Kunst oder Kitsch? Empörung über neues Posthof-Tor

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Das alte schmiedeeiserne Tor am historischen Gebäude ist weg - neue Kunst im Posthof. Daran scheiden sich die Geister - vor allem auf Facebook.

Bildquelle: Bernhard Veit

TRIER. Der alte Posthof gegenüber dem Kornmarkt hat einen neuen Eingang. Ob das neue Kunstwerk am Durchgang zum Posthof nun eine Verschönerung oder eher Verunstaltung des alten Gebäudes ist, darüber streiten sich seit Tagen die Geister vor allem bei Facebook.

Ausgelöst wurde die Diskussion auf der Facebook-Seite eines Trierer Fotographen, der das Bild des „Kunstwerks“ online stellte. Schnell entwickelte sich eine Diskussion mit dem Tenor: „Das Ding muss weg.“ Der Denkmalpflegebeirat der Stadt hatte seine Zustimmung zum neuen „Kunstwerk“ verweigert − das alte, schmiedeeiserne Tor, das zum historischen Gebäude der alten Post gehört, sollte bleiben.

Auf Nachfrage von lokalo bestätigte Ortsvorsteher Dominik Heinrich (Grüne), dass das Tor in Abstimmung zwischen der Unternehmensgruppe „Gilbers & Baasch“ und dem Architekten das alte schmiedeeiserne Tor durch eine neue Konstruktion ersetzt habe. „Ja, der Denkmalpflegebeirat hat dieses Vorhaben entschieden abgelehnt, aber es ist eben nur ein Beirat. Das letzte Wort hat dabei die Stadt (Baudezernat, Anm. d. Redaktion). Das alte Tor ist beim Metallbauer zwischengelagert. Was damit passiert, ist noch nicht entschieden.“

Er selbst habe bei Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani (CDU) angefragt, eine endgültige Entscheidung liege aber in der Hand des Eigentümers, so Heinrich. Der Ortsvorsteher hofft allerdings darauf, dass der neugestaltete Tordurchgang „ein gestalterischer Gag“ sei, der bald wieder durch das alte Tor ersetzt werde. „Dieser Umbau war nicht erforderlich und passt nicht zu diesem Gebäude“, betonte Heinrich.

Hans-Peter Weiler, Ortsbeirats-Mitglied der SPD in Heiligkreuz, der auf Facebook das Foto teilte, äußerte sich im Gespräch mit lokalo ebenso kritisch und entsetzt wie der grüne Kollege: „Das ist Demokratie im Rathaus. Wozu gibt es denn Beiräte? Entweder man schafft die Beiräte oder die Dezernate ab, beides brauchen wir nicht.“ Was die Baudezernentin dazu veranlasste, die Beiratsentscheidung nicht zu akzeptieren, fragen sich viele User auf Facebook.

Das Unternehmen „Gilbers & Baasch“ war am Donnerstag trotz Nachfrage für eine Stellungnahme nicht erreichbar. (bas/et)

11 KOMMENTARE

  1. Die Meinungen Anderer hat diese Frau noch nie n interessiert! Sie ist einfach eine Schande für diese Stadt ! Aber Gott sei dank nur noch bis April nächsten Jahres ! Ich hab mir schon ein Maßband mit der Anzahl an Tagen zugelegt und schneide jeden Tag einen Zentimeter davon ab!

  2. Das alte Tor war einfach optimal für den Bau. Da hängen unzählige Schweißtropfen drann. Warum muss das jetzt geändert werden. Das alte Tor War echte Handwerkskunst. Wer trifft so unmögliche Entscheidungen.

  3. Ja ein Scherz ist das doch!
    Allein schon die Fenster im Erdgeschoss! Investoren können doch einfach machen was sie wollen und die Gebäude verkommen immer mehr zur Kulisse: Treveris Passage, Allencenter und nun der Posthof. Alles nur noch Fassade ohne Hintergrund.
    Eine Schande!
    Trier lebt von der römischen Bausubstanz und authentischen Gebäuden. Das ist einfach nur peinlich für diese Stadt!

  4. Das soll ein Kunstwerk sein und wurde so für ein altes Gebäude genehmigt? Das Teil passt ja aufgrund seiner Form und Zusammensetzung nicht mal zu dem gewölbten Eingangsbereich.
    Die einzige Handarbeit bei diesem …. (was auch immer) war der Zusammenbau und die Montage. Der Rest war eindeutig Computergesteuert. Lächerlich was sogar alt eingesessene Investoren und das Bauamt hier in der Stadt für Unsinn treiben. Das ist teilweise ja nun mehr als am Ziel vorbeigeschossen.

  5. Also ernhaft mal, haben wir keine anderen Probleme? Wohnt ihr da? Verunstaltet das neue Tor eueren Blick aus dem Fenster? Wahrscheinlich nicht. Was geht es euch dann an? Warum meinen die Leute in Trier ständig ihre Nase in Angelegenheiten stecken zu müssen, die sie nichts angehen.

    Ich saß letztens neben diesem angeblich so häßlichen Tor. Alle Touristen blieben davor stehen und haben es fotografiert. Also kann es ja nicht so schlimm sein und wenn doch, so geht das denoch nur den Eigentümer an.

    • Nach Ihrer Logik können wir dann ja auch endlich mal Fenster in die Porta einbauen. Die schönen mit dem Blauen Rahmen . Und den Rest dann rosa anmalen.

  6. Ich muss mir das Tor vor Ort ansehen um mir eine endgültige Meinung zu bilden, aber nur weil etwas nicht im direkten Sichtfeld meines Fensters geschieht, heißt das noch lange nicht das es jemanden nicht interessieren sollte.

    Touristen sind im übrigen auch kein Indikator für Geschmacksfragen – das zeigt oftmals entsprechender Sonnenschutz, Trekking-Sandalen und Rucksack.

    P.S. Wenn das nächste mal wieder wirklich „ALLE TOURISTEN“ vor dem Tor stehen und es fotografieren, bitte ich um kurze Rückmeldung.

  7. @Sur: bei dem Gebäudekomplex handelt es sich um ein eingetragenes Baudenkmal, das zudem aufgrund seiner exponierten Lage besondere Beachtung erfährt. Gerade weil es ein besonderes Baudenkmal ist, steht es unter Obhut der Denkmalpflebehörden und der Bauaufsicht, die baulichen Veränderungen begleiten und genehmigen müssen. Und weil es ein Baudenkmal ist, mit dem sich viele Trierer identifizieren, ist es nicht nur eine Selbstverständlichkeit sondern auch eine Notwendigkeit, dass man genauer hinschaut, was dort passiert. Die Liste verschandelter historischer Bausubstanz ist in Trier erschreckend lang.

    Sämtliche Planungen wurden von Beginn an von den Eigentümern dem Architektur- und Städtebaubeirat sowie dem Denkmalpflegebeirat vorgestellt. Bei allen Sitzungen hatte ich den Eindruck, dass die Eigentümer ernsthaft den Dialog mit der Verwaltung, dem Stadtrat und den Beiräten suchten.
    Der Denkmalpflegebeirat hat einer Vergrößerung der Fenster zum Kornmarkt zugestimmt und gleichzeitig deren Aufteilung mit Sproßen eingefordert. Auch der Abbruch der Fensterbrüstungen im Innenhof wurde positiv bewertet, da diese Maßnahme die Aufenthaltsqualität erheblich gesteigert hat.
    Weshalb die Eigentümer und das Baudezernat dem Rat des Denkmalpflegebeirates nicht gefolgt sind, das alte Tor zu belassen, entzieht sich meiner Kenntnis. Zwar finde ich den Entwurf dieser Leitwand für sich betrachtet gut und stringent, im Kontext zum Baudenkmal „alte Hauptpost“ jedoch für unangemessen.

  8. Der Gebäudekomplex stand lange genug zum Verkauf und keiner wollte ihn haben. Jetzt wird was angepackt und alle meckern. Sehr schade!!! Wenns nach all den Schnarchnasen hier gehen würde, wäre die alte Post in 20 Jahren genau 20 Jahre leer stehend und Obdachlose sowie zwiespältige Jugendliche hätten sich eingenistet, alles wäre kaputt und mit möchtegern Graffitis beschmiert, super alternative, ihr Vollhorste!

    Richtige Reihenfolge:
    1: Bild genau ansehen
    2: Gehirn anschalten und denken
    3: Kommentar überlegen (ggf. nochmal überdenken)
    3: Kommentar posten

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