Protest in Pelm – „Die Berge gehören uns!“

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In Pelm protestieren die Bürger gegen weitere Gruben in ihrer Kulturlandschaft.

Bildquelle: Helmut Gassen

PELM. Die in Kürze anstehende Veröffentlichung des endgültigen Raumordnungsplans für die Region Trier zum erweiterten Rohstoffabbau in der Eifel sorgt überall in der Region für Aufruhr. Auch in Pelm (Landkreis Vulkaneifel) hat sich die Gemeinde gegen eine Erweiterung der umliegenden Abbaugebiete ausgesprochen und nun erneut gegen die Pläne der Planungsgemeinschaft demonstriert.

Von Helmut Gassen

Die Zeiten, als „die von oben“ noch machen konnten, was sie wollten, ohne Rücksicht auf die Interessen der Bürger, sind für immer mehr Menschen vorbei. Deutlich größer wird überall der Protest der Bürger gegen Entscheidungen „von oben“. Ob in Strohn (Deponie), Hillesheim (Windkraftanlagen und Gruben) oder wie jetzt in Pelm, wo die Bürgerinitiative „Interessengemeinschaft (IG) Eifelvulkane“ gemeinsam mit der Ortsgemeinde gegen die Erweiterung der Gruben kämpft.

Im Ort wurden schon an verschiedenen Stellen Protestwände aufgestellt gegen die Erweiterungspläne, jetzt protestierten rund 120 Pelmer und Gerolsteiner Bürger, darunter auch Stadtbürgermeister Friedhelm Bongartz, unter dem Motto „Uns gehören die Berge“ gegen den erweiterten Rohstoffabbau. Denn das sowohl die Naturdenkmäler „Barley“ und „Kasselburger Hahn“ ohne Rücksicht auf die damit verbundene Zerstörung der einmaligen Landschaft als Vorrang- und Vorbehaltsgebiet beplant werden, empört den Ortsgemeinderat Pelm. Die Ortsgemeinde sieht keine Notwendigkeit, zum jetzigen Zeitpunkt derart einschneidende Festlegungen zu treffen. Deshalb lehnte die Gemeinde auch die Planung vom Januar 2014 entschieden ab.

„Das ist für uns alles nicht nach zu vollziehen. Es interessiert anscheinend niemanden, dass hier die Landschaft der Eifel kaputt gemacht wird. Es geht immer nur um Geld“, sagt Helmut Bell, Mitglied des Ortsgemeinderates. Sogar das Fernsehen kam jetzt, um vom Protest der Pelmer Bürger zu berichten. In der ZDF Sendung „Frontal 21“ wird Anfang September über die Problematik des Lavaabbaus in der Vulkaneifel berichtet. „Man muss früh genug intervenieren und den Leuten sagen: Schaut euch mal an, was da passieren soll“, sagt Bell.

Gegen den Gesteinsabbau haben sowohl Ortsgemeinde als auch Interessengemeinschaft aber grundsätzlich nichts. „Man muss aber doch mit Maß an die Sache herangehen und vielleicht zuerst mal nur ein bisschen erweitern, aber doch nicht so gigantisch. Der Tourismus und alles was wir uns in dieser Richtung aufgebaut haben, geht doch völlig kaputt. Es wäre deshalb eine Katastrophe wenn es zu diesen überdimensionierten Plänen und damit zum erweiterten Rohstoffabbau kommen würde. Das ist unser und auch von der Stadt Gerolstein wichtigstes Erholungsgebiet und für die Touristen, der Eifelsteig führt dort vorbei“, erklärt Helmut Bell.

Momentan wird über die vielen Einsprüche in Trier entschieden, erst danach wird klar sein, ob die vergrößerten Gebiete wieder aus dem Raumordnungsplan genommen werden. „Ich bin aber da ein bisschen skeptisch, weil wir schon vor drei Jahren eine Resolution verfasst haben und nur ein ganz kleines Gebiet gestrichen wurde, aber alles andere ist drin geblieben. Wir kommen uns da schon ein bisschen veräppelt vor, man ignoriert uns einfach. Man sucht auch keinen Kontakt zu uns“, sagt Bell. Sollte doch alles so wie bisher geplant festgezurrt werden, wird es, so Bell, weitere Protestaktion geben und noch mehr Bürger gegen die Erweiterung mobilisiert werden.

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