Sieg mit zehn Punkten kann nicht das Ziel sein

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So richtig nett ist's nur im Bett. Freunde, Zimmergenossen und Konkurrenten - Andreas Seiferth (links) und Maik Zirbes teilen sich auf Reisen das Hotelzimmer.

Bildquelle: Eric Thielen

TRIER. Zimmer 346 im Hotel „Park Plaza“ in Trier. Dieses Doppelzimmer ist für wenige Tage das Domizil eines ungewöhnlichen „Pärchens“. Hier residieren seit Donnerstabend die Basketballer Maik Zirbes und Andreas Seiferth – die Center-WG der deutschen Basketball-Nationalmannschaft, die am Sonntag in der Arena Trier (19 Uhr) im Rahmen der EM-Qualifikation auf Luxemburg trifft.

Es ist sicher nicht alltäglich, dass ein Pressetermin in ihrem Hotelzimmer stattfindet. „Kein Problem“, hatte uns Maik Zirbes schon am Abend zuvor in der Hotellobby signalisiert. Jetzt, Freitag gegen 14 Uhr, ist nach dem Mittagessen eigentlich die Zeit, zwischen zwei Trainingssessions eine kleine Siesta einzulegen. Aber der „heimischen Presse“ steht man gerne Rede und Antwort.

Bei der Nationalmannschaft sind die beiden schon seit der EM 2013 Zimmergenossen. „Das passt gut zusammen“, sagt Maik, der vor 24 Jahren in Traben-Trarbach geboren wurde und in Wittlich aufgewachsen ist, „wir verstehen uns gut, nicht nur auf dem Feld.“ Wenn sie sich aufs Zimmer zurückziehen, wird nur selten über Basketball gesprochen. „Wir reden über alles, was gerade für uns Bedeutung hat“, sagt der ein Jahr ältere Andy Seiferth, „alles womit wir uns sonst noch beschäftigen.“ Natürlich auch darüber, dass sie beide vor einem neuen Karriere-Abschnitt stehen. Seiferth hat gerade den Wechsel von der TBB Trier zu den Artland Dragons vollzogen, Zirbes, der schon vor zwei Jahren den Schritt nach Bamberg vollzogen hat, wird in der kommenden Saison für Roter Stern Belgrad spielen. Seiferth, der Berlin als seine erste und Trier als seine zweite Heimat bezeichnet, hat keinen Koffer mehr in der Hauptstadt, aber noch einige in der Moselmetropole: „An diesem Wochenende werde ich die letzten Sachen noch nicht aus der Wohnung räumen, aber vor dem Rückspiel in Luxemburg. Dann übernachten und trainieren wir wieder in Trier.“

Dass die Qualifikation zur EM 2015 bisher noch nicht rundläuft – Spiel eins in Polen ging mit 67:68 verloren, Spiel zwei in Österreich wurde mit einer gehörigen Portion Dusel mit 77:64 gewonnen – ist für die beiden Brettspieler einfach zu erklären: „Wir hatten zu wenig Zeit, uns einzuspielen“, sagen sie unisono. Während sie selbst seit dem 3. Juli in die Vorbereitung dieser Serie starteten, stießen etliche Spieler erst später zum Kader. Die WG harmoniert auch auf dem Feld prächtig, das ist das Produkt der gemeinsamen Vergangenheit bei der TBB. „Da hatten es einige schwerer“, urteilt Zirbes, „aber man merkt, dass es von Tag zu Tag besser wird. Muss es auch, wenn wir uns qualifizieren wollen.“ Eine wichtige Voraussetzung ist schon jetzt gegeben, stellen beide fest: „Das gesamte Team versteht sich untereinander wirklich prima.“ Von der Teilnahme an der nächsten EM, von der noch nicht klar ist, wo sie stattfindet, ist das Centerduo überzeugt, weil man das Rückspiel gegen Polen „ja einfach nur gewinnen muss“ (Maik Zirbes). Dass es noch einen weiteren Stolperstein geben könnte, ist außerhalb jeder Wahrscheinlichkeit.

Im Duell mit Luxemburg stellt sich die Frage nach dem Favoriten nicht. Es geht aber nicht nur darum zu gewinnen, sondern eine klare Leistungssteigerung zu zeigen. „Es wäre enttäuschend, wenn wir das Spiel mit zehn Punkten gewinnen“, sagt Seiferth, „da muss schon ein überzeugender Sieg dabei herausspringen.“ Bevor wir das Thema Nationalmannschaft beenden, muss noch eine Frage geklärt werden. Da sie beide für dieselbe Position vorgesehen sind, konkurrieren sie auch miteinander. „Trübt das die Freundschaft nicht manchmal?“ Beide verneinen. „Klar spielen wir um eine Position und damit im Training auch in zwei verschiedenen Teams. Aber wenn wir dann unter den Körben aufeinander treffen, werden die Ellbogen nicht so ausgefahren, als wenn es gegen andere geht“, sagt Seiferth.

Bevor wir uns verabschieden, wollen wir aber noch wissen, wie ihr früherer Arbeitgeber denn in der kommenden Bundesliga-Saison abschneidet. „Sie haben natürlich wieder ein sehr junges Team“, sagt Seiferth, „ich wünsche der Mannschaft und vor allem Henrik Rödl, dass die Mannschaft nicht wieder so vom Verletzungspech gebeutelt wird, wie in der abgelaufenen Saison. Wenn sich keiner verletzt, können sie sicher für viel Unruhe sorgen.“ Zirbes sieht das ähnlich, wünscht seinem alten Club, dass die Neuzugänge einschlagen und hegt die Hoffnung, „dass die TBB, wenn alles passt, endlich mal wieder in die Playoffs kommt“.

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15 KOMMENTARE

  1. Die deutsche Nationalmannschaft ist im Park Plaza in Trier! Wen interessierts ? Niemand! In welchem Hotel ist der SC Freiburg abgestiegen? Das interessiert die Leute!!!!!

  2. Warum meinen einige Fussballfans immer so hochnäsig sein zu müssen? Akzeptiert doch einfach das es auch andere Sportarten ausser Fussball gibt. Und: wer aus der Gegend Trier spielt Fussballnationalmanschaft???

  3. Ist das Bett für Maik Zirbes lang genug? 🙂

    @Zeughausener,
    in welcher Liga spielen die Basketballer und die Miezen, und wo die Eintracht?

    Pokalschreck, wie der TV über die Eintracht immer schreibt, war die Eintracht vor 15 Jahren.

    • @ frager: stell dir doch mal vor ,die tbb würde am sonntag um 16 Uhr im Pokal als Viertligist ,gegen ALBA Berlin in Trier spielen. am gleichen tag würde die deutsche fussballnationalmannschaft in Trier gegen Luxemburg spielen.so und jetzt stell dir mal vor, wieviel Zuschauer bei der tbb wären(schätzungsweise500) und wieviel Zuschauer bei der Fußball-Nationalmannschaft (mit Sicherheit ausverkauftes moselstadion). so und jetzt schauen wir mal umgekehrt ,da spielt ein viertligist gegen Freiburg und es kommen mind 7500 Zuschauer und gleich danach spielt die Nationalmannschaft im Basketball ,und es kommen noch nicht mal 3000 Zuschauer! Merke: jede viertklassige fussballmannschaft interessiert mehr als die basketball-Nationalmannschaft! über die „Miezen“ brauchen wir gar nicht reden!

      • „Merke: jede viertklassige fussballmannschaft interessiert mehr als die basketball-Nationalmannschaft!“

        …und Tatsachen, wie die, dass die TBB durch die Bank einen rund doppelt so hohen Zuschauerschnitt hat wie die Eintracht, blenden wir einfach mal aus. Was Wunder? Wer einigermaßen gekonnt ausgeübten Sport sehen will, ist im Moselstadion halt einfach an der falschen Adresse. Es sei denn es findet ein Leichtathletik-Meeting statt.

        Aber wir malen uns halt die Welt, wie sie uns gefällt.

        • oder wir gehen zur Apotheker -Rundfahrt (tour-de france) nach Frankreich! (wenn wir gekonnt ausgeübtes fahrradfahren sehen wollen).

          • Oh, da fassen wir ja jetzt ein ganz heißes Eisen an!

            Zumal wir, die wir unser „geballtes Sportwissen“ (ebenso, wie wohl den prominenten Teil unserer übrigen Bildung) ausschließlich aus der BILDENDEN Zeitung beziehen, ja wissen, dass Doping ein Phänomen ist, welches einzig und alleine den Radsport betrifft!

  4. Wenn Bastian Schweinsteiger sich nur die Haare auf dem Mittelpunkt des Moselstadions fönen lässt kämen mehr Zuschauer als bei einem Ligaspiel der TBB. Komm hör auf das bringt nix, dass ganze mit dieser Randsportart ist mir zu dumm. Viel Spass morgen!!!!!!!!!!!!!!!!

    • „Wenn Bastian Schweinsteiger sich nur die Haare auf dem Mittelpunkt des Moselstadions fönen lässt kämen mehr Zuschauer…“

      Ja, prima! Würd’ ich mir auch lieber angucken als die Eintracht!!!!!!!!!!!!!!!!11111111111

  5. Basketball gehört zu Trier, wir spielen seit 25 Jahren in der ersten Liga und daher gibt es genügend Leute, die die Berichte darüber interessiert.
    Ignorante Fussballfans möchten aber gerne nur das lesen, was sie selber interessiert. Das zeugt von sehr viel Niveau.

    • 3251 Zuschauern in der Arena Trier, ist das lächerlich, abgrundtief lächerlich, Deutschlands beste Korbballer spielen in Trier und dann das. Wahrscheinlich waren noch einige aus Luxemburg da…………….Ich pfeife auf Basketball. Ich wäre da gestern mit Freikarte nicht hin. Fussball und sonst kommt mal gar nix aus Ende

  6. Metropolit: „Fussball und sonst kommt mal gar nix aus Ende“

    Brilliant!

    Mehr als den Sport selbst mag ich eigentlich nur noch dessen Anhänger! Ihre sprichwörtliche Toleranz. Die witzig-intelligente und stets von profundem Wissen und Sachlichkeit getragene Art des Meinungsaustauschs…

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