Flinker Ire schnappt das Krokodil

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Noch am Stockplatz, demnächst aber im "Krokodil" - Alan Gunning und sein "Irish Pub".

Bildquelle: Eric Thielen

TRIER. Ende einer Ära in der Trierer Gastro-Szene: Alan Gunning zieht mit seinem „Irish Pub“ vom Stockplatz ins „Krokodil“ an den Nikolaus-Koch-Platz. Der 45-jährige Ire bestätigte jetzt entsprechende Informationen von lokalo. „Ja, stimmt, ist korrekt“, so der Mann aus Dublin, „wir ziehen um.“ Zum 1. November will Gunning seinen Pub im jetzigen „Krokodil“ aufziehen. Dort wird Ende Oktober die letzte Schicht gefahren. Rolf Mayer zieht sich nach zehn Jahren aus dem Geschäft zurück, will sich beruflich verändern. „Zehn Jahre reichen einfach“, sagte der 61-Jährige gegenüber lokalo. Die Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen. „Aber jetzt freue ich mich auf etwas Neues“, so Mayer. Am Stockplatz zieht nach Angaben von Vermieter Marco Engelmann die Trierer Gastro-Familie Alija ein, die gegenüber vom „Irish Pub“ bereits das Restaurant „Buon Gusto“ betreibt. „Wir haben Pläne für die Location“, so Sandra Alija, eine gebürtige Triererin, gegenüber lokalo, „aber mehr möchte ich derzeit noch nicht verraten.“

Alan Gunning ist „happy“ – und wie. Seit einem Vierteljahrhundert ist der Mann aus Dublin in Deutschland, erst in Saarbrücken, dann in Trier. Sein „Irish Pub“ am Stockplatz ist seit 22 Jahren eine Institution in der Trierer Gastro-Szene. Live-Musik, Karaoke, Guinness und Häppchen serviert Gunning seinen Gästen. Jetzt zieht er um, an den Nikolaus-Koch-Platz ins „Krokodil“. Vom 1. November an ist dort die „Grüne Insel“ in Trier. „Mein Vertrag wäre sowieso am 31. Dezember ausgelaufen“, sagt der 45-Jährige. Da kam es ihm gerade zupass, dass Rolf Mayer sich nach zehn Jahren aus dem „Krokodil“ zurückzieht, weil er sich beruflich verändern will. Gunning schnappte sich kurzerhand das „Krokodil“.

„Das neue Gebäude ist für mich optimal“, so Gunning, „viel besser als hier am Stockplatz.“ Dort war nämlich in den letzten Jahren ein hoher Sanierungsstau aufgelaufen. Die große Glasfront etwa zum Platz hin entspricht nicht mehr den neuesten Lärmschutzanforderungen. Weil der Ire seinen Gästen aber auch weiterhin Live-Musik bieten und keinen Ärger mit den Anwohnern haben will, packte er das „Krokodil“ beim Schopf. Bis zu 500.000 Euro, so schätzt Gunning, muss in die Lokalität am Stockplatz investiert werden, um alles auf den neusten Stand zu bringen. „Es war nicht leicht für mich“, sagt der Mann aus Dublin, „aber jetzt bin ich echt happy, dass alles so schnell und reibungslos funktioniert hat.“ Die Fremdenzimmer des „Krokodil“ will er übrigens weiter betreiben. „Da bin ich in Verhandlungen und auch zuversichtlich, dass es klappt.“ Möglicherweise will er seinen Gästen über die Küche im neuen Gebäude auch Speisen anbieten. „Aber das weiß ich noch nicht, erst einmal will ich einziehen.“

Zehn Jahre lang betrieb Rolf Mayer das "Krokodil" - jetzt zieht dort der "Irish Pub" ein.
Zehn Jahre lang betrieb Rolf Mayer das „Krokodil“ – jetzt zieht dort der „Irish Pub“ ein.

„Klar müssen wir am Stockplatz viel renovieren und ferner investieren“, sagt auch Vermieter Marco Engelmann, „weil die Location nach so vielen Jahren einfach abgenudelt ist.“ Engelmann ist sich mit der Trierer Gastronomen-Familie Alija einig geworden. Die betreibt in der Stadt nicht nur das „Buon Gusto“, sondern auch das „Da Massimo“ in Euren und das „Albarone“ am Viehmarkt. Die Alijas übernehmen jetzt nicht nur den „Irish Pub“, sondern auch das links davon liegende Ladenlokal, das seit kurzem leer steht. Beide Räumlichkeiten sollen zusammengelegt werden.

„Wir haben schon Pläne, was wir alles machen wollen“, so Sandra Alija, eine gebürtige Triererin. Die lägen allerdings derzeit noch in der Schublade, seien von daher noch nicht spruchreif. „Deswegen kann ich noch nicht mehr verraten.“ Was sie aber verraten kann, ist, dass es Anfang kommenden Jahres losgehen soll. „Dann wollen wir unsere neue Location eröffnen.“ Ein enger Zeitplan. „Aber ich denke, das bekommen wir hin“, so Alija.

Für Alan Gunning war die Zeit am Stockplatz „eine gute Zeit“. Ausdrücklich lobt der Ire das Verhältnis zu seinem Vermieter und tritt damit Gerüchten entgegen, er habe sich von Engelmann im Streit getrennt. „Das stimmt nicht“, so Gunning, „ich kann überhaupt nichts gegen Herrn Engelmann sagen.“ Die gute Beziehung zwischen ihm und Gunning bestätigt auch der Trierer Unternehmer. „Über all die Jahre hinweg war es eine hervorragende Geschäftsverbindung mit Alan Gunning“, so Engelmann, „jetzt macht er anderswo weiter, und dafür wünsche ich ihm viel Erfolg.“ (et)

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3 KOMMENTARE

  1. Dieser Irish-Pub hat noch nie Allen Guning gehört. Wie bitte kann es dann eine großartige Geschäftsbeziehung zwischen ihm und Engelmann gewesen sein?

  2. Was passiert denn jetzt mit den Mitarbeitern des Krokodil´s ? Kann man diese Leute, die seit zig Jahren dort ihr bestes gegeben haben, denn so einfach auf die Straße setzen, oder muss man denen nicht eine Abfindung bzw.einen Sozialplan anbieten? Bei einer Belegschaftsgröße von schätzungsweise 25 Mitarbeitern, kann man doch nicht einfach sagen ich habe keine Lust mehr,schließt den Laden , und lässt die Mitarbeiter im Regen stehen. Sieht so die Fürsorgepflicht eines „ehrbaren“ Unternehmers aus?

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