Walramsneustraße und Pferdemarkt für ein Jahr Großbaustelle

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In der Walramsneustraße haben die Vorarbeiten bereits begonnen. Rund um den Pferdemarkt wird die Großbaustelle den Verkehr rund ein Jahr lang beeinträchtigen.

Bildquelle: lokalo

TRIER. Eric Wolf soll es wieder richten. Der Bauleiter erhält nach dem Großprojekt des Bitburger-Ausbaus nun auch das Kommando beim Ausbau der Walramsneustraße/Pferdemarktes. Laut Dezernatsleiterin Simone Kaes-Torchiani (CDU) sei er der richtige Mann für einen der „wichtigsten Knotenpunkte im innerstädtischen Verkehr“. 1,9 Millionen Euro teuer ist das Bauvorhaben, das die Stadt in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken realisieren will. Ärger kommt dabei vor allem auf Autofahrer zu. 

8.000 Autos passieren täglich die Walramsneustraße, die von der Treviris-Passage bis zum Amtsgericht führt. Genauso wie 1.000 Stadtbusse. Nicht umsonst sprach Kaes-Torchiani im Pressegespräch am Montagmittag von einer „diffizilen Stelle“. Beeinträchtigungen seien für Autofahrer wie auch für Fußgänger unumgänglich. Aber, fügt die Dezernatsleiterin hinzu, man baue „nicht für den Ärger, sondern für den Bürger“.

Sinn des Großprojektes, das sich über drei Bauphasen erstrecken und bis Mitte 2015 abgeschlossen sein soll, ist neben der Verbesserung der Verkehrsführung und der Fahrbahnerneuerung auch die Erneuerung von Versorgungsleitungen. Stadtwerke und Tiefbauamt sind daher auf eine enge Zusammenarbeit angewiesen. Rund 1,9 Millionen Euro kostet das Bauvorhaben. 1,55 Millionen stehen dabei alleine für den Straßenbau zur Verfügung.

Im Pressegespräch stellten Eric Wolf (2.v.l., Projektleiter), Dezernentin Simone Kaes-Tochiani und Tiefbauamtsleiter Wolfgang van Bellen das Großrojekt vor.
Im Pressegespräch stellten Eric Wolf (2.v.l., Projektleiter), Dezernentin Simone Kaes-Tochiani und Tiefbauamtsleiter Wolfgang van Bellen das Großrojekt vor.

Der heutige Tag diente bereits als Startschuss: Parkuhren und Bordsteine wurden entfernt, erste Vorbereitungsmaßnahmen getroffen. In vier Wochen sollen diese abgeschlossen sein. Dann soll Bauphase eins beginnen. Diese beinhaltet den Vollausbau der Walramsneustraße (ab Höhe Dietrichstraße bis zur Zufahrt Parkhaus Hauptmarkt). Der Verkehr wird halbseitig (Richtung Parkhaus) aufrecht erhalten. Gleichzeitig erneuern die Stadtwerke im Bereich Pferdemarkt Versorgungsleitungen. Dazu müssen Anbindungen an das Kanalnetz stattfinden, die in der Bruchhausen- und der Moselstraße liegen. Ab der 28. Kalenderwoche (7. Juli) wird die Durchfahrt der Bruchhausenstraße daher nicht mehr möglich sein. Autofahrer von der Moselstraße aus kommend, müssen nach links in die Walramsneustraße einbiegen.

Sowohl Kaes-Torchiani als auch Wolf appellierten bereits heute an die Autofahrer, den Knotenpunkt Pferdemarkt während der Bauzeit so gut wie möglich zu meiden. Verkehrsteilnehmer sollen über die Uferstraßen ausweichen. Zudem wiesen sie darauf hin, dass Parkplätze, beispielsweise in Bruchhausen- und Moselstraße, während der Bauzeit entfielen. Ausweichmöglichkeit ist das Parkhaus Hauptmarkt. Ferner sagte die Beigordnete, dass sich in unmittelbarer Umgebung noch freie Mietparkplätze befänden.

Aufgrund der langen Bauzeit müssen Verkehrsteilnehmer zusätzlich mit einigen Provisorien leben. So wird es einen Wendehammer in der Oerenstraße sowie „provisorische Ersatzfahrbahnen“ geben. Mit einer Bauzeit von drei bis vier Monaten rechnet das Tiefbauamt alleine für den ersten Bauabschnitt. Amtsleiter Wolfgang van Bellen wies darauf hin, dass die gesamte Baumaßnahme stark witterungsabhängig ist. Zudem, fügte er mit einem Schmunzeln hinzu, könne man „in Trier natürlich immer den ein oder anderen Römer ausbuddeln“, der für Verzögerungen im Bauplan sorgt. Für van Bellen stellt das gesamte Projekt aber auch eine Möglichkeit dar, den „kleinen Schandfleck“ Pferdemarkt endlich zu erneuern.

Zu Behinderungen kommt es zunächst vor allem in der Walramsneustraße (orange) und aufgrund der Erneuerung der Versorgunsleitungen im Bereich Pferdemarkt (grün). Die in rot markierte Moselstraße erhält eine provisorische Fahrbahn. Schließlich wird auch der Pferdemarkt (blau) erneuert.
Zu Behinderungen kommt es zunächst vor allem in der Walramsneustraße (orange) und aufgrund der Erneuerung der Versorgunsleitungen im Bereich Pferdemarkt (grün). Die in rot markierte Moselstraße erhält eine provisorische Fahrbahn. Schließlich wird auch der Pferdemarkt (blau) erneuert.

Dabei wird es allerdings vor allem im zweiten Bauabschnitt zu Beeinträchtigungen kommen. Drei Wochen lang werden dann sowohl Oeren- als auch Deutschherrenstraße vollgesperrt. Selbst für aus dieser Richtung kommende Fußgänger gibt es in dieser Zeit keine Möglichkeit, auf den Pferdemarkt zu gelangen. Die Buslinien 2,85 und 87, die normalerweise die Bruchhausenstraße passieren, müssen auf den Alleenring ausweichen.

Am Ende der Baumaßnahme soll der gesamte Pferdemarkt mit Naturstein ausgelegt und mit Pflanzbeeten bestückt, ein über den Pferdemarkt führender Radweg installiert und neue begrünte Verkehrsinseln in der Walramsneustraße vorhanden sein. Für den Fahrradweg habe man im Vorfeld sogar ein „Sicherheitsaudit“ durchgeführt, um Sicherheitsdefizite für bestimmte Verkehrsteilnehmer zu ermitteln. Das Ergebnis ist die Überquerung des Pferdemarktes durch die Radfahrer. Kaes-Torchini ist sich sicher: „Ein Miteinander statt ein Gegeneinander der Verkehrsteilnehmer hat hier den größten Nutzen für alle.“ Nutzen wird das Projekt in Gänze wohl vor allem Fahrradfahrern und Fußgänger. Alleine der Bürgersteig im Bereich Walramsneustraße wird in seiner Größe verdoppelt – zu Lasten der zweiten Spur für Autofahrer.

EXTRA

In der Sitzung des Ortsbeirates Mitte/Gartenfeld am Dienstag, 8. Juli, wird das Tiefbauamt das Projekt noch einmal ausführlich Ortsbeiratsmitgliedern und Anwohnern vorstellen. Die Sitzung findet ab 19 Uhr im Raum Steipe im Rathaus statt.

3 KOMMENTARE

  1. „Bürgersteig in der Wallramsneustrasse wird in seiner Größe verdoppelt“.Super,Ich hab in den letzten 3 jahren so gut wie keinen Fussgänger dort gesehen!!!!!!!! Hauptsache eine Fahrspur fällt weg!

  2. Juhu ein neuer Radweg !

    Das Konzept wird ja super umgesetzt. Wir sind gespannt, wo dieser Radweg enden wird…

  3. ….denn sie wissen nicht was sie tun!“
    Wo hat KT jetzt schon wieder die 1,55 Mio. hergezaubert und wer denkt sich so einen Blödsinn wie:
    – „begrünte Verkehrsinseln“
    – Radweg über der Pferdemarkt
    – doppelt so großer Fußweg
    – hauptsächlicher Nutzen für Velofahrer und Fußgänger
    – Sicherheitsaudit für bestimmte (????) Verkehrsteilnehmer
    aus?
    Das Schmunzeln wird dem Herrn van Bellen auch vergehen wenn tatsächlich wieder “ ein Römer“ gefunden wird, denn dann ruht die Baustelle nicht nur wegen eventueller schlechter Witterung.

    Leid tut mir eigentlich nur der Herr Wolf. Er hat zwar die „Bitburger“ terminlich gemeistert, aber dieser Innenstadtknotenpunkt wird ihn weit über seine Grenzen bringen. Dieser Schachzug von KT und vB bringt beide bei Verzögerungen schön aus der Schusslinie, weil man einen „Dummen“ gefunden hat der das eventuell termingerecht hin bekommt. Aber wehe wenn nicht…..
    Wenn Herr Wolf diesen Auftrag meistert plädiere ich dafür, das er Dezernats-/Amtsleiter vom Baudezernat wird. Die beiden anderen „Bau-Genies“ sollen sich dann was anderes suchen.

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