Mehrere Tuberkulose-Fälle in Asylbewerberheimen

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Bei einem Tuberkulose-Hauttest wird eine Flüssigkeit unter die obere Hautschicht gespritzt. Zeigen sich nach 72 Stunden Schwellungen, ist der Patient mit Bakterien infiziert.

Bildquelle: wikimedia

TRIER/TRIER-SAARBURG. Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, treten derzeit vermehrt Tuberkulosefälle in der Region Trier auf. Betroffen sind Bewohner der Asylbewerber-Einrichtungen des Kreises Trier-Saarburg. Sieben von ihnen werden derzeit in Trierer Krankenhäusern behandelt.

Ob es sich bei allen Patienten um tatsächliche Tuberkulosefälle handelt, ist noch unklar. Die Verdachtsfälle werden derzeit untersucht. Entdeckt wurden die Erreger bei einer Erstuntersuchung der Asylbewerber, die vom zuständigen Gesundheitsamt bei Unterbringung in der Einrichtung vorgenommen werden muss.

Ein Sprecher des Kreises Trier-Saarburg wollte sich am Morgen zu Details nicht äußern. Er betonte jedoch, dass seit Jahren immer wieder Fälle der Infektionskrankheit auftreten und so kein Grund zur Beunruhigung bestehe.

Nichtsdestotrotz ist Tuberkulose immer noch die weltweit tödlichste Infektionskrankheit. Die Erreger befallen überwiegend die Lunge und lösen unter anderem Husten aus. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) trägt ein Drittel der Weltbevölkerung Tuberkulose-Erreger in sich. In den meisten Fällen bricht die Krankheit jedoch nicht aus. In Deutschland geht die Zahl der Tuberkulose-Fälle seit Jahrzehnten stetig zurück. Der Grund dafür sind verbesserte Lebensumstände sowie eine gute Kontrolle der Erkrankung. Doch seit 2009 hat sich die Anzahl der gemeldeten Fälle kaum verringert. Bei Kindern sind die Zahlen in den letzten Jahren sogar angestiegen.

Die Erkrankung beginnt in der Regel mit Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Es können zudem Fieber, Appetitmangel mit ungewolltem Gewichtsverlust und nächtliches Schwitzen auftreten. Typische Beschwerden sind auch Husten, gelegentlich mit blutigem Auswurf und Schmerzen beim Atmen.

Tuberkulose wird meist von Mensch zu Mensch übertragen. Bei einer offenen Lungentuberkulose scheiden Erkrankte die Erreger vor allem beim Husten und Niesen aus. Dabei gelangen feinste erregerhaltige Tröpfchenkerne in die Luft und können anschließend von anderen Menschen eingeatmet werden. Ob es zu einer Ansteckung kommt, hängt davon ab wie lange und intensiv der Kontakt mit Erkrankten war. Gerade in den überfüllten Asyleinrichtungen ist daher Vorsicht geboten. Krankheitsfälle müssen früh erkannt werden, um die rasante Ausbreitung zu vermeiden. (red)

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