Eine Stadt trauert – Journalist Dieter Lintz ist tot

Eine Stadt trauert – Journalist Dieter Lintz ist tot

Er war einer der bekanntesten Trierer Persönlichkeiten. Theaterkritiker, Moderator, Kolumnist - Dieter Lintz profitierte von seiner Vielseitigkeit.

Bildquelle: Facebook/Dieter Lintz

TEMMELS/TRIER. Es ist eine erschreckende Nachricht, die an diesem Sonntagmorgen Trier erreicht. Eine der bekanntesten Persönlichkeiten der Stadt verunglückte bei einem Verkehrsunfall in Temmels. Dieter Lintz wurde nur 55 Jahre alt. 

55 Jahre alt, vielseitig begabt und eine Wucht. Sein Äußerliches wurde ebenso zu seinem Markenzeichen wie seine süffisanten Theaterkritiken. In Sachen Kultur gab er den Ton der lokalen Berichterstattung an. Geschätzt wurde er ebenfalls für sein Moderationstalent. Angefangen 1986 beim Linksrheinischen Rundfunk, über die Studioleitung bei RPR entwickelte er sich zum geschätzten Kolumnisten und Journalisten beim Trierischen Volksfreund. Neben seiner Schreibertätigkeit trat er bei den unterschiedlichsten Veranstaltungen als Moderator auf, wie zuletzt beim Trierer Christopher Street Day oder anderen politischen Podiumsdiskussionen. Das Highlight für viele Trierer: Seine Moderation des 10-jährigen Jubiläums der Arena Trier bei der „Night of Music“.

Lintz wurde geschätzt für seine offene und direkte Art, er konnte Kritik aber auch gekonnt verpacken. Nicht zuletzt deshalb erfreute sich seine TV-Kolumne „mensch…“ großer Beliebtheit. Trier verliert einen ganz Großen – selbst seine Kritiker werden da zustimmen können. Der Schock über seinen plötzlichen Tod sitzt tief.

Gestern Abend war Lintz auf der B 419 aus Richtung Wellen kommend in Richtung Konz unterwegs. Aus noch ungeklärter Ursache gelangte sein Wagen auf die linke Fahrspur und durchbrach einen Gartenzaun eines Wohnanwesens. Der Wagen stürzte eine 80 cm hohe Mauer in das angrenzende Gartengelände und fuhr dort noch einige Meter, bis er zum Stillstand kam. Die eingetroffenen Rettungskräfte konnten trotz sofort eingeleiteter Notfallbehandlung nur noch den Tod des Fahrers feststellen.

Warum Lintz von seiner ursprünglichen Fahrbahn abkam, muss nun ermittelt werden. Neben menschlichem Versagen oder einem technischen Fehler kommen auch körperliche Ursachen wie Herzversagen in Betracht. Der Tod von Dieter Lintz gibt der zuständigen Polizei Saarburg noch Rätsel auf. Die Ursachensuche wird ihre Zeit brauchen – genauso wie die öffentliche Trauer über den Verlust eines großen Journalisten.

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12 LESERMEINUNGEN

  1. Ein wirklich großer Verlust – nicht nur für die Stadt Trier, sondern für die gesamte Region Trier.

    Er wird vielen als Journalist und insbesondere als prägende Persönlichkeit fehlen.

  2. Extrem bitter, er hat viele Trierer die letzten Jahre mit guter Unterhaltung und Meinung unterhalten.
    Mein aufrichtiges Beileid an die Angehörigen und Freunde.
    Legenden sterben aber nie, sie leben in unseren Herzen weiter.

  3. Das ist eine furchtbare Nachricht. Ich habe Dieter Anfang der Achtziger kennengelernt und erinnere mich noch lebhaft an den ersten Eindruck, wie er im Keller des Astarix im Schneidersitz auf einem Tisch mitten im Raum saß, umringt von den übrigen Mitgliedern des Arbeitskreises Kritischer Juristen, als wir zu dritt neu zur Gruppe stießen – unter uns auch seine spätere Ehefrau.

    An jenem Abend bezeichnete jemand Dieter scherzhaft als den Buddha des AKKJ – in der Tat drängte sich der Vergleich rein optisch auf. Doch weit mehr als seine Statur wog seine Persönlichkeit.

    Im Laufe der nächsten Jahre verband mich mit Dieter und seiner (damals immer noch zukünftigen) Ehefrau eine tiefe Freundschaft – Jahre, die ich nicht missen möchte, auch, wenn wir uns seit langem aus den Augen verloren haben. Dann und wann traf ich Dieter mal wieder, meist, wenn er beruflich auf Demos oder Lesungen unterwegs war. Und eigentlich wollten wir immer mal wieder einen trinken gehen. Eigentlich.

    Margret, falls du das hier liest: Ich weiß nicht, was ich sagen soll – ich finde keine Worte. Es tut mir unendlich leid für euch, und ich hoffe, der Schmerz legt sich mit der Zeit. Das ist so verdammt beschissen unfair, dass ich es immer noch nicht wirklich glaube.

    Mach’s gut, alter Freund.

  4. Mensch Dieter, Ich bin schockiert und traurig!
    Ich werde Deine scharfen würzigen Worte, die ab und an mit Sarkasmus gespickt waren vermissen.
    Es hat Spass gemacht, im Gespräch mit Dir Ping Pong zu spielen.
    Ein großartiger Journalist! Machs gut!

  5. Viel zu plötzlich und viel zu früh verlieren wir einen hoch engagierten Kultur-Journalisten!
    Mit großer Betroffenheit haben wir heute von dem schrecklichen Unfall erfahren, der uns alle entsetzt und schockiert. Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie, der wir in diesen schweren Stunden viel Kraft, die Unterstützung guter Freunde und Gottes Segen wünschen.
    Für das Rheinland-pfälzische Gastgewerbe
    kondoliert aufrichtig
    Gereon Haumann
    Präsident
    DEHOGA
    Rheinland-Pfalz

  6. Unfassbar. Ich habe heute erst in Hessen – von Oli Rohles Frau Sylvie – erfahren, dass Dieter bereits am Samstag…nein! Nachträgliches Hochjubeln hat er nicht nötig. Da bleibt nur Schmerz. Dieter, misch den Himmel auf! Kitsch raus, Ironie rein! Miss you!

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