Alexander Brittnacher pulverisiert den alten „Cocktail-Weltrekord“ – Video

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Neuer Weltrekordhalter: Alex Brittnacher shakte für einen guten Zweck.

Bildquelle: Bastian Lütge

TRIER. Noch Alexander Brittnacher hat am Samstag auf dem Hauptmarkt in Trier „seinen“ Weltrekord zurückerobert. Erst vor wenigen Wochen hatte der Würzburger Marcel Schaffner dem Trierer seinen 2013 aufgestellten dritten Rekord von 3396 Cocktails, die er in zwölf Stunden gemixt hatte, entrissen. Die neue Marke stand bis zum Samstag bei 4017 Mixgetränken. Um 20.58 Uhr war der Rekord Geschichte. Als die 12-Stunden-Grenze erreicht war, hatte Brittnacher die Bestleistung auf fast unglaubliche 5296 Drinks gesteigert.

„An diese Zahl habe ich nicht geglaubt“, sagte der 36-Jährige am Ende des langen Tages, „ich hatte mir bestenfalls 4.500 zugetraut.“ Das diese Aussage den Tatsachen entsprach, lässt sich belegen, denn bei dem Tempo, dass Brittnacher vorlegte, zeigte sich schon kurz nach 20 Uhr, dass die im Kühlwagen verstauten Vorräte zwar für einen neuen Rekord, aber sicher nicht für allzu viel mehr reichen würden. Aber auch hier, wie über die gesamte Dauer des Weltrekordversuchs und darüber hinaus zeigte sich, dass sich der inzwischen in Hamburg lebende Jurist auf seine Mannschaft verlassen kann. Wo sie auch immer die fehlenden Säfte und Sirups herbekamen, sie schafften es, die Vorräte soweit aufzufüllen, dass für alle der acht angebotenen Cocktails die notwendigen Zutaten wieder vorhanden waren.

Weltrekord - ohne Hilfe nicht möglich.
Weltrekord – ohne Hilfe nicht möglich.

Es war schon früh absehbar, dass der Ehrgeiz, das Können und die Präsenz seiner Mannschaft problemlos ausreichen würden, eine neue Bestmarke zu setzen. 530 Cocktails gingen in der ersten Stunde von der Bühne nach unten an die Ausgabetheke – ein zu schnelles Tempo für die zu dieser Zeit noch nicht so trinkfreudigen Gäste. Am Ende des Abends war es übrigens umgekehrt. Da standen die Zuschauer und Unterstützer in breiter Front vor der Theke auf dem Hauptmarkt und warteten geduldig darauf, den Cocktail ihrer Wahl in Empfang zu nehmen. Großer Jubel brandete schon bei den ersten Etappenschritten auf. Als die 1.000er-Marke übertroffen wurde – nach nicht einmal zwei Stunden – als der Rekord wieder in Brittnachers Händen war, gab es noch eine Sektdusche von seinen Mitarbeitern dazu.

Ohne Stolpersteine ging auch Weltrekordversuch Nummer Vier natürlich nicht ab. Mehrfach mussten die Finger neu getaped werden, um den Cocktailmixer vor Blasen zu bewahren. Wie im Vorjahr wurde er von einer Wespe gestochen – die schwarz-gelben Brummer waren von den Sirups geradezu in Scharen angelockt worden. Das gleiche Missgeschick erlitt auch Dr. Christoph Block, Geschäftsführer der Villa Kunterbunt, der wie manch anderer der Zuarbeiter von Anfang bis Ende auf der Bühne stand. Zweimal fiel das elektronische Zählwerk aus. Die hochkarätig besetzte Jury, die jeden fertiggestellten Cocktail penibel notierte, zählte handschriftlich weiter – bis zur Reparatur. Die Hilfe von mehr als 30 Mitarbeitern, die alle ehrenamtlich dabei waren, das eigene Können und die schier unerschöpfliche Kondition ermöglichten dennoch eine zuvor nie für möglich gehaltene Rekordmarke.

Schon beim Start hatte Brittnacher prominente Unterstützer auf dem Hauptmarkt begrüßen dürfen. Die Schirmherrin der Veranstaltung, die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer war mit ihrem Ehemann, dem Trierer Oberbürgermeister Klaus Jensen gekommen. Auch dessen mögliche Nachfolger, CDU-Kandidatin Hiltrud Zock und SPD-Widersacher Wolfram Leibe waren dabei, Zock saß sogar in der Jury. Kurz vor 13 Uhr kamen als unangemeldete Cocktail-Fans auch noch der Schirmherr des Vorjahres, der Bundestagsabgeordnete Bernhard Kaster und die CDU-Landeschefin Julia Klöckner zur Bühne auf dem Hauptmarkt. Sie alle probierten nicht nur Cocktails, sondern zeigten sich auch sehr spendabel, als es an die Spende für die Getränke ging. „Mindestens 3 Euro 50“ hatte Brittnacher vorgegeben, um am kommenden Dienstag einen fetten Scheck für die Villa Kunterbunt übergeben zu können. Die Prominenz ließ nicht lumpen und auch nicht zwei Mal bitten. Aus ihren Händen wanderten braune Scheine in die dafür aufgestellten Boxen. Einen besonderen Beitrag leistete Julia Klöckner, die sich spontan ihrer Kostümjacke entledigte und T-Shirt an der Eiswanne stand und Crushed-Ice in die Gläser füllte und damit das Stammpersonal entlastete.

Glücklich: Alex und Jurorin und OB-Kandidatin Hiltrud Zock.
Glücklich: Alex und Jurorin und OB-Kandidatin Hiltrud Zock.

Brittnacher blieb selbst nach der erfolgreichen 4. Auflage von „Shake around the Clock“ bei seiner Aussage: „Das war mein letzter Rekordversuch.“ Block, der sicher ist, dass es nicht nur einen neuen Mix-, sondern auch einen neuen Spendenrekord geben wird, sieht dieses Statement noch nicht in Stein gemeißelt. „Wir freuen uns jetzt erst einmal alle gemeinsam, dann lassen wir ihn ein paar Wochen in Ruhe und dann sehen wir weiter.“ Ob es zu einem weiteren Weltrekordversuch von Brittnacher kommt, wird sicher auch davon abhängig sein, ob es wieder eine Herausforderung eines Rivalen geben wird.

Am Ende eines mit Einbruch der Dunkelheit auch immer stimmungsvolleren Tages gab es jedenfalls nur Gewinner. Brittnacher selbst, der selbst kühnste eigene Erwartungen übertroffen hat, die Villa Kunterbunt, die sich der Nachsorge chronisch schwerkranker Kinder und deren Angehörigen widmet und auch die Besucher des Hauptmarkts, die einerseits mit ihren Spenden maßgeblich zum Erfolg der Veranstaltung beigetragen haben, dafür als Gegenleistung für kleines Geld schmackhafte Cocktails genießen konnten und bestens unterhalten wurden.

Der Dank Brittnachers galt nicht nur seinen unermüdlichen Helfern. Jerome, „mein wichtigster Mitarbeiter“ hatte sogar die Party zu seinem 34. Geburtstag sausen lassen. Dass der in Taben-Rodt aufgewachsene junge Mann die Einnahmen zu 100 Prozent an Dr. Christoph Block übergeben kann, ist nur möglich, weil alle Zutaten, die am Samstag verwandt wurden, ebenfalls Spenden waren. Gleiches galt auch für das gesamte auf dem Hauptmarkt verwandte Equipment, vom Kühlwagen über die Beschallungsanlage, die Bühne bis hin zu den Pavillons. Am Dienstag wird feststehen, wie hoch die Belohnung für den Einsatz Brittnachers und seiner Helfer sein wird – dann kommt es zur Scheckübergabe in der Villa Kunterbunt.

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