Guerilla-Taktik im Untergrund – Wie du mir, so ich dir!

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Fahrräder werden als Geiseln genommen, an den empfindlichen Ketten gemartert und anschließend öffentlich auf dem Hauptmarkt zur Schau gestellt.

Bildquelle: Eric Thielen

TRIER, ODER WAS? Nächtliche Treffen, Guerilla-Taktik im Schatten des Doms, geheime Botschaften, verschlüsselte Informationen – das zähe Ringen um die Vorherrschaft auf den Trierer Straßen nimmt offenbar immer skurrilere Formen an. Längst beschränken sich Radfahrer und Autofahrer nicht mehr nur auf verbale Attacken. Man schreitet unverfroren in Nacht-und Nebel-Aktionen zur Tat.

Wie unsere Reporter jetzt herausfanden, werden Velos von der Auto-Gang als Geiseln genommen, mit Schraubenziehern an der empfindlichen Kette gefoltert und gepiesackt und nächtens als abschreckendes Beispiel am Hauptmarkt aufgeknüpft (siehe Foto). „Die Straßen im Städtschi gehören uns“, lautet die klare Botschaft. Etliche Velos sollen so schon luftleer und kettenlos auf der Strecke geblieben sein.

Doch die Velo-Brigade schläft nicht. Sie schlägt unbarmherzig zurück. Falsche Knöllchenschreiber schleichen sich um die Ecken, gucken, spähen nach den Sündern. In ihrem Übereifer machen sie selbst vor unschuldigen Parkuhren, die auf „Rot“ standen, nicht Halt. Die klare Botschaft hier: „Wer’s mit der Auto-Gang hält, der muss büßen!“ Zanga, wieder ein eiserner Verräter weniger (siehe Foto).

Aber die Velo-Brigade schlägt unbarmherzig zurück. Der eiserne Verräter musste büßen, dass er auf "Rot" stand.
Aber die Velo-Brigade schlägt unbarmherzig zurück. Der eiserne Verräter musste dafür büßen, dass er auf „Rot“ stand.

Aus dem Urlaub heraus soll sich inzwischen sogar Oberbürgermeister Klaus Jensen per Videobotschaft in das Ringen im Trierer Untergrund eingeschaltet haben. Triers oberster Radhüter mahnte zur Besonnenheit. Man solle doch wenigstens bitte einen Arbeitskreis bilden, so könne es ja nicht weitergehen. „Make peace, not war“, soll der Stadtchef flehentlich gebeten haben.

Den Vorsitz des neuen Arbeitskreises darf während Jensens Abwesenheit dessen Stellvertreterin Angelika Birk führen. Die Grüne erfuhr zwischen zwei ausgiebigen Nickerchen vom ausufernden Ringen zwischen Pedaltretern und Motorfetischisten. Aufgeschreckt wollte sie ins Rathaus eilen, um ihre Intimfeindin Simone Kaes-Torchiani wegen der neuerlichen Eskalation zur Rede zu stellen: Triers „Eiserne Lady“ sei die Drahtzieherin.

Doch die Bürgermeisterin soll sich auf dem Weg ins Rathaus auf der Baustelle am Augustinerhof verlaufen haben. Ob sie von der Auto-Gang als Geisel genommen wurde, ist derzeit noch unklar. Eine Lösegeldforderung ist bisher nämlich noch nicht am Augustinerhof eingegangen.

Unbestätigten Informationen zufolge soll Thomas Egger der Auto-Gang jedoch signalisiert haben, einen Nachtragshaushalt im Kulturdezernat einzubringen, damit die Bürgermeisterin eben nicht mehr ins Rathaus zurückfindet. Der Posten in der Vorlage für den Stadtrat soll die Überschrift „Schöner Wohnen am Augustinerhof“ bekommen.

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2 KOMMENTARE

  1. „Der Posten in der Vorlage für den Stadtrat soll die Überschrift “Schöner Wohnen am Augustinerhof” bekommen.“
    Ich lach mich freckt,besser wie Postillon!

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