Feuerwehr Trier – Beirat gegen Umzug an die „Spitzmühle“

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Die Trierer Feuerwehr feiert - Jubiläum.

Bildquelle: Eric Thielen

TRIER. Angesichts der hohen historischen Bedeutung des Tempelbezirks im Altbachtal empfiehlt der Denkmalpflegebeirat der Stadt Trier, das Grundstück „An der Spitzmühle“ neben dem Friedrich-Wilhelm-Gymnasium für die Errichtung einer neuen Feuerwache nicht mehr in Betracht zu ziehen. Diesen Beschluss fasste das Gremium nach einer intensiven Beratung über die archäologischen Auswirkungen derzeitiger Planungen für das Gelände im östlichen Bereich des gallo-römischen Tempelbezirks im Altbachtal. Das gibt das Rathaus in einer Pressemitteilung bekannt.

Grundlage der Beratungen bildeten laut Stadt die Ausführungen des für Trier zuständigen Vertreters der Landesarchäologie Dr. Joachim Hupe, der die archäologische Bedeutung des Grundstücks und die sich daraus ergebenden denkmalpflegerischen Belange erläuterte. Hupe berichtete, dass auf Anregung der archäologischen Denkmalpflege von der Stadtverwaltung ein geotechnisches Gutachten in Auftrag gegeben worden sei, das erste Erkenntnisse über die Bodenverhältnisse des Plangebiets geliefert habe. Um die archäologische Situation im Boden jedoch belastbar beurteilen zu können, ist es nach Auffassung der Landesarchäologie unerlässlich, vor einer konkreten Planungsfestlegung Referenzflächen auszugraben.

Die Suche nach einem neuen Grundstück für die Trierer Feuerwehr geht weiter.
Das alte Gebäude am Moselufer ist längst nicht mehr zeitgemäß für die Anforderungen an die Trierer Feuerwehr.

Gegen die Errichtung der neuen Feuerwache auf dem Gelände machten die Beiratsmitglieder erhebliche Bedenken geltend. Es wurde darauf verwiesen, dass der gallo-römische Tempelbezirk im Altbachtal die größte Anlage dieser Art nördlich der Alpen sei und zu den wichtigsten römerzeitlichen Kultstätten in Europa gehöre.

Der Denkmalpflegebeirat präferiert als möglichen Standort das Grundstück des Polizeipräsidiums an den Kaiserthermen, da hier aufgrund früherer Bodeneingriffe der Aufwand für archäologische Grabungen deutlich geringer wäre. Der Beirat weist zudem darauf hin, dass dem historischen Areal in Verbindung mit den Welterbestätten Kaiserthermen und Amphitheater sowie in unmittelbarer Beziehung zum Tempelbezirk eine entwicklungsfähige und verbindende Wirkung als Grün- und Freifläche unter Integration der archäologischen Funde zukomme. Eine attraktiv gestaltete Vernetzung würde die Erlebbarkeit des historischen Erbes stärken und sowohl für den Fremdenverkehr als auch die Bewohner Triers, speziell auch der angrenzenden Stadtteile, eine zukunftsträchtige Perspektive bieten. (red)

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4 KOMMENTARE

  1. Ist nachzuvollziehen aber warum ist Trier welches von der Fläche grösser als Paris ist, wer es nicht glaubt geht auf wikipedia, nicht in der Lage Flächen zu finden mit Parkraum, Feuerwehr Einzelhandel, Verkehr? Beste Lösung, neues Stadion an anderem Fleck, Feuerwache genau hier, da wo ich wohne am/ am Stadion Zeughausstr. Anbindung sofort überall hin und wie Saarbrücken eine Nebenwache in Ehrang. “ Fliegen mit einer Klappe und den Platz fürs Stadion, den finden wir schon

    • So einfach ist es leider nicht, weil von diesem Fleck die Stadtteile Zewen, Euren, Feyen, Weismark, Herrestal nicht in der geforderten zeit erreicht werden können, es also ein 3 wache erforderlich machen würde. Bei einer 2 wachen-Lösung muss eine Wache jenseits der Südallee liegen.

  2. Nach meiner Meinung eine Kluge Entscheidung.
    Dieser Standort hat keine Zukunft: Nach unten (Keller) bauen geht nicht, da Römer, nach oben bauen geht auch nicht, da Frischluftschneise. Zur Seite ist der Platz auch begrenzt, da Straße und Schule. Auch ist die Anbindung in Richtung Zewen, Euren ca. 1 Min Fahrzeit länger als z.B. dem von einigen bevorzugtem Standort Südallee(Polizei).
    Zur Erinnerung: Die jetzige Wache am St.Barbara-Ufer war ende der Fünfziger die modernste im Südwesten. Teilweise sind immer noch die original Fenster/Tore/Böden/Kabel/Rohre vorhanden) Aber bereits 15 Jahre später musste eine Etage aufgesetzt werden und bis heute wurde immer wieder angebaut/draufgebaut. Man kann eine Feuerwache nicht so einfach dahin bauen wo gerade ein Platz frei ist oder es politisch gewollt ist. Man muss eine Wache so bauen, da von dort alle möglichen Einsatzorte schnell erreicht werden. Oder man geht das System wie z.B. in USA oder Frankfurt/M und verteilt mehrere kleinere Wachen. Mein Vorschlag: Ein kompletter Neubau am jetzigen Standort und eine Nebenwache auf der Höhe (z.B. auf der Freifläche an der Kohlenstraße/Robert-Schumann-Allee) . Die wäre auch Anbetracht der immer schlechteren Ereichbarkeit der Höhe(der verkehr da hoch wird nicht weniger) und der immer mehr dort oben lebenden Personen eine zukunftsfähige Lösung. Über eins muss sich der Stadtrat im klaren sein: Sicherheit gibt es nicht zum Nulltarif. Auch nicht mit Freiwilligen !

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