Jahren konsumiert, in jungen Jahren Tabak oder ähnliches geraucht, jemanden geschlagen, sind nie mit dem Auto zu schnell gefahren oder haben wie wild geflucht? Sie haben sicherlich auch keine Kinder und wenn doch, trinken diese auch nicht? Machen Sie und Ihre Familie immer alles richtig? Oder hat bei Ihnen auch mal die Erziehung versagt? Sie machen es sich viel zu einfach das alles auf die Erziehungsschiene zu legen. Mensch ist Mensch und jeder handelt trotz seines Wissens mal falsch. Jeder! Es ist der Verkäufer der einen Fehler gemacht. Punkt. Wenn ein Kind etwas nicht bekommt, dann fragt es die Mutter, evtl hat es da ja mehr Glück und genauso ist es bei dem Alkohol Kauf. Sie können aber mal jemanden suchen der NICHTS falsch gemacht. Sie werden weder im Kindergarten, noch auf der Uni noch im Altenheim jemanden finden der ALLES richtig macht – also hat bei jedem die Erziehung versagt 😉

  3. Ach, Rauchverbot, Alkoholverbot, Parkverbot und Durchfahrtsverbot. Geschwindigkeitsbegrenzung und Wartepflicht an Zebrastreifen: In Trier sind das doch alles nur putzige unverbindliche Empfehlungen. Und der Trierer an sich ist halt in 98% der Fälle genau der, für den sie gerade nicht gelten.

    Man brauchte sich doch nur den ununterbrochenen Strom von Fahrzeugen anzuschauen, die, trotz der metergroßen auf die Sperrung heinweisenden Tafeln, in den letzten Wochen vom Moselufer in die Pellinger abgebogen sind, um dann vor der ausnahmsweise tatsächlich mal beim „besten“ Willen nicht umfahrbaren Absperrung vor der Eisenbahnbrücke einen U-Turn zu machen.

    Ein lustiges Soziogramm.

    • Tja, schade daß man die Domänenstraße unlängst nicht ebenso gut abgesperrt hat.
      Hier war zwar auch ein Durchfahrtsverbot und ich hatte mich schon auf ein paar ruhige Tage gefreut, jedoch wurde es von den Autofahrern nur als Empfehlung gesehen.

    • sehen Sie, Herr Jäger, ein wenig mehr Kinderstube und viele dieser Probleme gäbe es nicht, hin und wieder hilft auch einfaches Erkennen von Piktogrammen, überfordert aber auch viele.

  4. Kann lokalo nicht einen eigenen Bereich für Herrn Heibel König der Kinderstube vs. Herr Jäger König des Straßenverkehrs einrichten und nen feed einrichten. Da können die beiden sich nach Lust und Laune battlen. Denn so langsam wird dieses ewige ich bin immer gegen deine Meinung und auch gegen dich langweilig…

    • Gute Idee, Leonie k.!
      Die Posts hier lese ich echt gerne, aber dieser Jäger nervt mit seinem „… der Trierer an sich ist halt so und so …“
      Wenn´s ihn so ankotzt, soll er seine Fliegen packen und sich endlich verpi…en; es bliebe den Lesern hier sehr viel erspart!
      on topic: sehe ich auch so, dass die „beste“ Erziehung nicht vor Dummheiten schützt und dass die Verkäufer in der Verantwortung sind. Mein Sohn hat kein Problem, wenn er, obwohl „schon“ 22, beim Kauf von alkoholischen Getränken im Kaufland nach dem Ausweis gefragt wird. So sollte es eigentlich sein!

  5. Viele Jugendgruppen bestehen aus 15- bis 18jährigen. Da ist es ganz natürlich, dass für einen gemeinsames Besäufnis die Volljährigen den Alkohol einkaufen!

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