FSV Salmrohr verklagt Helmut Meeth – Insolvenz vom Tisch

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TRIER. Neben der Abwendung des Insolvenzverfahrens teilte der Verein am heutigen Freitag auf der Pressekonferenz mit, dass eine zivilrechtliche Klage gegen Helmut Meeth beim Landgericht Trier gestellt wurde. Der Verein möchte offene Zusagen und Verpflichtungen, die nicht eingehalten worden seien, vor Gericht erstreiten. Dabei geht es um rund 150.000 Euro, die Helmut Meeth laut Christian Rauen, dem kommissarischen ersten Vorsitzende des FSV, dem Verein in der letzten Saison zugesagt habe. Durch den Rückzug Meeths aus dem Präsidentenamt sei der FSV Salmrohr in finanzielle Probleme geraten.

Rauen erklärte offen, dass „man den dynamischen Prozess mit Helmut Meeth nicht oder zu spät erkannt habe“. Man habe sich abhängig von einer Person gemacht und die Folgen nicht gesehen. „Man beißt ja nicht in die Hand, die einen füttert“, sagte Rauen. Verflechtungen innerhalb eines Vereines seien immer ein schwieriges Unterfangen. Auch bei der Insolvenz anderer Trierer Vereine, wie der Eintracht oder den Basketballern HERZOGtel Trier, seien die größten Geldgeber auch gleichzeitig in hohen Vereinspositionen gewesen. Man sei froh, dass man die Lücke, die Meeth hinterlassen habe, durch viele kleine Sponsoren geschlossen habe, der Verein finanziell saniert sei und der Etat für die nächste Saison, trotz fehlenden Hauptsposors, stehe. Trotzdem wolle man vor Gericht versuchen, die noch offenen Summen von Helmut Meeth zu bekommen.

Aber auch positive Nachrichten hatte der Insolvenzanwalt Prof. Dr. Dr. Thomas B. Schmidt. Das Insolvenzverfahren, das am 1. Juli eröffnet werden sollte, konnte abgewendet werden. „Wir haben die endgültige Eröffnung des Verfahrens durch rund 50 Kleinsponsoren und einen Vergleich mit den Gläubigern vermieden“, so Schmidt. Er stellte aber heraus, dass die Anreize für die Gläubiger vor allem finanzieller und nicht sportlicher Art waren. Das Amtsgericht Wittlich sah es als erwiesen an, dass der Verein alles Notwendige getan hat, um das finanzielle Konzept für die Zukunft auf solide Fundamente gestellt habe. Laut Schmidt habe man „neue Sponsoren mit ins Boot genommen und auch die Spieler haben ihren Teil dazu beigetragen“. Von Gehaltsverzichten und Anpassungen in der Gehaltsstruktur war die Rede. „Bei uns verdient kein Spieler auch nur annähernd 1000 Euro oder mehr“, betonte Rauen.

„Wir haben viele Gespräche mit den Spielern geführt und werden auch in der nächsten Saison eine gute Mannschaft haben, um vielleicht wieder so eine erfolgreiche Runde zu spielen. Wir sind alle froh, dass es so geklappt hat. Denn die sportrechtlichen Konsequenzen wären sehr schmerzhaft gewesen.“ Ein eröffnetes Insolvenzverfahren hätte für den Verein weitreichende Konsequenzen gehabt: Zwar hätte die Mannschaft die neue Saison in der Oberliga spielen können, allerdings wären alle Spiele als verloren gewertet worden, was den Zwangsabstieg in die Rheinlandliga zur Folge gehabt hätte.

„Der DFB hat uns nahe gelegt, das Insolvenzverfahren bereits in der abgelaufenen Saison zu eröffnen, um dann in der Saison 2014/15 in der Rheinlandliga zu spielen“, bestätigte Schmidt, der hinzufügte, dass man auch überlegt habe, gegen die Statuten gerichtlich vorzugehen. Das Insolvenzrecht sei mit den Statuten des Verbands nicht vereinbar. „Das Recht sieht vor, alles Mögliche zu tun, um den Verein oder den Konzern zu sanieren. Die Statuten und der drohender Abstieg stehen dazu in klarem Gegensatz“, betonte Schmidt. „Wir hätten das Verfahren gegen den DFB gerne geführt, der DFB wollte aber mit einer ‚Lex Salmrohr‘ nicht anderen Vereinen die Tür öffnen. Sonst haben sie jedes Jahr drei Vereine, die trotz Insolvenz in der Liga bleiben dürfen. Daher haben sie uns deutlich zu verstehen gegeben, dass sie durch alle Instanzen gehen würden“, fügte Rauen hinzu.

„Wir werden alles versuchen, um den Verein finanziell und sportlich in eine sichere Zukunft zu führen“, gab Rauen schließlich die Marschroute für die kommenden Jahre vor.

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