Bild der (Putz-)Frau – Vortrag von Genderforscherin Prof. Dr. Barbara Duden

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Typisch weiblich: Die Pflege – zu Hause oder als Dienstleistung – übernehmen meist Frauen.

Bildquelle: Universität Trier

Zwischen Ökonomisierung und Abwertung von Alltagshandeln: Personenbezogene Dienstleistungen aus weiblicher Perspektive

Vortrag der Genderforscherin Prof. Dr. Barbara Duden in der Vortragsreihe“Vertrauenskrisen“ am 8. Juli an der Universität Trier

TRIER. Kochen, Putzen, Pflegen – seit Menschengedenken kümmern sich Frauen um Arbeiten im Haushalt. Und sie bieten diese Tätigkeiten vermehrt auch als Dienstleistungen außer Haus an. Die sogenannten personenbezogenen oder haushaltsnahen Dienstleistungen sind zu einem bedeutenden Arbeitsmarkt und Wirtschaftsfaktor geworden – jedoch
nicht zum Vorteil der Frauen, die dort arbeiten.

Nebenerwerb, Mindestlohn, prekäre Beschäftigungsverhältnisse – das sind Schlagwörter, die oft im Zusammenhang mit haushaltsnahen Dienstleitungen fallen.Und sie betreffen fast ausschließlich Frauen. Ihre Dienstleistungen sind auf dem Markt nicht viel wert. Damit einher geht auch die Abwertung von Tätigkeiten, welche Frauen von jeher zu Hause erledigen: Kochen, Putzen, Pflegen.

Über die Professionalisierung von haushaltsnahen Dienstleistungen und ihre Folgen für die Frau und die Gesellschaft spricht Dr. Barbara Duden am kommenden Dienstag, 8. Juli 2014 um 18.15 Uhr im Raum C9 im Rahmen der öffentlichen Vortragsreihe „Vertrauenskrisen“. Ihre sozialhistorischen Studien widmen sich unter anderem der Geschichtlichkeit der (Selbst-)Wahrnehmung von Frauen, der Ökonomisierung des Gesundheitswesens und der Frauenbewegung. Duden gilt als Pionierin der „Geschichte des Körpers“, ihre Arbeit „Geschichte unter der Haut. Ein Eisenacher Arzt und seine Patientinnen um 1730“ (1987) hat wesentlich dazu beigetragen, den Körper als Gegenstand historischer Forschung zu etablieren.

Ende diesen Jahres erscheint „Die gesichtslose Patientin. Wie Menschen hinter Daten verschwinden“. (red)

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