Uran-Transport auf dem Weg nach Trier

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Bildquelle: Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz

TRIER/HAMBURG. Der seit Tagen umstrittene Urantransport von Hamburg nach Frankreich ist gestern Abend in Maschen aufgeteilt worden und möglicherweise bereits auf dem Weg nach Trier. Anfang August hatte lokalo darüber berichtet, dass die Atomzüge wohl über die Weststrecke auch durch Trierer Wohngebiete rollen.

Ursprünglich hatte der Zug auf offenen Güterwaggons 51 Seecontainer mit Uranerz geladen. In Maschen wurden die Container auf zwei getrennte Güterzüge aufgeteilt. Einer dieser Züge wurde von Anti-Atomkraft-Initiativen heute am frühen gegen halb drei in Osnabrück, gegen drei Uhr in Münster  gesichtet. Ob sich beide Züge derzeit in Nordrhein-Westfalen oder vielleicht schon in Rheinland-Pfalz aufhalten, ist nicht bekannt.

Wie der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) mitteilt, rollt der Urantransport vom Hamburger Hafen kommend quer durch Niedersachen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz in Richtung Frankreich. Sein Ziel ist vermutlich eine Uranfabrik in Malvesi.

Erst durch Recherchen verschiedener Anti-Atomkraft-Initiativen wurde die Ankunft des Urans über den Seeweg in Hamburg überhaupt bekannt. Organisationen aus Norddeutschland, dem Münster- und Rheinland gehen davon aus, dass das Uran von Hamburg über die Bahnstrecke Bremen-Osnabrück-Münster-Hamm-Hagen-Wuppertal-Köln-Bonn-Koblenz-Trier-Saarbrücken Richtung Südfrankreich transportiert wird. Dort soll es dann in Malvesi weiter verarbeitet werden. Vermutlich kommt zumindest ein Teil davon später zur weiteren Verarbeitung zurück nach Nordrhein-Westfalen, damit es in der Urananreicherungsanlage in Gronau zum Einsatz kommen kann.

Der BBU warnte bereits beim letzten Transport im Juli ausdrücklich vor den Gefahren, die mit dem Urantransport verbunden sind und kritisiert zum wiederholten Male mit Nachdruck die Politik der Geheimniskrämerei und der Verschleierung, die gerade bei diesem Transport besonders deutlich wurde. „Es ist engagierten Anti-Atomkraft-Initiativen zu verdanken, dass die Öffentlichkeit überhaupt von diesem Transport erfahren konnte. Immer mehr Medien erkundigen sich bei Anti-Atomkraft-Initiativen über die Routen der Atomtransporte, weil seitens der Behörden und Landesregierungen kaum Informationen in Erfahrung gebracht werden können“, so BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz.

Angesichts unkalkulierbarer Risiken fordert der BBU generell das Verbot jeglicher Atomtransporte und grundlegend die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen und Atomkraftwerke. Der dezentral organisierte Umweltverband betont, dass Atomtransporte auf dem Seeweg und auch an Land mit Gefahren für die Bevölkerung verbunden sind. In diesem Zusammenhang weist der BBU darauf hin, dass bei Bahn- und LKW-Transporten mit Nuklearfracht die möglichen Hilfskräfte an den Transportstecken, z. B. das DRK und die Feuerwehren, im Vorfeld nicht über die Atomtransporte informiert werden.

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