OB-Wahl Trier – Piraten für Leibe, FDP ohne Empfehlung

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Wird nun auch offiziell von den Piraten unterstützt: Wolfram Leibe, hier mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Bildquelle: Eric Thielen

TRIER. Noch drei Wochen bis zur OB-Wahl in Trier. Als erste Partei ohne eigenen Kandidaten haben sich am Sonntag die Piraten klar positioniert. Sie unterstützen laut einer Presseerklärung den SPD-Kandidaten Wolfram Leibe. Der Kreisparteitag habe sich nach intensiver Beratung für Leibe entschieden, teilen die Piraten mit. Nach lokalo-Informationen hat auch die FDP beraten. Demnach werden die Trierer Liberalen keine offizielle Wahlempfehlung für ihre Mitglieder abgeben. Allerdings stellen die Liberalen es ihren Vorstandsmitgliedern frei, sich öffentlich für einen der drei Kandidaten auszusprechen.

Leibes Blick „auf das politisch Machbare“ habe die Piraten schließlich nach intensiven Gesprächen mit allen drei Kandidaten und internen Debatten davon überzeugt, den SPD-Kandidaten zu unterstützen, heißt es in der Mitteilung der Piraten. Nach Auffassung des Kreisparteitages sei Leibe von allen drei Kandidaten „am besten für das Amt des Oberbürgermeisters von Trier geeignet“. Sebastian Kratz, Sprecher der Piraten für Kommunalpolitik, begründet die Entscheidung: „Wir glauben, dass die Ziele der Piratenpartei unter Leibes Stadtleitung am ehesten eine Chance auf Verwirklichung haben. Wir hoffen, im Falle seiner Wahl seinen realpolitischen Blick durch unsere politischen und gesellschaftlichen Visionen bereichern zu können.“

Unabhängig davon seien die Piraten von allen drei Kandidaten als politische Kraft ernst genommen worden. Das hätten die Gespräche mit Leibe, Hiltrud Zock und Fred Konrad gezeigt. „Im Gegenzug haben wir intensiv über die Vor- und Nachteile aller Kandidaten debattiert. Auch die Unterstützung keines Kandidaten haben wir in Betracht gezogen“, so Piraten-Chef Andreas Brühl. Letztlich habe sich der Kreisparteitag am vergangenen Donnerstag jedoch für Leibe entschieden.

FDP stellt Empfehlung frei

Auch die Trierer FDP hat intern intensiv über eine mögliche Unterstützung beraten. Darin sind die Liberalen nach lokalo-Informationen zum Ergebnis gekommen, keine offizielle Empfehlung für ihre Mitglieder und Wähler abzugeben. Allerdings stellt es die FDP ihren Vorständen frei, sich öffentlich für einen der drei Kandidaten auszusprechen. Von den Freien Wählern (FWG), der Linken und der AfD, die ebenfalls im Trierer Stadtrat vertreten sind, gibt es derzeit noch keine Hinweise darauf, ob sie einen der drei OB-Kandidaten mit einer offiziellen Empfehlung unterstützen werden. (et)

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2 KOMMENTARE

  1. Für die Linkspartei gibt es verschiedene Optionen. Da sie selbst keinen Kandidaten aufgestellt hat, wäre sie meiner Ansicht nach gut beraten, keine Wahlempfehlung abzugeben. Wenn sie sich aber zu einer solchen durchringt, kann sie nur den Kandidaten der Grünen oder den der SPD empfehlen. Eine solche Empfehlung kann nur unter deutlichen Vorbehalten erfolgen, denn es ist nicht erkennbar, dass sich SPD oder Grüne in Trier gegenüber linker Politik geöffnet hätten. Keine Empfehlung zu geben hätte allerdings den Vorteil, sich erst nach der Wahl gegenüber dem gewählten OB eindeutig positionieren zu müssen, sodass man als eindeutig linke Partei bei jedem einzelnen politischen Vorgang prüfen kann, mit wem zusammen man Politik im Interesse der Mehrheit der Menschen in der Stadt umsetzen kann und mit wem nicht. Mit einer Wahlempfehlung, die ja doch auf dem basieren würde, was im Wahlkampf geäußert wird, könnte man sich auf eine Anbindung festlegen, die sich später als Fehler erweist – weil bekannterweise Wahlkampfparolen wenig darüber aussagen, was später wirklich gemacht wird.

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