Hartz IV nicht mit uns – Jetzt wird gestreikt!

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Bildquelle: Andreas Sommer

WITTLICH. Es geht nicht um höhere Gehälter oder kürzere Arbeitszeiten, sondern schlicht um die Existenz. Rund 100 Mitarbeiter des Wittlicher Pumpenzulieferers Franklin Electric befinden sich ab heute im unbefristeten Warnstreik. Vorausgegangen war das Scheitern neuerlicher Verhandlungen zwischen der Geschäftsleitung und der Gewerkschaft IG Metall im Streit um die Verlagerung der Produktion ins Billiglohnland Tschechien.

Für viele der Franklin Mitarbeiter, die aufgrund der zum Teil bereits vollzogenen Produktionsverlagerung ihre Kündigung erhalten haben, droht das Abrutschen ins Arbeitslosengeld II. Einer von ihnen ist Albert Schlösser. Mit 56 Jahren ist er auf dem Arbeitsmarkt chancenlos. „Ich weiß nicht, wie es für mich weitergehen soll. Wenn ich hier rausgeworfen werde, dann liege ich auf der Straße“, klagt er. So wie ihm, geht es vielen der über 100 Arbeiter, die sich am Streik beteiligen. Viele von ihnen arbeiten schon seit Jahrzehnten beim Wittlicher Wasserpumpenzulieferer.

Streik bei Franklin
Wie lange die Streikmaßnahmen andauern werden, kann Roland Wölfl von der IG Metall Trier nicht sagen. „Wir gehen davon aus, das es eine gewisse Zeit dauern wird. Wir wissen auch, daß durch die Arbeitskampfmaßnahmen der letzten Wochen Durck auf das Unternehmen ausgeübt wurde und gehen davon aus, das die Geschäftsführung über kurz oder lang neue Tarifverhandlungen mit uns führen muß“, sagt Wölfl.

Neben einem Sozialplan soll dabei aber auch erneut der Versuch im Mittelpunkt stehen, die Arbeitsplätze in Wittlich zu erhalten. „Es gibt keine Notwendigkeit diese Arbeitsplätze in das Billiglohnland Tschechien zu verlagern. Man kann sie auch hier erhalten, man muß es nur wollen“, sagt Roland Wölfl weiter.

Unterdessen hält die Geschäftsleitung von Franklin Electric am geplanten Produktionsstart 2016 in Tschechien fest. Am Freitag ist eine weitere Kundgebung an der Porta Nigra in Trier geplant, zu der über 1000 Teilnehmer erwartet werden.

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