Zwischen Thermen und Forum – Ausgrabungen am Trierer Weberbach

0
Die Ausgrabungen am Weberbach sollen neue Einblicke in die Satdtentwicklung geben.

Bildquelle: Bastian Lütge

TRIER. Seit dem 1. Juli 2014 führt die Landesarchäologie auf dem künftigen Baugrundstück der gbt Ausgrabungen durch. Die Grabungen auf dem rund 1800 Quadratmeter großen Areal sind bis zum 30. September 2015 geplant und sollen Einblicke in die Gründungsphase Triers geben.

Ein ungeklärtes Forschungsproblem bildet bislang die Frage, wie die Verbindungsachse zwischen dem Forum und den Kaiserthermen in spätrömischer Zeit gestaltet war. Vor Errichtung der Kaiserthermen verlief eine römische Ost-West-Straße über das Gelände, flankiert von römischen Stadthäusern mit gehobener Wohnausstattung.

Dr. Joachim Hupe, wissenschaftlicher Leiter der Grabungen, erklärt am Lageplan den genauen Standort.
Dr. Joachim Hupe, wissenschaftlicher Leiter der Grabungen, erklärt am Lageplan den genauen Standort.

Im Mittelalter, spätestens ab dem 13. Jahrhundert, siedelten sich auf dem Gelände Weber, Tuchfärber, Gerbereien und Schankstätten an. Die Gerberei war noch bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts an dieser Stelle tätig.

Nach dem zweiten Weltkrieg und der Flächenbombardierung der Stadt Trier durch die allierten Truppen, wurden die Gebäude nicht wieder aufgebaut.

Im ersten Schritt der Grabungen wurden die verschütteten mittelalterlichen Keller freigelegt. Im Mauerwerk waren römische Werksteine verwendet. Überraschenderweise wurde auch spätrömisches Fundament freigelegt. Ziegel mit dem Druck CAPI wurden entdeckt. Ein Hinweis, dass das Baumaterial, welches verwendet wurde, auch für den Bau der Basilika und des Doms verwendet wurde. Aussagen zur Verwendung des Areals in römischer Zeit können jedoch erst getroffen werden, wenn die mittelalterlichen Mauerwerke abgetragen sind.

Durch die tiefen und großflächigen Ausgrabungen erhoffen sich die Archäologen Rückschlüsse auf die frühesten römischen Zeiten aus den Jahrzehnten um Christi Geburt, sprich zur Gründungsphase der Stadt Trier. Man verspricht sich neue Aufschlüsse zur urbanen Entwicklung Triers nach der Gründung und nach der Erhebung Triers zur Kaiserresidenz am Ende des 3. Jahrhunderts nach Christus.

Wer Interesse daran hat, das Grabungsareal selber zu besichtigen, hat an drei Termin dazu Gelegenheit.

Mittwoch, 3. September, 16 Uhr

Freitag, 5. September, 15 Uhr

Samstag, . September, 10 Uhr

Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, wird um Anmeldung (Tel.: 0651-97740) gebeten. Die Führungen sind kostenfrei.

Jetzt lokalo liken und keine News verpassen!

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.