Trierer Polizisten am häufigsten krank

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Trierer Polizisten bei der NPD-Demo in Trier.

Bildquelle: Bastian Lütge

TRIER. Das Polizisten viel Stress haben, dürfte bekannt sein. Nun wird der Stress zum großen Problem für die Präsidien der Region und die Polizeigewerkschaft schlägt Alarm. Laut SWR sind im Bereich des Polizeipräsidiums Trier landesweit die meisten Polizisten krank. 

Die Gründe für die Krankheitswelle sind für die Polizeigewerkschaft nicht feststellbar. Innenminister Roger Lewentz hatte noch am Montag in Mainz erklärt, dass gerade Polizisten immer mehr belastet würden. Ob bei einer Fanrandale im Fußball-Stadion, ob bei gewalttätigen Demonstrationen, immer seien Polizisten zuerst gefordert. Auch bei Unfällen auf der Autobahn steige der Adrenalinpegel der Beamten, so Peter Kretz, Leiter der Autobahnpolizei Schweich gegenüber dem SWR.

1100 Beamte arbeiten zurzeit auf 22 Dienststellen im Bereich des Trierer Polizeipräsidiums. Jedoch sind viele der Beamten nicht voll einsatzfähig, können keinen Schichtdienst mehr leisten und können nicht mehr auf Streife geschickt werden. Jeder fünfte Polizist in der Region Trier muss aus gesundheitlichen Gründen im Beruf kürzer treten, so die Gewerkschaft der Polizei. Dementsprechend steigen die Belastungen der einsatzfähigen Beamten.

Die Gewerkschaft bemängelt die Sparpolitik der Regierung. Zwar sollen in den nächsten Jahren 180 neue Beamte den Dienst antreten, allerdings würden laut Berechnungen dann immer noch 30 Beamte fehlen. Daher werden in entlegenen Dörfern im Hunsrück oder in der Eifel weniger oder gar keine Streifen mehr fahren. Die Sicherheit würde darunter leiden. Wie die Krankmeldungen sich allerdings genau auf die Sicherheit auswirken wird, konnte und wollte die Polizeigewerkschaft gegenüber dem SWR nicht sagen.

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1 KOMMENTAR

  1. „Wie die Krankmeldungen sich allerdings genau auf die Sicherheit auswirken wird, konnte und wollte die Polizeigewerkschaft gegenüber dem SWR nicht sagen.“

    Beantwortet sich wohl von selbst. Bei momentan 210 fehlenden Beamten und 220 Beamten, die gesundheitlich „kürzer treten“ müssen, fehlen aktuell wohl 430(!) Beamte! Dazu kommt noch, dass die Überstunden ab dem kommenden Jahr nicht mehr voll vergütet werden, weshalb derzeit sowieso schon auf „Sparflamme“ gearbeitet wird. Viele feiern Überstunden ab.

    Die Polizei ist der Fußabtreter der Gesellschaft und der Politik, von der Gesellschaft oft nicht mehr respektiert und von der Politik nicht unterstützt. Ich würde keinen Tag mit den Beamten tauschen müssen, besonders nicht im rot-grünen Rheinland-Pfalz…

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