Heftige Proteste gegen die Biotonne

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Bildquelle: Peter Freitag / pixelio.de

TRIER/BITBURG/WITTLICH. In wenigen Monaten muss in ganz Rheinland-Pfalz und demnach auch in der Region Trier der Biomüll getrennt gesammelt werden. Doch vor allem in der Eifel, Bitburg, Wittlich und Trier regt sich heftiger Widerstand. Die PetitionKeine zusätzlichen Biotonnen in der Region Trier“ hat bereits rund 2500 Untersützer (Stand: 10. Juli, 18.30 Uhr).

Ab dem 1. Januar 2015 müssten vor jeder Haustür in Rheinland-Pfalz vier Mülltonnen beziehungsweise drei Mülltonnen und der Gelbe Sack stehen. Jeweils eine Tonne für Altpapier, Restabfall, Wertstoffe (Gelber Sack) und Bioabfall. Um genau diesen Bioabfall geht es nun. In der Eifel, Bitburg, Wittlich und Trier wehren sich Bürger gegen die Biotonne, die „stinkt, Platz vor unseren Häusern beansprucht und ökologisch keinen Vorteil bringt“, so die Petition.

„Als Eigenheimbesitzerin nutze ich meinen Komposthaufen. Hier fällt keinerlei Biomüll an, der in der Mülltonne landet. Diese zusätzlichen braunen Tonnen sind so unnötig wie ein Kropf!“, macht Ulrike K. (49, Trier) keinen Hehl aus Ihrer Meinung.

Der A.R.T.  (Zweckverband Abfallwirtschaft im Raum Trier) filtert derzeit noch Metalle aus dem Hausmüll, anschließend wird der verbleibende Restmüll gemeinsam mit dem Bioabfall getrocknet und so zu einem hochwertigen Ersatzbrennstoff verarbeitet. An diesem Modell möchten viele Bürger festhalten, doch die Landesregierung sieht keinen Grund, von ihrer Linie abzuweichen und verweist auf eine Anordnung der EU.  Diese müsse man akzeptieren.

Die Petition richtet sich an den Präsidenten der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord, Dr. Ulrich Kleemann, der die Gleichwertigkeit der jetzigen Abfallbehandlung anerkennen und keine zwangsweise Aufstellung von Biotonnen in der Region anordnen soll.

SWR berichtet heute Abend über das Thema Bioabfall

Das SWR Fernsehen berichtet heute Abend um 20.15 Uhr im Politik-Magazin „Zur Sache Rheinland-Pfalz!“ über das Thema. Zu Gast ist Abfallberater Bernd Klinkhammer. (pt/red)

[td_text_with_title custom_title=“Bioabfall – das gehört künftig in die Biotonne“]
  • Speisereste
  • Haushaltsabfälle
  • Abfälle aus der Lebensmittelverarbeitung
  • biologisch abbaubare Abfälle aus dem Garten, wie z.B. gemähter Rasen, Unkraut, Laub usw.
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20 KOMMENTARE

  1. alles halb so wild meiner meinung nach. lasst mal die kirche im dorf und die tonne vor der tür. man gewöhnt sich schnell daran.

  2. Genau – und weil man sich ja an alles gewöhnt, lässt man auch alles zu.
    Das ist die passivste Lebenshaltung die man sich überhaupt nur vorstellen kann. Ich bin sehr verwundert.

  3. Dann soll die EU und die SGD doch mal erklären, wohin die Leute diese Tonnen den noch stellen sollen! In der Innenstadt. Oder mal Am Weidengraben gucken bei den dortigen GBT Häusern. Wenn da noch die Biotonnen dazu kommen, dann haben manche Häuser bestimmt so bummelig 50 Tonnen auf der Wiese stehen.

  4. Das ist eine Unverschämtheit was wir uns von EU vorschreiben lassen. Zählt denn unser Recht nicht mehr ?
    Wer kümmert sich denn um das Ungeziefer,welches durch die Biotonnen angezogen wird ?
    Ich werde diese Biotonne auf keinen Fall benutzen, soll sich die EU doch jeden Tag die Maden ansehen !

  5. Das größte Problem: Durch derlei überregulierten Unfug wird das absolut unterstützenswerte Ziel Umweltschutz komplett diskreditiert. Ich merke an mir selbst, dass ich von der jahrelang konsequent durchgehaltenen Mülltrennung – jedes Fitzelchen Papier zum Altpapier, jedes Schnippelchen Plastik in den gelben Sack (natürlich ohne Fehlwürfe, und wenn, dann mit voller Absicht *g*) – schleichend wieder zum „Kommt eh alles auf den selben Haufen“-System zurückkehre. Zumal die manuelle Mülltrennung vor Ort vor allem den Interessen der Wirtschaft dient – automatische Abfalltrennungsanlagen sind effektiver, da braucht nix vorsortiert zu werden.

    Hier stellt sich wieder einmal das vordergründig ökologisch Sinnvolle bei näherer Betrachtung als kompletter Blödsinn heraus und reiht sich ein in die Kette der Umweltbeglückungen, die mehr schafen als nutzen – mit der Energiesparlampe in jüngster Vergangenheit als leuchtendstes(!) Beispiel.

  6. Wir bruchen keine Biotonne. Ich habe einen Komposter,
    der mir schöne Komposterde fabriziert.
    Ich protestiert mit.

  7. Es sollte vor allem im Interesse aller Abfallgesellschaften wie der ART sein, daß auch Bioabfälle im Restmüll landen. Schon lange wird nicht mehr alles auf einen Haufen gekippt und dann ist es aus den Augen aus dem Sinn. Die Biokomoponente – wenn ich mich irre korrigiere man mich – ist doch überhaupt notwendig um aus dem Restmüll z.B. Biogas zu gewinnen, oder eben Brennstoff wenn es getrocknet wurde.
    Abgesehen davon wird das niemals funktionieren, weil bereits mit Papier/Plastik/Restmüll viele Leute überfordert sind und entsprechend auch hier automatisch vorsortiert werden muß.
    Diese Tonne kommt meines Erachtens ca. 50 Jahre zu spät und ist inzwischen nicht mehr notwendig.

  8. Wir trennen den Biomüll schon lange, der kommt auf den Kompost. Man kann mir doch nicht einfach eine zusätzliche Tonne aufdrängeln, die ich garnicht benötige, mal davon abgesehen, dass das ja auch mit zusätzlichen Kosten verbunden ist.

  9. ist das eigentlich rechtens dass man bei der art ne abholung zahlen muss wenn man die tonnen gar nicht erst abholen lässt ? ich muss ja auch keinen haarschnitt zahlen wenn ich bei nem frisör vorbeigehe …

  10. Arno Nym, das Gesetz ist immer auf der Seite von denen, die es machen. Das nennt man Demokratie oder wie Forrest Gump sagt „Dumm ist der, der Dummes tut.“

  11. So ( ich lebte dort) war es wie folgt, ja vor ca. 11 Jahren gab es im Landkreis Erlangen – Höchsstadt die Biotonne schon und immer noch. Man hatte das stinkende 240L fassende Mülltonnenutensil ( pro Haushalt 240L) aufgezwungen bekommen. Es stank unerträglich im Sommer und im Winter war dieser Wertmüll wegen seiner Feuchtigkeit stets eingefroren. Bei Hitzeperioden wurde die Tonne nach der Entleerung chemisch ausgespült/ gereinigt ca 2 x pro Sommer. Manchmal hat man einen Berg weißer Maden auf dem Fuß gehabt wenn man im Sommer seinen Müll in der Tonne entsorgte und bei Deckelanhebung das einfach runter fiel. Im Winter wurde die Biotonne teils nicht wegen gefrorenem Müllguts zu 100% entleert. Wer einen Komposthaufen nachwies der konnte sich von der Biotonne distanzieren und auch die Müllrechnung dadurch reduzieren ( weil ja weniger Müll anfiel). In der Stadt finde ich wegen Platzmagel usw. das System für ungehalten und wer im Parterre wohnt hat im Sommer wegen übelstem Gestank richtige Probleme. Wer Platz hat und sich für einen Komposthaufen entschied hat das Problem mit Ratten, Mäusen und Rabenvögeln. Die Gemeinde hat damals für Komposthaufenbesitzer kostenloses Rattengift zur Verfügung gestellt. Auch verkaufte der Landkreis Kompostmüll als Dünger unfassbar erfolgreich an die Bevölkerung. Das unterschreibe ich somit, weil es Erfahrung und Wahrheit ist

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