Rollstuhlbasketball: Kein Happy-End für Diana Dadzite

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Die Lettin Diana Dadzite ist eine absolute Leistungsträgerin der Dolphins.

Bildquelle: Sandra Wagner/Archiv, Goldmann Dolphins Trier

TRIER. Seit eineinhalb Jahren kämpfen die Goldmann Dolphins Trier und ihre Spielerin Diana Dadzite um eine gerechte Einstufung bzw. Klassifizierung der Lettin im System des Rollstuhlbasketballs. Jetzt ist die Entscheidung gefallen – ganz anders, als es zu erwarten war. Die 28-Jährige ist nicht nur beim Sport sondern auch im Alltag ständig auf den Gebrauch eines Rollstuhls angewiesen ist, stuft der DRS (Deutscher Rollstuhlsport-Verband) die Sportlerin nach der Begutachtung durch die Klassifizierungskommission mit 4,5 Punkten als MB (Minimalbehinderte) ein.

Nach Ansicht des Managements der Dolphins eine himmelschreiende Ungerechtigkeit. „Es wurde ein Novum im weltweiten Rollstuhlbasketball geschaffen“, sagt Otmar Passiwan, „denn es gibt weltweit keine einzige Sportlerin oder Sportler, der sich unter diesen gesundheitlichen Aspekten und den daraus entstandenen Behinderungen speziell im Rollstuhlbasketball mit einer solchen Einstufung wiederfindet.“

Zehn Untersuchungen hat die Sportlerin mittlerweile über sich ergehen lassen müssen, ob Sportärzte, Orthopäden oder Neurologen, keiner konnte abschließend eine endgültige Diagnose über die Ursachen der gravierenden Behinderung finden.

Der Verband riet nun zu weiterführenden, den Körper teils sehr belastende und nicht ungefährliche Untersuchungen, nur um endlich eine Diagnose stellen zu können. Dem entzieht sich die Lettin und pocht auf das Recht der körperlichen Unversehrtheit eines Menschen.

Diana DadziteDadzite selbst und die Dolphins argumentieren nachvollziehbar, dass es ohnehin nicht darum geht, herauszufinden, wie die Behinderung entstanden ist, sondern um die Feststellung des Behinderungsgrades. Passiwan: „Die entstandenen körperlichen Defizite bei Diana sind unumstößlich für jeden und nicht nur für Fachleute gerade bei der Ausübung ihres Sports zu sehen.“ Demzufolge müsse dieses Kriterium auch entscheidend für die Klassifizierung sein.

Nochmals Passiwan: „Vom Verband ist eine Situation für unsere Spielerin geschaffen worden, die sie und uns absolut benachteiligen und somit ihr und uns keine Chancengleichheit mehr im Rollstuhlbasketball gewährleisten.“

Dadzite war von der abschließenden Beurteilung durch die Kommission so enttäuscht, dass sie ihre aktive Laufbahn sofort beenden wollte. Aus Verantwortung für Mannschaft und Verein wird sie bis zum Ende der Saison weitermachen. Als für sie letzte Konsequenz zieht Diana Dadzite allerdings die Beendigung ihrer Karriere zum Ende dieser Saison in Betracht. red/wir

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1 KOMMENTAR

  1. Die Bildunterschrift „sie ist eine absolute Leistungsträgerin der Dolphins“ sagt wie es ist.
    Trotz der hohen Punktzahl ist sie eine sehr wichtige Spielerin für die Mannschaft.
    Die Spielerin und der Verein sollten es dabei bewenden lassen.
    Schließlich haben Ärzte unabhängig von einander begutachtet und eine Beurteilung abgegeben.
    „…die gesundheitlichen Aspekte und (die) daraus entstandenen Behinderungen“ lt. Otmar, haben die Ärzte eben nicht festgestellt, Otmar hin oder Diana her.
    Dumm gelaufen für die Sportlerin und den Verein.

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