Trotz drängender Probleme – Birk sagt Sitzung zu Schulen ab

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Bildquelle: Eric Thielen, Sandra Wagner

TRIER. Am Montag gehen die Schulsommerferien zu Ende, und auch am Trierer Augustinerhof kehrt dann wieder der Arbeitsalltag ein. Die Städtischen sind aus dem Urlaub zurück, und drängende Probleme müssen angegangen werden. Die überraschende Schließung der Mäusheckerhalle und die Ungewissheit für die Egbert-Schüler tragen ein Übriges dazu bei, dass bei allen Beteiligten der Druck stetig wächst. Schuldezernentin Angelika Birk (Grüne) lässt sich davon offenbar nicht beeindrucken: Kurzerhand sagte sie nach lokalo-Informationen die Sitzung des Fachausschusses zur Schulpolitik ab − trotz der drängenden aktuellen Probleme.

Es ist eigentlich nicht ungewöhnlich, eine Ausschusssitzung abzusagen. Aber es ist durchaus bedenklich, wenn es genau der Ausschuss ist, bei dessen Thematik es derzeit die drängensten Probleme gibt. Beispiel Mäusheckerhalle: Mit sofortiger Wirkung schloss die Stadtverwaltung in der vergangenen Woche die Sporthalle. Grund für die Schließung sei ein statisches Problem. Neben den Sportvereinen, die die Halle nutzen, kommen nun auch die Schulen in Bedrängnis.

Schüler des Friedrich-Spee-Gymnasiums und der Realschule plus aus Ehrang nutzen die Halle für ihren Schulsport und stehen so kurz vor Schulanfang am Montag vor massiven Problemen. Sollte die Halle dauerhaft geschlossen bleiben müssen, gibt es kaum praktikable Ausweichmöglichkeiten. 

Betroffen von einer Schließung ist auch die Halle am Grüneberg. Aufgrund jahrelang angestauten Schimmelbefalls muss die Halle nun großflächig saniert werden. Auch hier trifft das Problem Schüler. Die Sporteinrichtung wird normalerweise von der Egbert-Grundschule genutzt. Der Schulsport muss nun in die Grundschule Olewig verlagert werden.

Heißt für die Kinder konkret: Erst pendeln sie in die Grundschule Kürenz, da ihr eigenes Schulgebäude nach wie vor ebenfalls wegen Schimmelbefall geschlossen ist. Und zum Sportunterricht geht dann die Pendelei nach Olewig weiter.

Nicht nur für den Schulsport problematisch: Dirk Passiwan und seine Rollstuhlbasketballer stehen vor ernsten Problemen wegen der Sperrung der Mäusheckerhalle.
Nicht nur für den Schulsport problematisch: Dirk Passiwan und seine Rollstuhlbasketballer stehen vor ernsten Problemen wegen der Sperrung der Mäusheckerhalle.

Wie lange diese Situation noch anhält, ist unklar. Für die Grüneberghalle liegt noch kein konkreter Wiederöffnungstermin vor. Die Zukunft der Grundschule Egbert ist ungewiss und die Palette möglicher Szenarien breit gefächert. Von Schließung über provisorische Sanierung bis hin zum Neubau ist alles denkbar. Entsprechende Gutachten liegen mittlerweile vor. Was fehlt ist ein mutiger Impuls aus dem Rathaus. Dort müsste man Eltern und Schülern eigentlich Gewissheit verschaffen.

Doch statt diese Probleme anzugehen, sagte Schuldezernentin Angelika Birk in der vergangenen Woche die nächste Sitzung des Schulträgerausschusses, die für den 18. September geplant war, ab. In Ihrem Rundschreiben an die Ausschussmitglieder heißt es: „Aufgrund der Urlaubszeit war eine Abstimmung mit den verschiedenen beteiligten Ämtern nicht möglich.“ Heißt im Umkehrschluss: Während der gesamten Sommerpause hat sich in Sachen Schulen nichts bewegt.

Fraglich ist nur, ob das tatsächlich an der Urlaubszeit liegt oder an der fehlenden Zusammenarbeit der Dezernate. Problembedingt müssten Baudezernat und Schuldezernat so eng zusammenarbeiten wie nie zuvor. Doch angesichts der Feindschaft zwischen den beiden Damen des Stadtvorstandes erscheint dies eher unrealistisch. Birk und Kollegin Simone Kaes-Torchiani (CDU), die Chefin des Bauderzernats, können nicht miteinander – ein offenes Geheimnis in Triers politischer Szene.

Hier kommt eine Idee der Linksfraktion im Trierer Stadtrat ins Spiel. In einer aktuellen Pressemitteilung fordern sie die Einsetzung eines Runden Tisches zur „Ausgestaltung der Trierer Schul- und Freizeitlandschaft“. Neben den politischen Akteuren sollen dort auch die Schulleiter und Zuständigen der Sportvereine gehört werden. Aufgrund der Dringlichkeit der Probleme ist jedoch fraglich, ob ein neu eingerichtetes Gremium den Handlungsspielraum durch kreative Ideen erweitern würde oder doch den Lösungsprozess weiter verzögert. (rom)

15 KOMMENTARE

  1. Recht hat sie!
    Was soll denn da beschlossen werden? Da wird Kaffee getrunken und geschwatzt.
    Alle Entscheidungen liegen eh auf eis,
    A) bis Jensen weg ist – der verbrennt sich nirgendwo mehr die Finger
    b) bis der Haushalt im Februar verabschiedet wird und
    C) der vielleicht im August 2015 mal von der ADD genehmigt ist.

    Hier wird uns 1a Demokratie vorgespielt; mehr nicht.

    • …aber was soll man machen, wenn einem so langsam die Themen zum nostalgischen 70er Grünen-Bashing ausgehen?

      Die Hochzeit von Axel Reichertz mit Frau Birk (der heimliche Grund für die Ablehnung der Skatehalle) ist ja immernoch nicht in Sicht!

  2. Diese ganze Sachlage, mit Schulen, Sportstätten und auch den Kindergärten, ist ein zu ernstes
    und vor allem wichtiges Thema, um darüber Glossen jedweder Art zu tätigen.
    Daß das Wohl der Kinder diesen beiden Damen an ihrem recht umfangreichem Gesäß vorbei zu gehen
    scheint, müsste jedem nunmehr klar sein.
    Machtwort vom selbsternannten „Macher“ sind nun wirklich nicht zu erwarten, der soll ja ganz andere
    Probleme haben.
    Nur rumjammern hilft nun nicht mehr,hat man es nicht so gewollt ?

  3. Det: „…, ist ein zu ernstes
    und vor allem wichtiges Thema, um darüber Glossen jedweder Art zu tätigen.“

    „Das grüne Imperium“…
    http://lokalo.de/artikel/65467/der-kommentar-das
    …war wohl keine Glosse. Zumindest keine freiwillige. Sondern – höchst befremd- und bedauerlicherweise – die ernstgemeinte Meinung der lokalo-Redaktion, vor deren Hintergrund wohl jedwede „Berichterstattung“ aus dieser Quelle über alles, was in Trier grün ist, zu sehen ist.

    Ansonsten – nicht nur in der Gesäßfrage – volle Zustimmung.

  4. @Stephan Jäger Bei Projekt X möchte ein (Privatinvestor)Wohnbauten für wohlhabende hinstellen.Privatinvestoren wer ist der Meinung das Trier so etwas brauch?Gebrüder Grimm Stunde die war schon.

    • „Bei Projekt X möchte ein (Privatinvestor)Wohnbauten für wohlhabende hinstellen…“

      Ich weiß! …und auch bei der sogenannten „Rettung“ ging es den Rettern allem Anschein nach primär um die Aufwertung einer den SWT gehörenden Immobilie (die ja irgendwann dann NOCH MEHR wert sein würde, wenn der ganze Stadtteil „aufgewertet“ ist). Unter anderem deshalb ist die „Rettung“ ja geplatzt.

      Aber die „Gebrüder Grimm“-Variante mit dem tapfer von Listenplatz 37 für seine Prinzessin Angelika und die grüne Weltherrschaft kämpfenden Knappen Axel hat natür auch ihren Reiz. Zumindest den gewissen Unterhaltungswert einer (unfreiwilligen) Glosse

  5. Moment mal! Es ist richtig , die Sitzung zu dem Thema abzusagen. Weil: Für den Unterhalt und die Sicherheit in den Schulen(und allen anderen Städt Gebäuden wie Turnhallen, Feuerwachen, Bauhöfe, Büros etc) ist das Amt für Gebäudewirtschaft (GWT) verantwortlich. Und dieses gehört zum Baudezernat. Sprich, die Mitarbeiter sind der Baudezernentin (Kaes-Torchiani) Weisungs-und Meldegebunden. Und nicht der Schuldezernentin(Birk). Und wie die beiden damen zueinanderstehen ist bekannt. Wenn Frau Birk keine Informationen aus dem baudezernat bekommt, kann sie ja auch keine an ihrem Ausschuß und ihre Schulleiter/ Sportvereine weiterleiten. Immerhin heisst die Bürgermeisterin immer noch Birk und nicht Bibi Blocksberg. Die kann nämlich in Glaskugeln lesen.

  6. 2012 Ist man der Meinung das Trier Privatinvestoren braucht.Aha 2012!2014 Wie ein Lauffeuer ….Linke abgeordnete erzählt was von Schimmel Frau Birk schwer empört über die Zustände.Jensen macht Kohle locker bei Malu die gleichzeitig erklärt das sowas ja Privatinvestoren locke.Über Nacht ein Traum gehabt?Oder ist die erkenntnis in Trier West eingerückt?Nicht Handeln kann weitreichende Konsequenzen mit sich führen wa?Wärend der Sozialstaat weiter demontiert wird macht man was?JMan nimmt ein Soziales Projekt aus einem Sozial schwachen Stadtteil. Und möchte Wohnbauten für wohlhabende Bauen lassen von einem Privatinvestor.Was passiert eigendlich genau wenn man Stadtteile aufbessert?Kann es sein das dort die Mietpreise steigen?Und das für Menschen die Sozial schwächer sind.Die ganze sache stinkt zum Himmel.Und dafür muss man nicht im Stadtrat sitzen.

  7. Ich bin für mehr Privatinvestoren in Trier und dann doch nicht?Ist das der sogenannte neoliberalismus?Und wo solche Bauten stehen kommen immer mehr dazu.Malu werden sich Privatinvestoren finden…Wie ist das überhaupt? Wenn man die Stadtwohnungen aufwertet müssen doch die Mieter mehr zahlen oder?Und wie sollen das Sozial schwächere Menschen stämmen?Die Stadt ist hochverschuldet da kommt schon der ein oder andere zweifel.Wenn sich welche die Wohnungen nicht mehr Leisten können heisst das ausziehen.Oder vielleicht werden die Wohnungen dann verkauft? Man erzählt es gäbe keine Wohnungen mehr in Trier.Das darf man gerne Glauben muss man aber nicht!Saniert gehören da bestimmt einige aber sie sind da.Andere Variante aber das Resultat ist das gleiche höhere Mietpreise.Überhaupt finde ich es beunruhigend wie sich alle in den Liberalkapitalismus pressen lassen.Verstehe garnicht wieso die Fdp so wenig stimmen hat.Weltverschwörung an sowas Glauben nur Esoteriker die Montags immer in Trier rum springen.Widersprüchlich und da bei Politikern immer die Ideale der Wirtschaft weichen ist es immer bedenklich.Hört sich ja alles toll an.Nach dem man sich jahrelang um die Menschen ein scheiss gekümmert hat.

  8. Auf den Punkt gebracht kann aufwertung auch verdrängung bedeuten.Zumindestens für Sozial schwache Menschen wäre dass das erste mal?

  9. Verschwinden eigendlich durch bessere Wohnbedingungen auch ihre Soziale benachteiligung?Wusste garnicht das man Zaubern kann.Daher warum sollte dann das Projekt ist gescheitert sein?Naja wenn man davon ausgeht das die Menschen sich dann eh was anderes suchen müssen ergibt das sinn.

  10. Überleg doch mal warum sollte das Projekt x denn gescheitert sein?Weil die Menschen nun bessere Wohnverhältnisse haben?Vielleicht geht man auch davon aus das etliche Wohnungen frei werden für mehr Pendler?So nah an der Grenze zu Luxembourg wäre das ein gefundenes fressen für einige.Ich würde sagen das ist sogar eine sichere Geldquelle besser als Firmen….

  11. Das Projekt x hat keine bedeutung weil es eine art Grünfläche ist solche wo Privatinvestoren kaufen.Sogenannte Pioniere sieht man in anderen Städten häufig.Was Glaubt ihr warum Malu sich noch mehr Privatinvestoren erhofft?Darum brauch man auch das Soziale Projekt nicht mehr weil die Sozial schwachen sich in Luft auflösen.Die Reichen Siedler passen sich bestimmt nicht den Sozialbenachteiligten an.Deswegen hat man auch kein interesse die anderen Stadtwohnungen zu sanieren.Glaubt was ihr wollt ich sage die sache Stinkt!

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