Der Kommentar – Für die Füße!

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Der lokalo-Kommentar.

Bildquelle: lokalo

Was war das nun? Eine geschickte PR-Aktion, um den kaum bekannten Kandidaten mit einer bewussten Provokation in den Medien unterzubringen, oder war es doch einfach nur Dummheit? Da den Trierer Grünen durchaus ein Hang zum Intrigieren nicht fremd ist, kommen sicher beide Möglichkeiten in Betracht. Letztlich obsiegt aber die Dummheit, denn die Aktion zum „Grünen Konrad“ ist nicht nur dummdreist, sondern auch dämlich, weil nicht durchdacht.

Von Eric Thielen

Der nächste Wahlkampf naht bestimmt. Das ist so gewiss wie das Ende des Sommers. Landtagswahl 2016, Bundestagswahl 2017, Kommunalwahl 2019. Gehen wir davon aus, dass die NPD dann immer noch zugelassen, deren brauner Vorturner Safet Babic nach wie vor so umtriebig wie eh und je ist. Er würde sich dann die Hände reiben, hätte die Stadt Trier jetzt nicht die Reißleine gezogen und die Sprühorgie der Grünen untersagt.

„Safet Babic“ stünde dann in kackbrauner Farbe auf den Straßen der Stadt, auf Säulen, auf den Welterbestätten, auf Blumenkübeln. Wer sollte es ihm verbieten? Schließlich hatten die Trierer Grünen es vorgemacht und damit einen Präzedenzfall geschaffen – im OB-Wahlkampf 2014. Was wäre dann also gegen Schriftzüge wie „Deutschland den Deutschen“ oder „Kriminelle Ausländer abschieben“ auf den Trierer Straßen einzuwenden? Nichts. Die Grünen müssten zähneknirschend zusehen, denn sie wären die Steigbügelhalter für den Rechtsradikalen gewesen. Babic jedenfalls würde sich diese Möglichkeit der preiswerten Werbung kaum entgehen lassen – als geschickter Trittbrettfahrer der Trierer Grünen.

Dieser eine Punkt reicht aus, die Aktion der Trierer Grünen als das zu entlarven, was sie wirklich ist – eine kindliche Dummheit, nicht durchdacht und schon gar nicht zu Ende gedacht. So gesehen passt der Vergleich der Öko-Partei mit den Hüpfkästchen der lieben Kleinen sogar. Kinder denken nicht nach, sie erahnen nicht mögliche Konsequenzen, sie machen einfach, weil sie instinktiv wissen, dass sie Eltern haben, die ihnen Grenzen vorgeben und Verhaltensregeln aufstellen. Diese Grenzen müssen sie austesten, was zum Großwerden gehört. Mama und Papa obliegt es zu sagen, bis hierher und nicht weiter.

Folglich war das klare „Nein“ der Trierer Stadtverwaltung nicht nur ein deutliches Zeichen, sondern auch eine gelungene pädagogische Maßnahme der Stadt, die grüne Rasselbande erzieherisch zu disziplinieren. Oder in einer Schulnote ausgedrückt: eine Eins mit Sternchen für das zuständige Amt. Und es spricht auch für das Rathaus, dass es die Sache auf dem „kleinen Dienstweg“ erledigen will. Bei Kindern ist es ähnlich: Mama und Papa drohen nicht sofort mit harten Konsequenzen. Meist hilft schon gutes Zureden und eine freundliche Ermahnung, um die Kinder-Kuh vom brüchigen Eis zu bekommen.

Die Grünen sollten es jetzt einfach gut sein lassen. Sie wollten spielen, hatten ihren Spaß, ihre Provokation, ihre Aufmerksamkeit. Die Großen, die tiefer und weiter denken müssen als die Kleinen, haben ihnen die Grenzen aufgezeigt. Genug gespielt also. Für die Wählerinnen und Wähler, die am 28. September das neue Trierer Stadtoberhaupt wählen werden, bleibt indes die Erkenntnis, dass einer Partei, die mit solch kindlichen Aktionen auf sich aufmerksam machen will, kaum die Führung einer Stadt wie Trier anvertraut werden kann. Es sei denn, man möchte Politik für die Füße – wie bei den Hüpfkästchen eben.

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20 KOMMENTARE

  1. Natürlich, weil diese Plakatflut mit 5 Plakaten an jedem Laternenpfahl, von dem einem Leute anstarren, die besser zu einem Horrorfilm passen würden, ja soviel besser ist.

  2. „…denn die Aktion zum “Grünen Konrad” ist nicht nur dummdreist, sondern auch dämlich, weil nicht durchdacht.“

    Oh mein Gott! Niveau ist immernoch keine Hautcreme, Herr Thielen!

    Den dem gewählten Selben entsprechenden Vergleich, für welchen Körperteil das Material, vorzugsweise vierlagig, sich am besten eignet, von dem aus den Wahlbürger ein bestimmter Kandidat (m/w) der „seriösen Parteien“ seit gefühlten Monaten an jeder Ecke anstrahlt, erspare ich mir an dieser Stelle.

    Aber die Frage in die Runde, was den Blick auf unser Welterbe wohl mehr stört, „Safet Babic“ in brauner Kreide auf grauem Gehsteig bis zum nächsten Regen oder „Geld für die Oma, statt für Sinti und Roma!“ auf DinA1 in vier Metern Höhe an einem Laternenpfahl, sei dann vielleicht schon erlaubt.

    Wenn ich mir also aussuchen darf, für welche Körperpartie ich Politik am liebsten haben will, dann würde ich die ganz unten im Zweifel wohl doch der in der Mitte vorziehen.

    • Demokratie heißt, dass man auch die Meinungen der anderen toleriert. Ob man sie teilt oder nicht, ob es bescheuerte Sprüche sind oder nicht. So einfach und billig kann man nicht gegen Plakat-Wahlwerbung argumentieren, um damit „Straßenmalereien“ zu rechtfertigen.
      Man kann es gut finden, dass die Grünen mit der Sprühkreide einen neuen Weg der Werbung gegangen sind, oder nicht, im Gespräch sind sie so allemal.

      • Toleranz und Grüne – erwarten Sie da nicht ein bisschen viel? Was wiederum zum Babic führt, denn die grüne, verklärte Weltsicht und gelebte Intoleranz sind mindestens genauso schlecht und gefährlich wie der braune Faschismus. Der Vorteil beim Babic ist aber: Man kann ihn einschätzen, weiß wie er tickt und wie man ihn anpacken muss.

        Da sind die grünen Ideologen weitaus gefährlicher und vor allem schädlicher fürs Gemeinwohl.

        (Offtopic: Was ist eigentlich daran falsch, kriminelle Ausländer abzuschieben, Herr Thielen?)

  3. Super Kommentar Hr. Thielen. Genau auf den Punkt getroffen. Reife Leistung, meinen Glückwunsch zu jedem einzelnen Satz.

  4. …weil ich grundsätzlich die grünen Ideen zur Nachhaltigkeit in Deutschland gut finde, kann ich als
    erfahrener Spieltheoretiker hierbei den Grünen nur empfehlen bei der gewählten Strategie zu bleiben. Und diese konsequent durch zuführen!
    So jetzt werde ich mein Kommentar mit einem Zitat aus Shakespeares Hamlet beenden.
    „Der Rest ist Schweigen“

  5. @ Stephan Jäger: Ihre Argumentation mit der in der Tat furchtbaren Plakatwerbung der NPD hat einen großen Haken: Diese ist nämlich nur innerhalb eines fest umrissenen Zeitraums erlaubt, während Herr Babic mit der Sprühkreide das ganze Jahr dann ungehindert seinen braunen Müll auf Wege und sonstiges sprühen könnte…. Insofern sind eher Ihre Argumente für das genannte Körpermitte!!!

  6. @Birgit: „während Herr Babic mit der Sprühkreide das ganze Jahr dann ungehindert seinen braunen Müll auf Wege und sonstiges sprühen könnte…. “

    Na und?

    Hatten Sie (oder Herr Thielen) in der Vergangenheit den Eindruck, dass die ganzjährigen Verfasser brauner Weisheiten im öffentlichen Raum händeringend auf behördlichen Segen gewartet haben? Oder glauben Sie, diese sind nun froh, dass ihnen endlich jemand gezeigt hat, wie sie ihre Geistesblitze ökologisch nachhaltig auf’s Bauwerk bringen?

    Letztlich landet auch diese (von Leuten, denen sonst wirklich überhaupt nichts einfällt, ja immer wieder gerne geschwungene) Nazikeule da, wo sie in aller Regel landet, wenn es bei der Betätigung an Feinmotorik fehlt: Auf kürzestem Weg vor der Stirn des Schwingers.

    Gleichwohl, vielleicht gerade deswegen möchte ich Ihnen die neuesten Errungenschaften auf dem Gebiet der Aufwertung substanzfreien Cerebraloutputs nicht vorenthalten:
    http://www.der-postillon.com/2010/10/neue-satzzeichen-sollen-internet.html
    Sie werden gewiss noch häufig in die Verlegenheit kommen, derartiges zu benötigen.

  7. Das wirklich Erschreckende ist, dass Spruehkreide schon seit mindestens 5 Jahren im Partei-Wahlkampf eingesetzt wird und man das in Trier jetzt erst bemerkt. Demnach haben die Trierer Gruenen hier auch keinen Praezedenzfall geschaffen, sondern es zeigt sich erneut wie lahm und hinterm Mond unsere Region doch ist.

    Das Happy – Video wurde verpennt, die Ice Bucket Challenge peinlich umgesetzt (TV, Zock & Streit aus Bitburg versagten) und auch schon der Harlem Shake war eine Nullnummer. Was schäme ich mich fuer diese verschlafene Provinz – zumindest in dem Zusammenhang.

    • Wo wird es denn eingesetzt und dann auch noch erlaubt sowie positiv aufgenommen? In der Regel sind es Beschwerden, Urteile und Verbote, die man dazu findet.
      Man darf eben wirklich nicht die Verhältnismäßigkeit vergessen: Wahlplakate hängen zwar mitunter mehrere an derselben Stelle, aber im Falle der Sprühkreide, würde sie denn jeder verwenden, dann wäre das eine einzige große Schmiererei; gerade weil es auch immer mehr Parteien werden, die auf sich aufmerksam machen (müssen) und wenn man dann noch mit Aktionen die Slogans der anderen „verhunzen“ oder „übertünchen“ möchte, würde es chaotisch (Beispiel: Der erste sprüht „Fred Konrad“, der nächste setzt ein: „Eine schlechte Wahl:“ davor, dann kommt ne Retourkutsche usw. usf.). Und es ist auch nicht mehr erkennbar, wer welche Botschaft losgeworden ist.

      Nebenbei bemerkt kann ich Grüne und Spraydose aus ökologischer Sicht auch nicht wirklich miteinander in Einklang bringen.

  8. Ich bewerte die Aktion der Grünen als “ gestaltungstechnischer Sprühdesaster“ im öffentlichen Raum. Diese Art von Billigwerbung ist nach meinem Verständnis vorsätzliche Sachbeschädigung zu Lasten aller. Trier ist keine Unterführung, wo ja in unserer Stadt bereits jeder machen kann, was er will. Erik Thielen hat Recht wenn er auf die Gefahr hinweist, wenn man das Vorgehen der Grünen stillschweigend duldet. Beim nächsten Kommunalwahlkampf wären viele Straßen in unserer Stadt mit Namenwerbung versehen. Ist das gewollt ? Die Gestaltungssatzung wäre Makulatur, wenn selbst nur vorrübergehend eine Verschmutzung in den Straßen zugelassen würde. Ich stelle mir das Geschrei vor, wie die Grünen reagiert hätten, wenn eine andere Partei das Stadtbild derart verschandelt hätte.

    • Herr Maximini, warum doch allseits geschätzt als Sprachrohr, konstruktiver Kritiker, welcher schon viele Marken gesetzt hat, warum kommen sie nicht zurück in die Kommunalpolitik Triers? Sie wissen doch das man sie braucht, herbeifleht, sich seht nach Ihnen. Tuen sie was für uns!!!!!!!!

      • Man kann auch ohne Mandat einiges bewegen. Ich nehme nach wie vor regelmäßig an den Fraktionssitzungen der FWG – Stadtratsfraktion teil und freue mich, so noch etwas in der Stadtpolitik mitwirken zu können. Nach 40 Jahren Stadtratstätigkeit wäre es falsch, würde ich wieder ein Mandat anstreben. Wo immer schalte ich mich aber konstruktiv, kritisch in das Stadtgeschehen ein.

  9. Für mich gilt:“ Die Grünen gehen schon mal gar nicht.“ Ist es doch auf Trierer Ebene eine ähnlich populistische Partei wie die NPD. Nur mit anderen Mitteln, ja ich sehe die Grünen als gefährlich an für meine Stadt. Ein Grüner OB ist absolut undenkbar, ein Frevel, ein Supergau und soweit wird es ja nicht kommen. Wer Wasser predigt und süssen Wein säuft ist defintiv, als asozial ( unmenschlich) zu betrachten und nicht wählbar. Viele Studenten sind GRÜN aber nach abgeschlossenem Staatsexamen dann Volljurist oder Betriebswirt usw. , wechseln dann schnell die Farben zur FDP, CDU usw. Ein paar Fundus bleiben zurück, fallen nicht durchs Sieb. Ich kann und will, möchte und werde Euch nie für ernst nehmen.

  10. die grünen in trier kann und darf man auch nicht ernst nehmen … es langt ja schon dass mitte gartenfeld durch grün besetzt wurde und dem wiedergeho(h)lten das scheinbar nicht reicht, denn wieso sonst macht der sich gegen ein einkaufszentrum in kürenz stark um „seinen“ nahkauf surges zu erhalten ?!?

    wenn die grünen halt wirklich mal ihre erreichten schandflecken besprayt hätten statt das weltkulturerbe …

  11. Metropolit: „Wer Wasser predigt und süssen Wein säuft ist defintiv, als asozial ( unmenschlich) zu betrachten und nicht wählbar.“

    Ja, während die wählbare, nicht asoziale Frau Zock sich selbstlos und todesmutig kaltes Wasser überschütten lässt, gegen das sie sich mit einer Gummipelle schützt, und Spenden-Eiskügelchen feilbietet, die natürlich auf keinen Fall Kunden in die Eisdiele eines „gut vernetzten“ Unternehmers locken sollen, macht der asoziale Fred sich als Kinderarzt in einem Krankenhaus im sonnigen Ruanda einen Lenz.

    Wirklich unmenschlisch! Alles klar!

    • Das soziale Engagement von Fred Konrad stellt glaube ich niemand in Frage Herr Jäger. Das eine hat allerdings nicht mit dem anderen zu tuen, Sie vermischen in unzulässiger Art und Weise da 2 Fakten miteinander, welche man nicht vermischen darf. Weil das eine lobenswert ist muss das andere es nicht zwangsläufig ebenso sein.

      • „Das soziale Engagement von Fred Konrad stellt glaube ich niemand in Frage Herr Jäger. Das eine hat allerdings nicht mit dem anderen zu tuen,…“

        Selbstverständlich hat das eine etwas mit dem anderen zu tun.

        Ich weiß, die sind beide sicher nicht in Trier erfunden worden. Aber vielleicht können Sie ja trotzdem ganz vage etwas mit den Begriffen „Authentizität“ und „Integrität“ anfangen.

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