Versuchte Tötung in der Psychiatrie des Trierer Mutterhauses

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In der Psychiatrie des Trierer Mutterhauses (Foto) ist es am Mittwoch zu einem versuchten Tötungsdelikt gekommen.

Bildquelle: Eric Thielen

TRIER. Am Mittwoch ist es in der Psychiatrie des Trierer Klinikums „Mutterhaus“ zu einem versuchten Tötungsdelikt gekommen. Die Staatsanwaltschaft Trier hat am Freitag entsprechende lokalo-Informationen von Donnerstag in einer Presseerklärung bestätigt. Demnach griff ein 20-jähriger Patient einen 59-jährigen Mitpatienten an und verletzte diesen lebensgefährlich.

Laut Staatsanwaltschaft sei der junge Mann am Mittwochmorgen in das Zimmer seines Mitpatienten gegangen und habe diesen aus bisher noch ungeklärten Gründen angegriffen und bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt. Er konnte erst durch das herbeigeeilte Pflegepersonal von dem bereits Bewusstlosen getrennt werden. Das Opfer erlitt einen Herz-Kreislauf-Stillstand und musste reanimiert werden. Der 59-Jährige befindet sich in lebensbedrohlichem Zustand auf der Intensivstation. Beide Männer waren Patienten in der geschlossenen psychiatrischen Abteilung des Klinikums.

Das Amtsgericht Trier hat am Donnerstag auf Antrag der Staatsanwaltschaft die einstweilige Unterbringung des Beschuldigten in einem psychiatrischen Krankenhaus wegen des Verdachts auf versuchten Totschlag und lebensgefährliche Körperverletzung angeordnet. In den Ermittlungen, die andauern, soll auch die Frage nach der Schuldfähigkeit des Täters geklärt werden.

In ersten Informationen, die lokalo erreichten, hieß es noch, es habe einen Mord in der Psychiatrie des Mutterhauses gegeben. Ein 20-jähriger Mann habe einen etwa 60-jährigen Patienten erwürgt. Der Täter sei mit den Worten „Der geht mir auf den Sack“ aus dem Aufenthaltsraum hinaus und in das Zimmer des älteren Mannes gestürmt. Von dort habe man nur noch Schreie gehört. Pfleger seien schließlich in das Krankenzimmer gelaufen, um die Situation zu entschärfen.

Wie Angehörige von Patienten berichten, herrsche in der Psychiatrie zeitweise „ein heilloses Durcheinander“. So seien Patienten mit starken psychischen Störung zusammen mit Suchtkranken, die sich dort wegen einer Entziehung aufhalten, auf derselben Station. Das führe immer wieder zu gefährlichen Situationen.

Die Leitung der Psychiatrie des Mutterhauses wollte sich am Freitag gegenüber lokalo weder zu dem Vorfall noch anderweitig äußern. Eine Sprecherin der Abteilung verwies auf die Pressestelle des Hauses. Dort hieß es, man gebe über die Mitteilung der Staatsanwaltschaft hinaus keine weitere Erklärungen ab. (bas/et)

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2 KOMMENTARE

  1. Wie Angehörige von Patienten berichten, herrsche in der Psychiatrie zeitweise “ein heilloses Durcheinander”. So seien Patienten mit starken psychischen Störung zusammen mit Suchtkranken, die sich dort wegen einer Entziehung aufhalten, auf derselben Station. Das führe immer wieder zu gefährlichen Situationen.

    Genau so ist es, es entspricht voll der Wahrheit. Ich besuchte des öfteren einen Bekannten der sich dort wegen Beziehungsproblemen aufhielt. Er erhielt keine Medikamente und konnte ausser an Ergotherapiemaßnahmen dort nichts tun ausser TV glotzen. Auf den 4 stationären Stationen befinden sich tagsüber ca. 4 -5 Pfleger; Abends sind es nur 2. Einen Arzt sieht man nur selten. Gibt es dann 2 – 3 Sonderfälle welche völlig daneben sind binden diese Patienten über Stunden eine Pflegekraft voll an sich so dass diese Kraft für andere nicht mehr zur Verfügung steht. Es ist ein einziges Durcheinander, ohne Struktur und es sind zusammengewürfelte Menschen von Demenz – Alkohol- Verwirrte- Traumatische- usw Patienten. Niemandem wird dort wirklich geholfen, die harten Fälle bekommen Medikamente ( laufen wie mit Fernsteuerung), werden z.T. fixiert durch die Gegend und es gibt auch intellektuell sehr gut funktionierende Menschen welche einfach dort ihre Ruhe finden wollen und kognitiv super funktionieren, diese Ruhe aber dort nicht finden. Völlig überfordertes Personal, viel zu wenig Personal einfach der letzte Ort wo man in Trier sein möchte.

  2. Das Mutterhaus kommt nicht aus den Negativschlagzeilen heraus. Die Aquapak-Affäre, wo die Schwesterschülerin für herhalten musste, der für Frühchen und neugeboren Babys gefährliche
    Serratia – Keimfall und nun dies. Da stellt sich mir die Frage, wird das Mutterhaus nach dem Prinzip der Wirtschaftlichkeit geführt? Im Volksmund auch Gewinnmaximierung genannt.

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