In Nikolausnacht: Rechtsradikales Rockfestival in Trier?

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Kategorie C - Die Band wird vom Verfassungsschutz beobachtet und nutzt klar rechtsradikale Songtexte.

Bildquelle: Kategorie C

TRIER. Eine rechtsradikale Band aus Bremen kündigt auf ihrer Homepage ein Festival im Raum Trier an. Mit dabei sollen auch andere internationale Stars der Szene sein. Infos gibt es dazu nicht, denn die Rechten wollen großes Aufsehen vermeiden. Die Behörden sind bereits gewarnt und könnten das Rockertreiben an Nikolaus unterbinden. Ausweichmöglichkeiten gäbe es dann in Wittlich oder Luxemburg.

Die Band „Kategorie C“ soll bei dem geplanten Event im Raum Trier am 5. Dezember der Top-Act sein. Die Rockgruppe, die sich nach der Klassifikation von Stadionbesuchern benannt hat (Kategorie C = gewaltsuchende Fans), wirbt auf ihrer Homepage mit der Veranstaltung. Mehr als der Eintrittspreis von 20 Euro im Vorverkauf und 22 Euro an der Abendkasse ist allerdings noch nicht bekannt.

Der Veranstaltungsort sei jedoch „nur mit dem Auto zu erreichen“. Der richtige Veranstaltungsort wird in der Regel erst kurz vor Konzertbeginn bekannt gegeben. So will die Szene verhindern, von Behörden oder Gegendemonstranten entdeckt zu werden.

In Deutschland könnten die Beamten vorzeitig eingreifen und den Auftritt der Hooligan-Band verhindern. Das Problem: Die Rechtsradikalen könnten ihr Konzert nach Luxemburg verlegen. Dort wird die Band nicht wie in Deutschland vom Verfassungsschutz beobachtet. Die Musiker wurden 2010 im Verfassungsschutzbericht des Landesamts für Verfassungsschutz Bremen unter der Rubrik „sonstige gewaltbereite Rechtsextremisten“ aufgeführt. Sie werden der rechtsextremistischen Hooligan-Szene zugeordnet und sollen Kontakte zur Neonazi-Szene haben.


Umstrittene, neonazistische Aussagen befinden sich zum Beispiel auf dem Album „Fußballfest ’98“. Hier heißt es unter anderem: „Hoch auf dem gelben Wagen, sitz ich beim Führer vorn, Vorwärts die Oi traben, lustig schmettert das MG“. Auf dem im Juli 2006 „wegen Verdacht der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten sowie Gewaltdarstellungen“ eingezogenen extrem rechten Fußballsampler mit dem Titel „Zu Gast bei uns“ war die Band mit dem Stück „Deutschland dein Trikot“ vertreten, in dem es heißt: „Deutschland dein Trikot / Das ist schwarz und weiß / Doch leider auch die Farbe deiner Spieler / In München, Rom und Bern, da gab’s noch echte Deutsche / solche Jungs und diese Siege hätten wir jetzt gerne wieder!“

In den letzten Jahren wurden immer wieder Konzerte der Band verboten. Dabei wurden jeweils Verfügungen zur Abwehr einer Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung erlassen. Das könnte auch in Trier passieren. Die Polizei Luxemburg hat derzeit zwar keine Kenntnis darüber, dass ein solches Konzert im Großherzogtum stattfinden könnte, verspricht aber eine enge Zusammenarbeit mit der deutschen Polizei. (red)

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