Ab Samstag rollt sie wieder, die Bahn

0

Bildquelle: Wikipedia

FRANKFURT/TRIER. Ab Samstagabend, 18 Uhr, rollen die Züge der Deutschen Bahn wieder. Es sei eine Geste der Versöhnung, sagte der Chef der Lokführergewerkschaft GDL, Claus Weselsky am Nachmittag in Frankfurt/Main. Ursprünglich sollte der Arbeitskampf bis Montag um 4 Uhr dauern. Wie die Pressestelle der Deutschen Bahn auf Nachfrage mitteilte, wird es im Laufe des Sonntags noch zu Störungen kommen können, ab Montag jedoch sollte der Verkehr wieder weitestgehend normal laufen.

[td_text_with_title custom_title=“Kommentar“] Das ist ja eine gute Nachricht. Die Eisenbahn soll wieder Rollen. Sie ist aber auch erstaunlich, weil das Landesarbeitsgericht Hessen, bei dem die Bahn in zweiter Instanz die Rechtmäßigkeit des Streikes hatte prüfen lassen, ein Streikverbot kurz vorher abgelehnt hatte. Die Richter hatten sogar, trotz des hohen wirtschaftlichen Schadens, die Verhältnismäßigkeit des Streiks bestätigt. Trotzdem wollen die Lokführer jetzt volle 34 Stunden früher die Räder wieder rollen lassen. Da fragt man sich schon, warum. Und: ist das jetzt das Ende der Ausstände oder müssen wir noch weiter damit rechnen, dass nichts mehr geht?

Eigentlich sind es Machtspielchen

Ist es wirklich ein Zeichen der Versöhnung? Oder bläst Weselsky ganz einfach nur der Wind zu sehr ins Gesicht? Widerstand gegen seine Aktionen kommt schließlich von vielen Seiten. Weselsky will unbedingt nicht nur für die Lokführer, rund 20.000, sondern auch für die ca. 17.000 Zugbegleiter die Tarifverhandlungen führen. Die sind aber mit Masse in einer anderen Gewerkschaft, nämlich der Eisenbahner- und Verkehrsgewerkschaft EVG organisiert. Es sind also eigentlich Machtspielchen, die da getrieben werden.

Ausbaden müssen es die Fahrgäste, und nicht nur die. Die Wirtschaft ist auf die Bahn und ihre Güterzüge angewiesen um produzieren zu können. Ein Teil der Lieferungen wird per LKW kompensiert, was bedeutet, dass die Autobahnen noch voller sind. Also sind auch die Betroffen, die eigentlich gar nicht betroffen sein sollten. Aber das scheint Weselsky nicht weiter zu interessieren. Eine Schlichtung, wie sie die EVG und auch die Bahn vorgeschlagen hat, lehnt er ab.

Unfeine Mittel

Langsam aber sicher nimmt die ganze Sache aber auch auf anderem Gebiet abstruse Formen an. So hat die „Bild“ die private Telefonnummer von Weselsky veröffentlicht und das Magazin „Focus“ ging noch einen Schritt weiter und brachte ein Foto von seinem Haus, mit genauer Routenbeschreibung. Unfeine Mittel, die dazu führten, dass der Gewerkschaftschef die Polizei eingeschaltet hat. Verständlich. Aber das Kinderspiel geht noch weiter. Wie Radio Berlin-Brandenburg (RBB) mitteilt, hat Weselsky die Anrufe, die seinen Anschluss erreichen wollten, alle auf die Nummer von Bahnchef Grube umgeleitet. Wir lachen wieder, wenn der Spaß vorbei ist und die Bahn wieder normal fährt.

Jetzt lokalo liken und keine News verpassen!

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.