Ausgesperrt: Jugendliche bei Public Viewing auf dem Trierer Viehmarkt unerwünscht

27

Bildquelle: Screenshot Facebook/Fotomontage

TRIER. Die Fußball-WM nähert sich allmählich ihrer heißen Phase, das Interesse und die Begeisterung der Fans nehmen zu und in gleichem Maße wächst auch die Lust, sich die Spiele in Gesellschaft, am liebsten beim Public Viewing anzuschauen. Das gilt für alle Altersklassen – wenn man sie denn lässt.

Auf dem Trierer Viehmarkt, einem der größten Public Viewings in Trier, bleiben Jugendliche unter 18 Jahren seit dem zweiten Gruppenspiel der deutschen Mannschaft gegen Ghana ausgesperrt. Auf Facebook erklärt der Veranstalter, warum das angeblich so ist (siehe Screenshot). Da steht geschrieben, dass es um die Sicherheit „insbesondere für unsere Fußballfans unter 18 Jahren“ geht und es eine „Anordnung“ der Stadtverwaltung Trier gäbe, die den Zutritt auf das Gelände „aus Gründen des Jugendschutzes bei den Spielen, die nach 22 Uhr enden, erst ab 18 Jahren erlaubt.“

Das ist nach lokalo-Recherchen schlichtweg falsch. Das Presseamt der Stadt erklärt auf lokalo-Nachfrage, im Rahmen der Gestattung für das Gelände habe es einen Hinweis, „aber keine Anordnung“ gegeben, Jugendliche bei solchen Veranstaltungen von vorneherein auszuschließen. Auch die Pflicht, die Empfehlungen nach 0 Uhr umzusetzen, besteht nicht. Dazu das Presseamt: „Wir haben lediglich gesagt, dass nach 0 Uhr niemand mehr auf dem Gelände sein sollte, der dem Jugendschutz unterliegt, wir haben nicht gesagt, dass es nicht sein darf.“ Allerdings, „der Veranstalter hat das Hausrecht.“

Warum die Sicherheit von Jugendlichen nach 22 Uhr mehr gefährdet sein soll, als in den Stunden zuvor, ist demnach eine Behauptung, die nicht zu beweisen ist. Vielmehr muss der Eindruck entstehen, dass der Veranstalter mit diesem herbeigeredeten Grund die Vorlage für die dann folgende Aussage liefert, die Stadt Trier habe eine entsprechende Anordnung erlassen.

Jugendschutz2Von der Stadt hat der Trierer Gastronom Eric Naunheim das Gelände für die Dauer der WM angemietet, mit dem Zweck, die Spiele der deutschen Mannschaft  zu übertragen. Wenn er Jugendliche von diesem Erlebnis ausschließt, dann soll er den Schwarzen Peter nicht der Stadt zuschieben, sondern dazu stehen, dass er diese Entscheidung ganz allein zu verantworten hat. Da die Gegenfinanzierung des Public Viewings auf dem Viehmarkt ausschließlich über den Umsatz an Getränken und Verpflegung und über die Vermietung der dortigen Stände erfolgt, liegt der Verdacht nahe, dass die Begründung für den Ausschluss der Jugendlichen lediglich finanzielle Gründe hat.

Wie man geltendes Recht anders, nein, so wie es sein soll, umsetzt, macht die Arena Trier deutlich, wo ebenfalls große Public Viewings stattfinden. Dort dürfen auch unter 18-Jährige die Fußball-WM genießen.

27 KOMMENTARE

  1. So ein PV beinhaltet schon ein finanzielles Interesse, ganz klar. Die Örtlichkeit wird ja auch nur gegen entsprechendes Entgeld zur Verfügung gestellt. Und das sind nicht nur ein paar Euro-fufzig.
    Andererseits muss ich aus meiner Sicht auch sagen das der Umgang mit Jugendlichen U18 nicht immer ein Zuckerschlecken ist. Da bedarf es viel Aufmerksamkeit und Einfühlungsvermögen um bei größeren Veranstaltungen alles kontrolliert ablaufen zu lassen. Daher scheuen viele Veranstalter vor dieser Herrausforderung zurück. Bei unseren PV´s haben wir für alle Teilnehmer Verhaltensregeln aufgestellt und diese werden, erfreulicherweise, von allen Altersgruppen ernstgenommen. Ich meinerseits kann nur empfehlen das finanzielle Interesse nicht so sehr in den Vordergrund zu rücken sondern das gemeinschaftliche Beisammensein aller Altersgruppen zu fördern.

  2. Vielleicht hat die Stadt Trier es nicht so veranlasst, wobei es ja Fakt ist, dass unsere Stadtverwaltung erst das eine sagt, das andere tut und dann auch noch behauptet, dass das nie gewesen sei.

      • @nörgeler: Damit nicht genug ,sie stellt die Fläche diesem Herren auch für das Altstadtfest für „lau“ zur Verfügung! Viele hier im rathaus meinen das ist schon in der nähe der Korruption! In Köln heißt das Klüngel,in Trier heißt das“ GUTE BEZIEHUNGEN“.

        • Wen dem so wäre, dann hat die Stadt eine Erklär-Problem:
          gemäß der Sondernutzungssatzung ist für den Viehmarkt pro 100 m² je 60 € / pro Veranstaltungstag zu entrichten.
          Bei der großen Fläche sind das gut und gerne 1000€ / Tag.
          Man muss ja auch sehen, das die Stadt pro Markttag ca. 800€ parkgebührenausfall Am Augustinerhof hat, weil die Parkplätze ja denn mit Marktständen belegt sind.
          Wenn die Verwaltung auf diese riesensumme Geld verzichtet, dann bin ich gespannt, wie sie das der Kommunalaufsicht und dem Stadtrat erklärt.

  3. @sur:ja ja die böse Verwaltung und der liebe Gastronom ! So ein Schwachsinn ! Es ist einfach ünwürdig und respektlos junge Menschen auszugrenzen!

  4. Einfach typisch für diesen Pharisäer ,stellt sich einerseits hin und labert uns einen vor er würde die Eisbahn am Kornmarkt für die Jugendlichen der Stadt machen, und anderseits sperrt er junge Leute vom P.V. aus profitgier aus. Herr Naunheim ich glaube sie wollen zu schnell Reich werden!

  5. Hat es eigentlich eine öffentliche Ausschreibung gegeben um den Platz zu vermieten? Oder ist das wieder auf dem kleinen Dienstweg gelaufen.

  6. Da stellt sich mir die Frage wie eine Stadt einen Platz für Public-viewing zur Verfügung stellen kann bei dem unter 18jährige ausgesperrt werden t. Schon sehr seltsam wenn ihr diee Kinder und Jugendlichen ausgrenzt.Am Rosenmontag macht ihr einen riesigen heuchlerischen Aufwand mit Betreuung bespassung und angeblicher Betroffenheit ,hier zeigt ihr euer wahres Gesicht ihr Herren Stadtväter und Mütter ! Es interessiert euch letztlich garnicht was wir machen .

  7. Das ist doch die Höhe, achtet mal ein Veranstalter auf die Gesetzte die er noch nicht mal gemacht hat und schon wirft man ihm in den Vorkommentaren „Profitgir“ u.v.m. vor. Ich vermute das diese Zeitung nur einseitig für einen bestimmten Gastronom sich ins Zeug legt und damit andere Gastronomen nur schlecht redet. Und zum Schluß noch zur Kenntnis, die Auflagen macht das Ordnungsamt der Stadt Trier und nicht Eric Naunheim!!!!

    • @Johnny oder wie sie heißen,wer lesen kann und nicht nur dümmlich und unsachlich rumpöbelt,müsste doch vorne im text gelesen haben ,dass die Stadt dieses ganze falsche Geschreibe in Facebook dementiert hat.Was soll also dieses dümmliche Gepöbel . sollten sie allerdings nicht in der lage sein ein gesetz richtig zu lesen bzw. zu verstehen ,dann fragen sie ihren Chef E.N.!

    • Oh Jonny! Aber hast du kein Gewissen
      Oh Jonny! Ja, dann kannst du dich verpissen!
      Oh Jonny! Hat dein Gandhi immer Pause
      Oh Jonny! Ja dann geh mal schnell nach Hause!

      Oh Johnny, ich versuche Dir dann nochmal kurz das Jugendschutzgesetz zu erkläre: Unter 18 jährige DÜRFEN sich bis 00.00 Uhr auf dem Platz aufhalten, und selbst für die Zeit danach liegt kein Verbot seitens der Stadt vor!! Geld verdienen möchte jeder, Herr N. hat das Haurecht und somit das Recht zu bestimmen, wer sich auf dem Platz aufhält oder nicht!
      Frech ist allerdings, das Aussperren von Jugendlichen mit einer ANORDNUNG der Stadt zu begründen, die es nun offensichtlich nicht gibt! Dann sollte man wenigstens den Mut haben zu seinen Motiven zu stehen und die liegen hier im zu erwartenden Getränkeumsatz, der bei Erwachsenen höher einzuschätzen ist!

      Hat Johnny das nun verstanden???

    • Hast Du Dir den Facebookhinweis genau durchgelesen bevor Du hier einen Kommentar abgegeben hast?
      Der Veranstalter beruft sich da auf eine Anordnung der Stadtverwaltung, diese teilt wiederum mit, das es gar keine Anordnung sondern nur einen Hinweis gab.
      Von „Profitgier“ ist auch nirgends die Rede. Es geht lediglich darum das erbrachte Vorkosten des Veranstalters durch entsprechende Umsätz und Einnahmen mit einem kleinen Plus ausgeglichen werden.
      Also: Erst lesen, dann denken und dann schreiben!

      Ps.: Ich kenne den Veranstalter seit Ewigkeiten. 😉

  8. @nörgeler: Was wollen sie denn mit „ich kenne den Veranstalter seit Ewigkeiten“ sagen? Auch ich kenne den Veranstalter schon lange und zwar seit seinen Konkursen bei der ehem.Löwenbrauerei und ebenso beim Konkurs Starfield/Sternfeld hab ich ihn kennengelernt . Herr/Frau Nörgler, manchmal wird man von seiner Vergangenheit eingeholt. War da nicht vor 2 jahren anlässl. P:V. mal versucht worden Eintritt zu kassieren? Auch damals hatte man fälschicherweise eine städt.Anordnung vorgeschoben.

  9. @Nörgler: „gemäß Anordnung der Stadtverwaltung……..erst ab 18 jahren erlaubt!!!!!!“ wie bitte kann man das falsch verstehen? für leute die halbwegs der deutschen sprache mächtig sind gibt’s da keinen interpretationsspielraum.

    • Es ist nicht nur damit getan die Deutsche Sprache zu verstehen, man(n) sollte in seinen Kommentaren auch die Groß-/Kleinschreibung beachten.
      Und nochmals zum Verständniss: Es gibt diesbezüglich keine Anordnung der Stadtverwaltung sondern nur einen Hinweis. Wenn das Presseamt dies so bestätigt wirds wohl auch so sein. Oder wollen Sie das Städtische Presseamt Lügen strafen?

  10. „Vielmehr muss der Eindruck entstehen“ … „liegt der Verdacht nahe“ …

    Geben Sie den Objekten Ihrer Berichterstattung eigentlich auch mal die Gelegenheit, Stellung zu nehmen, bevor Sie Ihre „Artikel“ raushauen?

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.