Trier zeigt Gesicht – CSD auf dem Kornmarkt

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Das Straßenfest des Trierer CSD lockt auch in der 12. Auflage ein breites Publikum auf den Kornmarkt.

Bildquelle: Yvonne Romes

TRIER. „Be visible – Wir zeigen Gesicht!“, lautet das Motto des diesjährigen Trierer Christopher Street Days (CSD). Damit geht die Veranstaltung, die vor allem dazu dienen soll, ein Zeichen gegen Diskriminierung und Ausgrenzung von Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen zu setzen, bereits in die zwölfte Auflage. Das samstägliche Straßenfest erfreut sich dabei der größten Beliebtheit. Viele Verbände und Interessensgruppe zeigen öffentlich (Regenbogen-)Flagge.

In beinahe jeder größeren Stadt Deutschlands gibt es mittlerweile ähnliche Veranstaltungen, wobei an Ausrichtungsorten wie Köln oder Saarbrücken der CSD als Umzug durch die Innenstädte konzipiert sind. In Trier geht man seit jeher andere Wege. Auf einem Straßenfest gibt es neben kulturellem Bühnenprogramm auch viele Stände mit Unterstützern der CSD-Bewegung. Der Christopher Street Day erinnert an den 27. Juni 1969. An diesem Tag setzten sich Schwule, Lesben, transsexuelle Menschen und Transgender-Personen in New York erstmals gemeinsam gegen staatliche Willkür und gewaltsame Übergriffe der Polizei zur Wehr. Schmelztiegel war die Bar „Stonewall Inn“ in der Christopher Street. Daher auch der „deutsche“ Name Christopher Street Day (CSD).

Plakate und Flyer für die diesjährige Ausgabe ziert eine Figur, die offensichtliche Ähnlichkeiten mit Eurovision-Songcontestgewinnerin Conchita Wurst aufweist. Mit dem Motto „Be visible – Wir zeigen Gesicht!“ soll verdeutlicht werden, wie wichtig es ist, öffentlich zu seiner Sexualität zu stehen − egal ob am Arbeitsplatz, in der Schule oder in der Freizeit. Passend dazu auch eine Fotoaktion, die der Veranstalter, das schwul-lesbische Zentrum Trier e.V. (SCHMIT-Z), ins Leben gerufen hat. Fotos, auf denen man sich mit einem Plakat des diesjährigen Mottos zeigt, können beim SCHMIT-Z hochgeladen werden. Dies widerum sammelt die Bilder für eine große Fotoausstellung im Herbst.

Das Programm hält noch den gesamten Samstag Überraschungen bereit. So eine Podiumsdiskussion zum Thema „Sichtbarkeit von Lesben, Schwulen, Bi-, Trans- und Intersexuelle, kurz: LSBTI, im Bildungsbereich“ oder die große CSD-Revue gegen 20 Uhr. Am vergangenen Nachmittag hatten Besucher des Straßenfestes die Möglichkeit, mit Unterstützergruppen und Vereinen ins Gespräch zu kommen, unter anderem auch mit Vertretern der Parteien, die traditionsgemäß an der Veranstaltung teilnehmen.

Viele Besucherinnen und Besucher sind nicht zum ersten Mal auf der Veranstaltung und betonen, immer gerne wiederzukommen. Durch die wechselnden Mottos der Feierlichkeiten sind immer wieder neue Blickwinkel garantiert, unter anderem auch in den im Vorfeld des Straßenfests anstehenden Workshops oder Ähnlichem. In diesem Jahr durfte das Motto sogar von Besuchern selbst in einer Umfrage gewählt werden, bei der sich „Be visible“ durchsetzte. (rom)

 

4 KOMMENTARE

  1. Schade, dass auf einer solch wichtigen Veranstaltung einer tendenziös linksextremistischen Gruppierungen wie der „Linksjugend.Solid“ eine Bühne geboten wird. 2010 und 2011 tauchte diese dubiose Vereinigung noch im Verfassungsschutzbericht des Bundes auf.
    Vielleicht sollten sich die Verantwortlichen in Zukunft zweimal überlegen mit wem sie da für ihre (grds. gute) Sache kämpfen.

  2. Es war eine gelungene Veranstaltung, ich danke vor allem den vielen ehrenamtlichen Helfern vor und hinter der Bühne und den ganzen Ständen 🙂

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