„Gott mit Uns?“ – Trier im Krieg

0
Bombenschäden in der Kuhnenstraße im August 1918 - kurz vor dem Ende des Ersten Weltkrieges.

Bildquelle: Stadtarchiv Trier, Theater Trier

TRIER. Anlässlich des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren veranstaltet das Theater Trier mit Unterstützung des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz in den kommenden Monaten eine Projektreihe zum Thema. In Kooperation mit zahlreichen Trierer Institutionen, besonders der Universität, finden Theateraufführungen, Konzerte, Ausstellungen und Vorlesungen zum Jahrgedächtnis und zur Schaffung eines Gedankenaustausches statt. Das ganze Projekt steht unter Überschrift „Gott mit uns?“.

Uni-Seminar mit Prof. Dr. C. Jansen sowie Intendant Weber, Chefdramaturg Oppermann und Musikdramaturg Dr. Larsen.
Uni-Seminar mit Prof. Dr. C. Jansen sowie Intendant Weber, Chefdramaturg Oppermann und Musikdramaturg Dr. Larsen.

Am 28. Juli 1914 stürzte die Welt in Folge des Attentats von Sarajevo in die Katastrophe des Ersten Weltkriegs. Durch die frontnahe Lage kam Trier als Garnisons- und Lazarettstadt eine besondere Rolle bei der Versorgung verletzter Soldaten zu. Gleichzeitig war sie aber auch Opfer gezielter Anschläge, die der Zerstörung der Altertümer und Angriffen auf die Bevölkerung galten. Zwei Rechercheprojekte hat das Theater Trier in Zusammenarbeit mit der Trierer Universität realisiert.

„Wahnsinn wäscht die Hände – Europa macht mobil“ ist ein Bühnenstück von Theater-Intendant Gerhard Weber und Musikdramaturg Dr. Peter Larsen. Es befasst sich mit den 33 Tagen zwischen dem Attentat von Sarajevo und dem Kriegsausbruch, der so genannten Julikrise. „Wie ist es in diesen Tagen zum Krieg gekommen?“ Das wolle man erörtern, informiert Larsen. Eine Fülle bestehenden Materials wurde gesichtet und in ein szenisches Stück verwandelt. „Die Fragen, die sich stellen sind: Wie früh erkannte man die Brisanz des Themas – oder wie spät erst? Welche Mentalität spielte dabei eine Rolle?“, informiert Weber. Das Theater Trier konnte den bekannten Schauspieler Michael Mendl gewinnen, der in diesem Stück die Originaldokumente liest. „Die Texte vom Aufmarsch Triers gehen unter die Haut!“ so Weber.

Das zweite Projekt ist „Aufmarsch Trier – So bitte ich Sie, meiner zu gedenken“ von Chefdramaturg Peter Oppermann und Regisseur Steffen Popp. Es handelt sich um ein dokumentarisches Oratorium, das mit der Hilfe von Studenten der Universität Trier, dem Trierer Stadtarchiv und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge aus Zeugnissen der Gegenwart entstanden ist. Zusammenhänge zwischen der ehemaligen Lazarettstadt Trier und dem Ersten Weltkrieg werden herausgearbeitet. Zum Beispiel durch Gespräche mit einem Taxifahrer, Befragungen in der Fußgängerzone oder Tagebuchaufzeichnungen und Briefe. „So konnte ein Patchwork unterschiedlichster Assoziationen entstehen“, freut sich Oppermann. Er wolle ein Gefühl aufkommen lassen von dem, was die Menschen damals bewegte. „Dieses Projekt ist einzigartig in der Region!“ Ein Jahr habe man daran gearbeitet. Oppermann freue sich besonders, dieses Projekt in der letzten Spielzeit von Intendant Weber zu realisieren. Karl Sibelius wird ab der Spielzeit 2015/2016 die Intendanz übernehmen.

Für die Sprechrolle konnte Schauspieler Michael Mendel gewonnen werden.
Für die Sprechrolle konnte Schauspieler Michael Mendel gewonnen werden.

Die Uraufführung der beiden Werke findet am 26. Oktober im Theater Trier statt.

Eine weitere Veranstaltung wird das 3. Symphoniekonzert sein, das am 27. November ebenfalls im Theater Trier stattfindet. Besonderes Highlight ist hier ein Klavierkonzert von Maurice Ravel, geschrieben für seinen Musikerkollegen Paul Wittgenstein, der im Krieg seinen rechten Arm verlor: Das Stück wird lediglich mit der linken Hand gespielt.

Der Dank des Theater-Indentanten Weber gilt besonders dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz, das einen großzügigen Beitrag zur Unterstützung dieses Projektes geleistet habe. „Wir konnten eine stolze Anzahl an Kooperationspartnern gewinnen“, so Weber.

Weitere Informationen zum Projekt auf „Gott mit Uns“ des Trierer Theaters. (soph)

Jetzt lokalo liken und keine News verpassen!

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.